Tipps
› Zurück

Futter für jede Saison

Was brauchen unsere Gartenvögel wann?

Garten | Donnerstag, 1. August 2013 09:00, GPP

Der Sommer ist nicht gerade die Zeit, in der Sonnenblumenkerne & Co. bei den gefiederten Gartenbesuchern hoch im Kurs ist. Doch Vögel können durchaus das ganze Jahr über mit Futter unterstützt werden.

Wer sein Vogelhäuschen auch im Frühling und Sommer regelmäßig mit Sonnenblumenkernen füllt, wird irgendwann feststellen, dass das angebotene Futter von den Gartenvögeln nicht mehr so gut angenommen wird. Der Schluss liegt nahe, dass die gefiederten Gartengäste jetzt nicht mehr auf Vogelfutter angewiesen sind und in der Natur ein ausreichendes Nahrungsangebot finden. Das ist allerdings nicht ganz richtig.

Fakt ist, dass Vögel zu unterschiedlichen Jahreszeiten einen unterschiedlichen Ernährungsbedarf haben und ihr Futter entsprechend wählen. Will man die einheimische Vogelwelt ganzjährig unterstützen und in den eigenen Garten locken, sollte man etwas über ihre saisonal unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten wissen.

Hoher Energiebedarf im Frühling und Sommer
«Wir bevorzugen im Sommer leichte Kost wie Salate und im Winter Deftiges wie beispielsweise nahrhafte Eintöpfe. Bei den Gartenvögeln verhält es sich in Sachen Nahrungsvorlieben quasi umgekehrt zu uns Menschen», so Christine Welzhofer, die sich für das schwäbische Unternehmen Welzhofer «Nahrung für Wildvögel» seit Jahren intensiv mit dem Thema Ganzjahresfütterung befasst.

Der Grund dafür ist einleuchtend: Im Frühjahr müssen sich die Zugvögel und die bei uns überwinternden Gartenvögel zunächst einmal wieder fit fressen, um nach langem Heimflug oder winterlichem Darben zu Kräften zu kommen. Denn direkt danach brechen für die Tiere sehr aktive Zeiten an. Balz und Nestbau sind schon anstrengend, aber wenn es dann schließlich darum geht, ihre Brut zu betreuen und durchzufüttern, sind die Vögel von früh bis spät gefordert.

© GPP/Welzhofer

«Jetzt ist fettreiches Futter gefragt, denn das ist besonders energiereich und schnell verdaulich», erläutert Welzhofer. «Futterknödel, Vogelschmäuse oder fettummantelte, gewalzte Haferflocken werden in der Brutzeit von allen Gartenvögeln begierig gefressen. Während sogenannte Weichfresser – wie Rotkehlchen, Amseln, Meisen – sich auch in der kalten Jahreszeit gern daran laben, sind im Frühjahr und Sommer vor allem auch die Körnerfresser für dieses Nahrungsangebot dankbar.»

Um von den Vögeln optimal verwertet werden zu können, sollte das Futter nur naturbelassenes – also nicht gehärtetes (raffiniertes) – Fett enthalten. Die Haferflocken liefern den Tieren zusätzlich leicht verdauliche Kohlenhydrate sowie wichtige Vitamine und Mineralien. Viele Sommerrezepturen von Ganzjahresvogelfutter sind außerdem mit getrockneten Insekten und Beeren angereichert. Eine solch energiereiche Kost ernährt die sehr aktiven Altvögel ideal und ergibt, im Kropf der Eltern vorverdaut, einen wertvollen Nahrungsbrei für Jungvögel in ihren Nestern.

Gut durch den Winter kommen
Im Herbst fressen sich Vögel zunächst eine Energiereserve an – sei es für Zugvögel als Wegzehrung, sei es für Standvögel als Gesundheitsreserve im Hinblick auf den anstehenden nahrungsarmen Winter. In der kalten Jahreszeit haben Gartenvögel dann einen anderen Energiebedarf. Die Tage sind kürzer, die Schlafzeiten länger und insgesamt bewegen sich die Tiere weniger. Dann sind die Jungen flügge und jeder Gartenvogel muss nur noch für sich selbst sorgen. Dementsprechend ändern sich die Futteranforderungen.

© GPP/Welzhofer

Nun stehen Kerne und Körner auf dem Speiseplan. Gestreifte Sonnenblumenkerne und Erdnüsse sind reich an Kohlenhydraten und Fetten, die aber langsamer verdaut werden als fettummantelte Haferflocken und damit auch länger sättigen. Fettfutter wird im Winter speziell von den Weichfressern angenommen, die Körnerfresser ziehen nun Knackiges vor. Ganze Getreidekörner (z.B. Weizen) sind in Winterrezepturen allerdings gänzlich unsinnig, weil sie selbst für Körnerfresser meist nicht schnabelgerecht sind.

Im Winter ist es noch wichtiger als im Sommer, darauf zu achten, dass Futterknödel und Vogelschmäuse ungehärtetes Fett enthalten. Andernfalls gefrieren sie bei Minusgraden und die Nahrung wird für die Vögel unerreichbar. Die Snacks sollten außerdem so genetzt sein, dass beim Bepicken immer auch etwas Futter herunterfällt, um so diejenigen Vogelarten zu versorgen, die ihre Nahrung üblicherweise vom Boden aufnehmen.

«Die Forschung zeigt, dass Vogelfutter je nach Jahreszeit unterschiedlich beschaffen sein muss, um den Anforderungen der Tiere zu genügen», resümiert Welzhofer. «Zu jeder Zeit benötigen Gartenvögel ausreichend Nahrung in entsprechender art- und schnabelgerechter Qualität. Den höchsten Energiebedarf haben sie eindeutig im quirligen Halbjahr.»

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen