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Farbenpracht im Garten

Der Herbst treibt es bunt

Garten | Donnerstag, 31. Oktober 2019, Caroline Zollinger

Im Herbst trumpft die Natur nochmal so richtig auf. Bevor die Blätter von den Bäumen fallen, verfärben sie sich von gelb über orange bis hin zu leuchtend rot. Mit der richtigen Pflanzenwahl lässt sich das Farbschauspiel des Herbstes im Garten gezielt inszenieren.

Je kürzer die Tage und kühler die Temperaturen, desto bunter der Garten. Plötzlich verwandelt sich das bis anhin unauffällig grüne Blattkleid mancher Gartengehölze in ein buntes Farbspektakel von Ockergelb bis Rubinrot. Das bunte Herbstlaub ist ein untrüglicher Indikator dafür, dass der Winter nicht mehr allzu weit ist. Doch zunächst heisst es nochmal so richtig geniessen und sich an dem bunten Saisonende Tag für Tag zu erfreuen. 

Die Herbstfärbung hängt eng mit dem Temperaturverlauf zusammen. Sie ist das Resultat eines komplexen Stoffwechselprozesses im Blattinnern. Gibt es im Herbst früh kalte Nächte, zeigt sich die Blattfärbung noch intensiver. Generell zeigen ältere Pflanzen eine ausgeprägtere Verfärbung als Jungpflanzen. Die Herbstfärbung ist ein ganz spezielles  Gestaltungsmittel, das bei der Gartenplanung einen hohen Stellenwert verdient. Nicht alle Gehölze verfärben aber ihre Blätter vor dem Laubfall. Ob sie dies tun oder nicht, ist genetisch festgelegt. 

Bunte Gehölze

Ahorne, darunter besonders
die Japanischen Ahorne Kornus und verschiedene Arten
und Sorten:
 

Berberitze
Felsenbirne
Amberbaum
Eisenholzbaum
Perückenstrauch
Hortensien
Pfaffenhütchen
Katsurabaum
Scheinhasel
Ginkgo
Zaubernuss
Diverse Zierkirschen
Gemeiner Schneeball
Wilder Wein (Kletterpflanze)

Bunter Saisonausklang
Wer also den Aspekt der Herbstfärbung gezielt in seinen Garten integrieren möchte, muss sich vorgängig informieren, welche Arten sich zum Jahresende hin auch wirklich verfärben (siehe Box). Wie intensiv das Farbenspiel ist, lässt sich bis zu einem gewissen Grad auch beeinflussen, durch die Wahl des Standorts. «Wir haben über die Jahre beobachtet, dass Gehölze, die an sonniger, eher trockener Lage stehen und nur wenig Dünger bekommen, eine besonders intensive Herbstfärbung entwickeln», sagt Andreas Schedler, Gärtnermeister bei der Hauenstein AG in Rafz ZH. Ebenso habe sich gezeigt, dass windgeschützte Standorte vorzuziehen seien.

Klassische Herbstakteure wie der Amberbaum, die Zaubernuss oder der Eisenholzbaum pflanzt man vorzugsweise da, wo man sie auch von überallher gut sieht. Auffallend attraktiv leuchten sie vor einem dunklen Hintergrund wie einer anthrazitfarbenen Hausfassade oder einer geschnittenen Blutbuchen- oder Eibenhecke. 

Es sind übrigens nicht nur die Gehölze, die es im Herbst bunt treiben. Es gibt auch eine ganze Reihe von Blütenstauden, die sich zum Jahresende hin fulminant verabschieden. Dazu zählen etwa die Wolfsmilch (zum Beispiel Euphorbia cyparissias oder E. polychroma), der Bleiwurz sowie verschiedene Storchenschnabelarten und -sorten. 

Ob Gehölze oder mehrjährige Blütenstauden: Wer den herbstlichen Farbeffekt nicht ins Bepflanzungskonzept miteinbezieht, vergibt sich aussergewöhnliche Gartenbilder. Die bunten Gestalten lassen einen zuweilen glatt vergessen, dass sie ja eigentlich das Ende der Saison und somit auch eine Portion gärtnerische Wehmut markieren. 

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