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Geflügelzucht

Darauf kommt es bei Bruteiern an

Geflügel | Mittwoch, 21. März 2018, Fabian Schenkel

Form, Schale und Inhalt eines Bruteis sind noch lange nicht das Mass aller Dinge. Es kommt auch auf die richtige Lagerung bis zum Brutbeginn an, genauso wie auf die vererbten Gene.

Wenn ein Huhn ein Ei legt, so muss dieses nicht warm bleiben, damit einmal ein Küken daraus schlüpft. Der Brutprozess beginnt erst, wenn das Ei in den Brutkasten kommt. Doch ab diesem Zeitpunkt sollte keine Unterbrechung und Temperaturschwankung mehr erfolgen. Bis es aber so weit ist, gibt es noch viele Schritte zu beachten. Nicht jedes Ei ist für den Brutzweck geeignet. War kein «Güggel» bei den Hennen, so sind die Eier nicht befruchtet und es wird nie Küken geben. 

Damit Hühner wissen, wohin sie ihre Eier legen sollen, müssen genügend Legenester zur Verfügung stehen. Werden sogenannte Fallnester eingesetzt, die sich nach dem Eintritt schliessen, damit erkannt werden kann, von welchem Huhn welches Ei kommt, so bedürfen diese einer regelmässigen Kontrolle. In den Morgenstunden sollten die Legenester stündlich kontrolliert werden, damit Hühner schnell wieder an den Futtertrog können.

Legenester sind an einem dunkleren Ort im Stall zu positionieren. Von Natur aus legt ein Huhn seine Eier immer zu bereits gelegten Eiern. Mit Gipseiern kann man den Hennen ein Gelege vortäuschen, um sie so ins Nest zu locken. Finden die Hennen den Weg dorthin, dann bleiben die Eier sauber. 

Eier nicht waschen
Die Beschriftung der Eier, für den Nachweis der Abstammung, erfolgt vorzugsweise mit einem Bleistift. Am besten beschriftet man das Brutei mit der Ringnummer der Henne oder der Nummer des Zuchtstandes auf der stumpfen Seite. Nicht zu empfehlen ist ein Filzstift, denn davon könnten Inhaltsstoffe ins Innere des Eis vordringen. 

Im Hühnerstall ist darauf zu achten, dass die Eier sauber bleiben. Bruteier sollten nicht gereinigt werden, da sie von den Hennen kurz vor dem Legen mit einer feinen, schützenden Ölschicht überzogen werden. Durch Wasser wird diese Schicht weggeputzt, was dazu führt, dass die Feuchtigkeit im Innern schneller verdunstet. Zudem wird beim Putzen von Eiern meist der daran haftende Kot mit seinen Bakterien verschmiert und so die Poren verstopft, was später wiederum den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch beim Brutprozess erschwert und somit die Resultate schmälert. 

Eier sollten täglich eingesammelt und an einem kühlen Ort gelagert werden. Beim Zukauf von Eiern, die einen längeren Transport hinter sich haben, sollten diese für mindestens 24 Stunden vor dem Einlegen ruhen. Bei einem Versand ist die Verpackung das A und O. Das simple Einpacken in Eierschachteln reicht oft nicht aus: Am besten wird jeder Winkel mit Sägemehl ausgestopft. So überleben die Eier den Versand ohne Schaden. Noch vor der Lagerung sollten die Eier auf deren äussere Eigenschaften überprüft werden, damit die weniger schönen direkt in der eigenen Küche verarbeitet werden können.

Täglich einmal wenden
Bruteier sollten nicht länger als zehn Tage gelagert werden. Je länger die Lagerung, desto länger die Brutdauer und desto geringer der Bruterfolg. Die Lagerung der Eier erfolgt am besten in einem Keller bei einer Temperatur von acht bis zehn Grad Celsius. Die Sonne sollte nicht direkt in den Raum und schon gar nicht auf die Eier strahlen, da diese dadurch erwärmt werden. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt idealerweise bei etwa 70 Prozent. 

Die Eier sollten täglich einmal gewendet werden. In den Eierschachteln werden die Bruteier am besten auf den Spitz gestellt. Unter die Schachtel sollte man eine zwei Zentimeter dicke Holzlatte legen, sodass die Eier schräg lagern. Jetzt gilt es, die Latte jeden Tag auf die andere Seite zu schieben. So kann man viele Eier innert Kürze schnell einmal «wenden».

Jede Henne legt ganz unterschiedlich geformte Eier. Zu spitze, zu lange oder anderweitig deutlich unförmige Exemplare sollten nicht als Bruteier eingesetzt werden. Die darin heranwachsenden Küken haben später Probleme, aus dem Ei zu schlüpfen. Oftmals kommen solche Eier von derselben Henne. Ebenfalls nicht verwendbar für die Brut sind Eier mit Rissen, dünner oder poröser Schale oder mit Kalkablagerungen. Der dadurch provozierte grössere Wasserverlust hätte negative Auswirkungen auf den Brutprozess. Ein übergrosses Ei eignet sich ebenfalls nicht für die Brut, weil sich darin meistens zwei Eidotter befinden. Wer also Eier mit den oben genannten Eigenschaften findet, sollte diese besser in der Küche einsetzen. 

Wenn man die Schalenqualität noch genauer überprüfen möchte, so muss man dazu gemäss dem Fachbuch «Die künstliche Brut» von Walter Kupsch zunächst das spezifische Gewicht ermitteln. Dieses sollte zwischen 1075 und 1080 liegen. Dazu wird eine Kalziumchloridlösung hergestellt und genau auf das spezifische Gewicht eingestellt. Die Eier, die darin schwimmen, sind zu leicht, haben zu viel Luft im Innern und sollten nicht zum Brüten verwendet werden. Eier, die in der Lösung sinken, sind schwer genug und gehören in den Brutapparat. Ein viel einfacheres Messverfahren ist die Überprüfung des rassenspezifischen Idealgewichts der Bruteier. Dieses ist, wie die Schalenfarbe auch, im offiziellen Geflügelstandard vermerkt. 

Auch das Verhältnis zwischen Eigelb und Eiweiss, sagt Stromberg, gebe Aufschluss über den Bruterfolg. Bei einer durchschnittlichen Verteilung von zwei Teilen Eiweiss auf zwei Teile Eigelb sei der Bruterfolg am grössten. Weiche das Verhältnis ab, habe dies einen negativen Einfluss.

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