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Kleintierhaltung

Hauptsache nicht allein

Andere Haustiere | Montag, 21. August 2017, Michael Krabs

Gleich und gleich gesellt sich gern. Das gilt für einige Haustiere ganz besonders: Soziale Arten und Rassen dürfen nie alleine gehalten werden, sondern brauchen mindestens einen Artgenossen, um sich wohlzufühlen.

Degus werden immer beliebter. Sie sind weich wie Kaninchen, quirlig wie Mäuse und robust wie Meerschweinchen. Die drolligen Nager können sehr zutraulich werden. Es sind atemberaubende Kletterkünstler mit ausgeprägtem Entdeckungsdrang. Mit vier bis zehn Jahren haben sie eine deutlich höhere Lebenserwartung als Hamster oder Mäuse. Keine Frage, die südamerikanischen Nager aus der Gattung der Strauchratten haben viele Vorzüge. Doch es gibt auch einen Haken: Degus sind nicht nur sehr bewegungsfreudig, sondern auch gesellig. Alleine oder in einem kleinen Käfig kann man sie nicht halten. Es muss schon ein Gehege mit Klettermöglichkeiten und mindestens zwei Tieren sein. Den Platz dazu hat nicht jeder.

Gesellige Tiere werden häufig falsch gehalten. Aus Unkenntnis oder damit die Tiere sich allein auf den Menschen konzentrieren, gibt es noch immer Meerschweinchen, Degus oder Papageien, die ein tristes Einzeldasein fristen. Die Tiere leiden unter der Einsamkeit, denn auch ein liebevoller Mensch mit viel Zeit kann die Artgenossen nie ersetzen. Auch die Besitzer machen sich damit keine Freude. Oft sind anstrengende Verhaltensstörungen die Folge.

Meerschweinchen etwa reagieren apathisch oder mit ständigem Fiepen, wenn sie sich alleine fühlen. Sie stammen ebenso wie die Degus ursprünglich aus Südamerika, wo sie in Gruppen Erdbauten bewohnen. Die Tiere sprechen den ganzen Tag miteinander. Sie quieken, pfeifen, gurren oder glucksen. Meerschweinchen müssen darum von Gesetzes wegen mindestens zu zweit gehalten werden und brauchen täglichen Auslauf. Besonders gut vertragen sich zwei Weibchen, die miteinander aufgewachsen sind.

Der Mensch spielt die zweite Geige
Wenig bekannt ist auch, dass es Katzen gibt, die nicht gerne alleine sind. Die Birmakatze ist so eine. Sie ist besonders menschenbezogen und hat einen freundlichen, aufgeschlossenen Charakter. Sie ist nicht geeignet für Single-Haushalte, in denen der Besitzer ganztägig arbeitet und nicht zumindest ein tierischer Spielgefährte zur Verfügung steht.

Ähnlich ergeht es dem Whippet, der extrem sensibel und gesellig ist. Der agile Windhund ist bekannt dafür, dass er jeden unbequemen Platz gerne in Kauf nimmt, Hauptsache, er ist seiner Familie oder anderen Haustieren nah. Es ist völlig normal, dass sich Whippets förmlich übereinanderstapeln, nur um eng zusammenliegen zu können.

Was für Whippets gilt, gilt erst recht für Papageien. Die Unzertrennlichen oder auch «Liebesvögel» sind der Inbegriff der Geselligkeit. Die kleinen Zwergpapageien sitzen den ganzen Tag zusammen und kraulen sich gegenseitig das Gefieder. Es ist völlig ausgeschlossen, sie alleine zu halten. Auch in ihrer afrikanischen Heimat leben sie als Koloniebrüter. Es gibt sie in den verschiedensten Farben. Robust und recht leicht zu halten sind die Rosenköpfchen, Schwarz- und Pfirsichköpfchen. Sie werden in grosser Zahl nachgezüchtet und sind auch für den Einsteiger in der Vogelhaltung geeignet.

Rosen-, Schwarz- und Pfirsichköpfchen gleichen sich in Statur, Lautstärke und Temperament. Für welche Art man sich als Einsteiger entscheidet, ist daher Geschmacksache. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man bei so geselligen Vögeln immer nur die «zweite Geige» spielt. Sprechen lernen sie nicht und auch mit der Zahmheit ist es nicht so weit her – denn ein Partner der eigenen Art ist ihnen allemal lieber als ein Mensch.

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