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Laufenten

Enten machen Ende mit Schnecken

6 Kommentare Garten, Kleintierzucht | Freitag, 22. März 2013, LID / Eveline Duda

Wenn im Garten statt frischer Salatblätter nur noch Schleimspuren zu sehen sind, ist es Zeit, Enten zu mieten. Denn für diese sind Schnecken Leckerbissen. 

Keine Schnecke weit und breit: Pia Oechslins Laufenten haben ganze Arbeit geleistet. In dem 1'700 Quadratmeter grossen Gartenareal in Lauerz (SZ) findet man nicht den Schimmer einer Schleimspur. Was Oechslin freut, bedauern ihre drei Dutzend indische Laufenten vermutlich ausserordentlich. Sie halten leise vor sich hinschnatternd immer noch Ausschau nach einem kriechenden Leckerbissen.

«Rent a Ent»
«Laufenten fressen zwölf bis fünfzehn Schnecken pro Mahlzeit», erklärt die passionierte Laufentenzüchterin Oechslin, «und sie nehmen am Tag sicher zwei, drei Mahlzeiten ein.» Dabei müssen es nicht immer Schnecken sein, sie vertilgen auch Dickmaulrüsslerlarven, Engerlinge und was halt so kreucht und fleucht im Garten. Dieser Appetit ist die Grundlage von Oechslins Businessmodell: Sie vermietet ihre Laufenten als biologische Schädlingsbekämpfungstruppe an Gartenbesitzer. «Rent a Ent» heisst das auf neudeutsch, und es ist bislang das einzige Angebot dieser Art in der Schweiz.

Das ist erstaunlich, denn Schneckenprobleme stehen auf der Sorgenliste der Gärtnerinnen und Gärtner ganz oben. Das weiss die gelernte Hauswirtschaftslehrerin Oechslin nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch von den vielen Klagen die sie in ihren Gartenbaukursen immer wieder hört.

Baden mit der Ente
Auf die Idee der Entenvermietung kam sie allerdings eher nebenbei. Seit 15 Jahren züchtet Oechslin indische Laufenten vom Schlag «forellenfarbig» und räumt bei Kleintierausstellungen oft den Rassensieg ab. Das machte sie bekannt und so wurde sie immer wieder angefragt, wie aufwändig die Haltung von Laufenten ist, was man dabei beachten muss und vieles mehr. Statt Worten setzte sie auf Taten und bot dem einen oder anderen Bekannten an, die Laufentenhaltung am lebenden Objekt temporär auszuprobieren: Die Idee zur Entenvermietung war geboren.

Allerdings blieb es meistens nicht bei einer Vermietung: «Bis auf wenige Ausnahmen waren alle so begeistert, dass sie die Enten behielten.» Nur Leute, die sich nicht auf Dauer an ein Haustier binden wollten, gaben sie wieder zurück. Das kann sie ein Stück weit verstehen: «Wie bei jeder Tierhaltung muss man natürlich jeden Tag nach ihnen schauen, sie am Abend einsperren und am Morgen rauslassen, ihnen Wasser und Futter bieten.» Insgesamt ist der Aufwand allerdings gering, denn Laufenten sind anspruchslos und robust. Enten sind keine Kuscheltiere, sie bleiben lieber unter sich und werden selten handzahm. Eines von Oechslins Tieren war allerdings so zahm, dass es mit ihr im See schwimmen ging – und sich dann auf ihrem Rücken niederliess.

Ein Fünfliber pro Paar und Tag
Das Interesse an der durch und durch biologischen Schädlingsbekämpfung ist gross. Viele Interessenten sagen allerdings wieder ab, wenn sie erfahren, dass die Miete etwas kostet. Dabei ist es Oechslins Anliegen, die Kosten der ganzjährigen Haltung zu decken. Pro Entenpaar samt exklusiver Schlafhütte, dem Zaunmaterial, Bademöglichkeit und Zusatzfutter verlangt sie pro Tag fünf Franken.

Wenn sie manchmal nicht ganz sicher ist, ob es ihren Tieren gut geht, bringt sie die Tiere selbst an den Einsatzort. Das hat sich bereits bewährt: «Einmal hatte jemand nur vier Quadratmeter Grünfläche in der Stadt – da hätten die Enten nicht lange bleiben können.» So nahm sie sie lieber wieder zurück nach Hause. Meistens macht sie die gegenteilige Erfahrung: «Schon mehrmals habe ich Kinder weinen sehen, wenn ich die Enten wieder abgeholt habe.» Nur den Schnecken hat noch niemand nachgetrauert.

Miete muss überlegt sein
Die Laufentenmiete ist zwar einfach, sie sollte aber gut überlegt sein: Auch Leih-Enten müssen täglich betreut werden. Am Abend sollen sie in den Stall, am Morgen raus ins Freie. Obwohl sie sich ihre Nahrung grundsätzlich selbst suchen, ist etwas Beifütterung sinnvoll. Für die Körperpflege ist eine Bademöglichkeit zum Muss. Die Enten können für mindestens zwei Wochen und höchstens für vier Monate gemietet werden. Entenstall, Zaunmaterial, Badegelegenheit und Ergänzungsfutter sind im Mietpreis von fünf Franken pro Ente und Tag eingeschlossen.

Weitere Infos unter www.piasgartenberatung.ch.vu

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Kommentare (6)

Colatrella - Radio Sunshine am 01.05.2015 um 10:15 Uhr
Guten Tag

Ich mache heute einen Beitrag zum Thema Rent a Ent und suche jemanden, der von dieser Dienstleistung profitiert hat und mir erzählen kann, wie das so vor sich ging. Bitte kontaktiert mich über 041 798 88 12. Herzlichen Dank schon mal.

MIchele Keller am 14.06.2014 um 14:32 Uhr
Fressen die Enten denn nicht gleich auch den Salat???

Evelin am 04.05.2014 um 21:17 Uhr
Wir haben seit 3 Wochen Enten von Frau Oechslin. Sie sind wirklich fleissig und fressen die Schnecken. Endlich können wir den selber gezogenen Salat wieder selber geniessen und müssen ihn nicht mit den Schnecken teilen.

Erika Capaul am 02.04.2014 um 22:22 Uhr
Ich kann dies bestätigen ! Habe selber Enten und lasse sie im Garten frei laufen dabei habe ich wirklich keine Schnecken mehr ! Rund um meinen Garten sind Wiesen die nur 2mal im Jahr gemät werden und dort verstecken sich sehr viel Schnecken! Der Bewirtschafter hat nichts dagegen wenn meine Enten einen Abstecher in sein Feld machen! Super Tiere! Meine Enten sind pro specia rara Enten ( Pommernenten )

Redaktion «Tierwelt» am 10.07.2013 um 08:56 Uhr
Guten Tag,

Alle weiteren Infos finden Sie auf der Website von Pia Oechslin (http://www.piasgartenberatung.ch.vu).
Dort finden Sie auch eine E-Mail- sowie eine Postadresse und Telefonnummern.

Freundliche Grüsse,
Die «Tierwelt»-Redaktion

PS: Lassen Sie uns doch wissen, ob die Methode bei Ihnen funktioniert.

john florian am 09.07.2013 um 20:33 Uhr
ich bitte um konntakt daten... ich selber bin von der schneckenplage betroffen und möchte dies versuchen...

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