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Gartengestaltung

Umweltfreundliche Trockenmauern

Garten | Donnerstag, 19. September 2013, Dagmar Stein

Sie sehen gefällig aus, stützen Hänge ab, schützen Gemüse und Blumen vor Wind und bieten Platz für aromatische und zierende Kräuter. Nicht nur in Weinbergterrassen, sondern auch im Hausgarten sind Trockenmauern eine reizvolle Heimstatt für Pflanzen und Tiere.

Eine Trockenmauer ist praktisch, denn sie ersetzt Zäune und Maschendraht und passt in jede Umgebung. Zudem bietet sie auch eine gute Möglichkeit, steilen Hängen Stabilität zu verleihen. So können Sie Ihren Garten auf schöne und zugleich umweltfreundliche Art begrenzen. Trockenmauern werden ohne Mörtel aufgesetzt und bieten deshalb mit vielen Ritzen und Löchern zwischen den Steinen Unterschlupf für nützliche Helfer.

Schritt für Schritt entsteht eine
stabile Trockenmauer im Garten.
(Fotos: Dagmar Stein)

Eidechsen, Spinnen und Kröten durchstreifen von hier aus den Garten auf Schnecken- und Raupenjagd. Marienkäfer, Weichkäfer und Florfliegen – alles eifrige Insekten-Vertilger – finden hier ein sicheres Versteck und Winterquartier. Ausserdem starten Wildbienen und Hummeln von hier aus zum Bestäubungsflug in Obstbäume und Beerensträucher. Dass die Mauern darüber hinaus den idealen Platz für aromatische Kräuter und duftende Blumen bieten, macht sie noch interessanter.

Nicht zu hoch bauen
Ob aus Feldsteinen zusammengesetzt oder kunstvoll aus behauenen Natursteinen – man kann sie in Eigenarbeit selbst errichten. Ortstypische Steine aus dem Garten oder von Feldern sind preiswertes Baumaterial. Auch Schieferplatten, Natursteine, Grosspflaster aus Basalt, Granit oder Tuff, behauen oder nicht, bieten sich zum Gestalten an. Kunststeine aus dem Handel lassen sich ebenfalls mühelos verbauen. Ziegel mit rauer Oberfläche sind ein geradezu ideales Material zum Ausformen von Rundungen und verwunschenen Sitzplätzen.

Bei sorgfältiger Bauweise und leicht nach hinten geneigter Schichtung werden Trockenmauern sehr stabil. Man sollte allerdings unter 80 bis 100 Zentimetern Höhe bleiben. Während des Baus kennzeichnet eine schräg gestellte Latte die oberste Kante und macht auch das Gefälle deutlich. Nur bei lose aufgeschüttetem Gelände braucht die Trockenmauer ein stützendes Betonfundament. Damit das anfallende Wasser versickern kann, sollten Sie im gewachsenen Boden einen 60 bis 80 Zentimeter breiten Graben ausschachten, mit grobem Kies füllen und verdichten.

Kreuzförmige Spalten stören auch die Optik
Beginnen Sie mit den grössten Steinen und setzen Sie sie als unterste Lage schräg geneigt ein. In Schichten geht es weiter, wobei die Steine immer versetzt liegen müssen. Jeder Stein sollte passend ausgesucht und eingebaut werden. Vermeiden Sie kreuzförmig aneinanderstossende Spalten: Sie stören die Optik und gefährden die Stabilität. Wichtig: Steht die Trockenmauer nicht frei, sondern lehnt sich an einen Hang, genügend Abstand halten (mindestens 20 Zentimeter). Füllen Sie den Zwischenraum mit grobem Material und stampfen Sie alles immer wieder fest, damit keine Hohlräume entstehen.

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