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Den richtigen Mist finden

Nahrung für den Gartenboden

Garten, Nutztiere | Dienstag, 3. Juli 2018, Oliver Loga

Mist von Nutztieren zählt zu den organischen Düngern. Je nach Tierart eignet er sich nicht nur für den grossflächigen Einsatz in der Landwirtschaft, sondern auch für bestimmte Pflanzen in Privatgärten. Eine Übersicht zur Verwendung der verschiedenen Mistarten.

Unabhängig von der Mistart, die als Dünger infrage kommt, gibt es ein paar wichtige Regeln zu beachten. Mist sollte nie frisch in den Kulturen untergebracht werden. «Eine Vorkompostierung schliesst die Nährstoffe auf und macht sie pflanzenverträglich», sagt Inge Forster, Leiterin Fachstelle Umwelt vom Unternehmerverband Gärtner Schweiz JardinSuisse. «Spezielle Bakterienpräparate wie Effektive Mikroorganismen helfen den strengen Geruch, etwa von Hühnermist, zu vermindern.» Es sei zudem sinnvoll, den Komposthaufen mit einem Vlies zu schützen und jedes Jahr den Lagerplatz zu wechseln, ergänzt Martin Koller vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Nach drei Jahren könne man wieder auf den ersten Platz zurück. 

Als optimaler Zeitpunkt der Mistdüngung gilt das frühe Frühjahr oder der Spätherbst. Auf gefrorenen Böden ist die Ausbringung verboten. Um eine zu grosszügige Düngung zu vermeiden, ist eine Bodenanalyse (ab 15 Franken) empfehlenswert. Sie liefert Infos über den Vorrat an Nährstoffen und gibt eine Düngeempfehlung ab. Folgende Mistarten eignen sich gut für die Düngung im Garten:

Rindermist
Kuhdung eignet sich hervorragend als bio- logisches Düngemittel für Gemüse, Salat und Obst. Wer als Stadt-bewohner nicht an Kuhmist herankommt, kann auf Pellets aus dem Fachhandel zurückgreifen. Dabei handelt es sich um bereits abgelagerten und getrockneten Kuhmist. Vorteil: Die kurze Erhitzung bei der Herstellung sorgt dafür, dass die Pellets keimfrei und lange haltbar sind. Die wert-vollen Inhaltsstoffe wie Kalium, Phosphor, Stickstoff und Magnesium bleiben dennoch erhalten. Man sollte allerdings auf eine trockene Lagerung achten.
Tipp: Schon ein paar Kuhmist-Pellets im Kompost sorgen für einen höheren Nährstoffgehalt.

Pferdemist
Die Exkremente von Pferden sind eine sehr gute Möglichkeit, Ziergehölze wie Hecken und Rosen mit Nährstoffen zu versorgen. Grund dafür ist der hohe Anteil an Ballaststoffen, der den Boden mit Humus anreichert. Auch robusten Beerensträuchern bekommt diese Boden-verbesserung sehr gut. Pferdemist sollte gut zerkleinert den Wurzelbereich etwa einen Zentimeter hoch abdecken und allenfalls flach in den Boden eingearbeitet oder mit einer dünnen Mulchschicht aus Laub abgedeckt werden. Für krautige Pflanzen ist Pferdemist dagegen weniger empfehlenswert.
Tipp: Mischen Sie in den Pferdemist Herbstlaub oder gehäckselten Strauchschnitt und lassen Sie den maximal einen Meter hohen Haufen zwölf Monate durchrotten.

Hühnermist
Hühnermist enthält grosse Mengen an Phosphor und ist deshalb ein sehr guter Dünger für den Gemüseanbau. Allerdings besteht bei einer nicht professionellen Kompostierung die Gefahr, dass Salmonellen übertragen werden. Im Hobbygartenbereich steigen die Temperaturen im Kompost nämlich selten über 50 Grad, weil das Rottegut meist nur nach und nach auf den Haufen kommt. Die Pflanzen sollten daher nie mit frischem Hühnermist gedüngt werden. Vorteilhaft ist es zudem, den Dünger dann auszubringen, wenn die Beete gerade nicht mit Gemüsepflanzen bewachsen sind.
Tipp: Wer die Salmonellengefahr im Keim ersticken möchte, kauft im Gartencenter Hühnermist in Granulatform.

Schafmist
Schafdung ist ein Langzeitdünger, der eine gleichmässige Nährstoffabgabe verspricht. Er enthält mehr Stickstoff, Phosphor und Kalium als Pferde- oder Kuhmist und eignet sich für Kräuter, Gemüse, Zierpflanzen und Sträucher. Als Alternative zu mineralischen Düngern fördert Schafmist die Humus- bildung, wirkt bodenlockernd und sorgt für eine erhöhte Wurzel- und Sprossbildung. Wie bei anderen Naturdüngern sollte er jedoch zersetzt und nicht im frischen Zustand verwendet werden, da der Ammoniak-Gehalt sonst zu hoch ist.
Tipp: In Pelletform lässt sich Schafmist besonders gut als Rasendünger verwenden. Einfach auf der Rasenfläche ausstreuen und gleich mit Wasser besprengen, damit sich die Pellets auflösen können und die Nährstoff-Freisetzung beginnt.

Alternativmist
Auch Kaninchen liefern nützlichen Kot. Er ist sparsam eingesetzt vor allem für Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen geeignet. Wie bei den anderen Mistarten ist auch hier auf eine längere Kompostierung zu achten. Mancher Hobbygärtner schwört zudem auf Guanodünger, also den Kot von Seevögeln oder Fledermäusen. Das Ausscheidungs-produkt hat einen ausserordentlich hohen Gehalt an Phosphor, Stickstoff und Spurenelementen, wirkt schnell und fördert die Humusbildung. Es eignet sich auch zum Untermischen in den Kompost. Erhältlich ist Guano als Granulat, Pulver und Flüssigdünger.
Tipp: Ein hochwertiger Guano- Dünger sollte rund 70 Prozent Guano enthalten. Allerdings steht diese Angabe nicht auf jeder Verpackung. 

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