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Gartenbeete

Kraterbeet heizt dem Gemüse ein

Garten | Donnerstag, 20. März 2014, Dagmar Stein

Lehmige Böden, starker Wind, schattige Gärten: Solche Verhältnisse schliessen wärmeliebende Kulturen aus. Eine gute Lösung sind in diesem Fall Kraterbeete, die auf wenig Platz sichere Erträge von Tomaten, Peperoni und sogar Melonen erlauben.

Sie sehen aus wie überdimensionale Schüsseln. Auch wenn sie nur stundenweise von der Sonne profitieren und sonst lange im Schatten liegen, bringen Kraterbeete ungeahnte Erträge, denn man kann sie genau auf den Sonnenstand ausrichten. Die kreis- oder ellipsenförmigen Konstruktionen haben sich nicht nur im Weinbau auf Lanzarote bewährt, wo sie gleichzeitig Wärme speichern, Feuchtigkeit kondensieren und mit Lava als lockerer Mulchschicht kein Unkraut aufkommen lassen.

Auch bei uns eignet sich die muldenförmige Sonnenfalle vor allem für wärmeliebende Kulturen. Man nutzt nämlich jedes bisschen Energie, jeden wärmenden Sonnenstrahl, verfrüht und verlängert die Wachstumsperiode. Dunkle Komposterde, lockere Bodenstruktur und eine gute Durchlüftung des Bodens verstärken diese Wirkung und kommen dem Pflanzenwachstum zugute. Kraterbeete lassen sich jahrelang nutzen und können Schmuckstücke selbst mitten im Ziergarten sein.

Das Rundbeet sollte sonnig liegen, ausgerichtet nach dem optimalen Lichteinfall. Mit einem Pflock in der Mitte und einer Schnur lässt sich auf geharktem Boden leicht ein Kreis markieren. Seine Grösse kann beliebig sein – praktisch sind zwei bis drei Meter im Durchmesser. Aus Steinen können Sie eine erhöhte Trockenmauer für die Kräuter aufbauen und damit die Schüsselwirkung noch verstärken. Die Steine speichern die Wärme und geben sie in den Nachtstunden wieder ab. Vor allem bei Nachtfrostgefahr kann dies von Bedeutung sein.

Selbst in Höhenlagen gedeihen Tomaten
Nun wird die Erde von innen nach aussen geschaufelt und wallartig aufgehäuft. Die Tiefe richtet sich nach dem Durchmesser und liegt zwischen 40 und 80 Zentimetern. Zu steil sollten die Ränder nicht sein, sonst ergeben sich beim Pflanzen, Giessen, Mulchen und Betreten praktische Schwierigkeiten. Da die Bodenkrume im Inneren kaum belebt und fruchtbar ist, verbessert man die Erde mit reichlich dunklem Kompost und organischen Düngern.

Insbesondere Gurken, Zucchetti, Kürbisse, Tomaten, Peperoni und Auberginen, Melonen und Kräuter wissen ein Kraterbeet zu schätzen und gedeihen selbst in Höhenlagen, wo das Klima sonst zu ungemütlich ist. Gesät wird ringförmig in terrassenförmig angelegten Rillen: Salate, Radieschen, Rettiche, Nüsslisalat  und Spinat als Vor- oder Nachkultur. Gut geeignet als Hauptkultur sind Zucchetti (gern genutzt wird die ertragreiche «kletternde» Sorte «Black Forest», die über den Rand hinauswächst), Tomaten, Auberginen, Zucker- und Wassermelonen, Peperoni oder Knollenfenchel.

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