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Orang-Utan gestorben

Der Zoo Zürich nimmt Abschied von Lea

Zoo | Donnerstag, 16. Februar 2017, sda/msi

Der Zoo Zürich muss von seinem ältesten Säugetier Abschied nehmen: Sumatra-Orang-Utan-Weibchen Lea ist einige Monate vor ihrem 50. Geburtstag eingeschläfert worden. Ihr Lieblingsplatz dicht an der Fensterscheibe ist nun verwaist.

Leas Gesundheitszustand habe sich in den letzten Tagen rapide verschlechtert, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Deshalb habe man sich entschieden, sie von ihrem Leiden zu erlösen.  

Dicht bei der Scheibe sitzend empfing Lea über Jahrzehnte die Besucher im Menschenaffenhaus. Interessiert habe sie den Blick der Leute erwidert, die aus ungewohnter Nähe in das ruhige Antlitz eines ihrer nächsten Verwandten schauen konnten.

Freundeskreis brachte Zeitschriften  
Gemäss Mitteilung hatte Lea in den 1980er- und 1990er-Jahren ihren eigenen Freundeskreis, der sie regelmässig besuchte und keinen ihrer Geburtstage verpasste. Mitglieder dieses Kreises brachten ihr Zeitschriften mit und zeigten sie ihr durch die Scheibe hindurch.  

Lea an der Scheibe
Gleich bei der Fensterscheibe, da war Leas Lieblingsplatz.
  Bild: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Erhielt sie später zur Beschäftigung selber Zeitschriften, so breitete sie diese geschickt aus und blätterte die Seiten um. Sie betrachtete die Seiten aufmerksam – «auch wenn sie die Zeitschrift verkehrt herum hielt oder sich der Inhalt um Motorradzubehör drehte, tat dies ihrem Interesse keinen Abbruch».  

Wegen zunehmender sozialer Spannungen in der Orang-Utan-Gruppe bezogen die beiden Weibchen Lea und Oceh vor gut drei Jahren einen Teil der ehemaligen Schimpansen-Anlage im alten Gebäudeteil des Menschenaffenhauses.

Von Stuttgart nach Zürich
Hier habe Lea «ohne jegliche Hektik» ihren Lebensabend verbracht - mit einem Schlafplatz direkt an der Scheibe. Dieser bot einen guten Überblick über das Geschehen im Besucherraum.  

Lea kam im August 1967 in der Wilhelma Stuttgart als allererste Menschenaffennachzucht zur Welt. 1974 zog sie nach Zürich. Hier gebar sie vier Junge. Ein fünftes Jungtier starb kurz nach der Geburt. Drei Enkelkinder und ein Urenkel leben heute in Deutschland, Belgien und Grossbritannien.

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