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Jauchen selber machen

Selbst gebraute Jauche fürs Gemüse

Garten | Donnerstag, 25. Juli 2013, Caroline Zollinger

Aus Brennnessel und Beinwell lassen sich stärkende Jauchen herstellen, welche die Gemüsepflanzen mit Nährstoffen versorgen. Der natürliche Flüssigdünger bringt wieder Power in den Garten.

Im Gemüsegarten vollbringen Tomaten, Kohl und Maispflanzen Höchstleistungen: Innert weniger Monate wachsen aus Setzlingen stattliche Pflanzen heran, die bei optimalen Bedingungen eine grosse Ernte liefern. Wer so viel leistet, will ordentlich verpflegt werden. Eine nährstoffreiche Nahrung für den Gemüsegarten bieten selber hergestellte Pflanzenjauchen aus Kräutern wie Beinwell oder Brennnessel. Gerade für den biologisch gepflegten Hausgarten sind sie eine ideale Ergänzung zu Kompostgaben. Sie stärken die Wuchskraft, aber auch das Immunsystem der Pflanzen, was wiederum Krankheiten und Schädlingen vorbeugt.

Während die Blätter und Stängel des Beinwells zum Ansetzen von unterstützenden Jauchen bis in den August hinein laufend geerntet werden können, ist bei den Brennnesseln Vorsicht geboten. Man schneidet sie vor der Blüte, denn sobald sie einmal Samen angesetzt haben, würde man diese mit der Jauche im ganzen Garten verbreiten. Denn Brennnesselsamen überstehen den Verjauchungsprozess unbeschadet.

Gegen den unangenehmen Geruch der Jauche hilft eine Handvoll Steinmehl
Für das Ansetzen der Jauche zerkleinern Sie die geernteten Pflanzen mit einer Gartenschere und geben sie in ein Kunststoff- oder Steingut-Gefäss. Brennnesseln und Beinwell lassen sich auch gut vermischen. Auf 1 Kilogramm Kraut kommen 10 Liter kaltes Regen- oder gestandenes Leitungswasser. Achten Sie darauf, dass das Gefäss nicht randvoll ist, da die Gärung zur Schaumbildung führt. Ein lose aufgesetzter Deckel oder ein Fliegengitter gewährleisten die für den Prozess nötige Sauerstoffzufuhr und halten Insekten davon ab, die Wasserfläche als Brutstätte zu benutzen. 

Der Standort des Gefässes sollte sonnig und so gewählt sein, dass die entstehenden Geruchsemissionen niemanden stören. Abhilfe gegen den scharfen Geruch schafft das Einrühren einer Handvoll Steinmehl in den ersten Tagen. Nun wird die Brühe mindestens einmal täglich umgerührt. In den nächsten zwei Wochen werden sich Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente aus den eingelegten Kräutern herauslösen, bis ein effektiver Flüssigdünger entsteht. Sobald die Jauche nicht mehr schäumt und sich dunkel verfärbt hat, kommt sie im Gemüsegarten zum Einsatz. Nun freuen sich Tomaten, Gurken, Zucchetti und Co. über wöchentliche Düngergaben in den Wurzelbereich. Dazu die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen.

Wer einmal mit dem Brauen solcher «Zaubertränke» begonnen hat, merkt schnell, wie viel Spass es bereitet, seinen eigenen, natürlichen Flüssigdünger herzustellen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich über Brennnesseln im Garten ärgerte. Die Herstellung von Pflanzenjauchen bietet nämlich eine vorzügliche Gelegenheit, diese zu dezimieren und damit seinem Gemüsegarten erst noch etwas Gutes zu tun

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