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Hühnerstall

Dem Nachwuchs kräftig einheizen

Geflügel | Donnerstag, 10. April 2014, Fabian Schenkel

In den ersten Lebenstagen ist genügend Wärme für Küken überlebens wichtig. Ob diese von einem Strahler, einer Wärmeplatte oder einem geheizten Kükenheim kommt, ist egal. Je nach Stallung eignet sich die eine Variante besser als die andere. 

Die Deluxe-Variante ist das Kükenheim. Es ist eine aus Sperrholz errichtete Box mit einer Plexi glasschiebetür und einem Lüftungsgitter in der Front. In einem durchdachten Kükenheim ist der Boden mit einer Kotschublade versehen, was dem Züchter das regelmässige Ausmisten erleichtert. Im besten Fall ist das Kükenheim mit einer Heizung ausgestattet, bei der sich die Wärme über einen Thermostat stufenlos regulieren lässt.

Ein solcher Stall für die Kükenaufzucht erleichtert das Leben für den Züchter ungemein, allerdings kostet er einige Hundert Franken. Die Aufzuchtboxen eignen sich für verschiedene Geflügelarten und bieten je nach Grösse für einige Dutzend Küken Platz. Damit die Kükenaufzuchtbox nach dem Frühling weiter benützt werden kann, hat sich ein Hersteller etwas Besonderes einfallen lassen: Die Wärmeplatte ist nicht fix installiert, sondern nur vorgesehen, und so kann die Box auch als Quarantänestation für Hühner oder als Stallung für Wachteln eingesetzt werden.

Die Wärme von der Platte
Die Heizplatte – über ein Netzkabel mit Strom versorgt – ist eine günstige Alternative zum Kükenheim. Bei einer 25 × 25 Zentimeter grossen Platte ist man mit Anschaffungskosten von 40 Franken dabei. Die etwas grössere Wärmeplatte von 40 × 60 Zentimeter reicht für bis zu 60 Küken und ist im Fachhandel für 74 Franken erhältlich. Diese Heizplatte ist für verschiedene Hühnerrassen geeignet und simuliert die natürliche Wärme der Mutterhenne.

Dunkelstrahler
Mit dem Dunkelstrahler haben die Küken stets genügend
Wärme und nie zuviel Licht.


Infrarot-Wärmestrahler
Der Infrarot-Wärmestrahler darf nicht ständig leuchten, da die
Küken Ruhephasen brauchen.
Bilder: Fabian Schenkel

Die Installation ist sehr einfach, an jeder Ecke ist die gelbe Kunststoffstange einzusetzen. Diese rastet in verschiedenen Höhen ein, damit sie dem Wachstum der Küken angepasst werden kann. Die Entfernung der Wärmeplatte zum Boden sollte mindestens so hoch sein, wie ein stehendes Küken gross ist. Wöchentlich ist die Höhe neu zu justieren und der Kükengrösse anzupassen. Sollten die Küken piepsend unter der Heizplatte stehen, ist ihnen zu kalt. Meiden sie die Platte, haben sie zu warm. Wenn sie ruhig darunterliegen, dann gefällt ihnen die Temperatureinstellung.

Dauerbeleuchtung verboten
Eine weiteres Mittel, den Küken die notwendige Wärme zukommen zu lassen, ist die Wärmelampe, auch -strahler genannt. Der Hitze wegen müssen die Wärmestrahler in eine Keramikfassung und am besten in der dafür vorgesehenen Lampenfassung montiert werden. Einige dieser Schutzkörbe haben einen Sparschalter integriert, damit die Wärme lampe nur 50 Prozent der Hitze produziert. Der Schutzkorb ist im Handel für 27 Franken erhältlich und sorgt für eine ideale Wärmeabstrahlung und dank der verbesserten Luftzirkulation für einen geringeren Hitzestau in der Fassung. Nebst dem 2,5 Meter langen Anschlusskabel ist die Lampenfassung mit einer 2 m langen Kette und einem Karabinerhaken ausgestattet. Dadurch kann die ideale Höhe der Lampe einfach justiert und dem Wachstum der Küken angepasst werden.

Früher wurden in solchen Lampen oft Infrarotlampen, die stets rot leuchten, eingesetzt. Noch heute sind solche Strahler für zehn Franken im Handel erhältlich. Was früher ein 250-Watt- Strahler konnte, erreicht heute dank der Spiegelqualität bereits eine 175-Watt-Birne, daher lassen sich die Stromkosten um 30 Prozent reduzieren. Doch um den Küken eine Ruhephase zu verschaffen, wie sie das Tierschutzgesetz auch vorschreibt, dürfen solche rot leuchtenden Wärmestrahler nicht mehr 24 Stunden eingesetzt werden. Sind die Küken ununterbrochen dem Licht ausgesetzt, gehen sie viel öfter zum Futtertrog und wachsen schneller.

Deshalb sind heute oft Dunkelstrahler im Einsatz. Die Anschaffungskosten liegen bei knapp 30 Franken. Das Elstein-Werk in Deutschland ist die erste Fabrik, welche keramische Infrarotstrahler herstellte und darauf ein Patent anmeldete. Diese Wärmebirnen werden ebenfalls mit dem E27-Gewinde in die Lampenfassung eingeschraubt und so sicher installiert. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen vom Terrarium bis zum medizinischen Einsatz. Durch die Verwendung handelsüblicher Dimmer lässt sich die Leistung individuell einstellen. Zu kaufen gibt es die Dunkelstrahler in zwei Leistungsstufen von 150 und 250 Watt. Bei dem elektrischen Anschluss sind Porzellanfassungen oder Metallfassungen mit Porzellaneinsatz zu verwenden. Die Fassungen dürfen keine Kunststoffkomponenten enthalten. In der Aufzucht sind die Elstein-Dunkelstrahler einfacher in der Handhabung, weil die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhephasen mit dem Tageslicht automatisch gesteuert werden.

Der Vorteil der Beweglichkeit
Die ideale Temperatur für Küken liegt in den ersten Tagen zwischen 31 und 32 Grad. Dann sollte die Stalltemperatur kontinuierlich sinken. Als Faustregel gilt für den Züchter: um zwei Grad pro Lebenswoche senken, bis sich die Temperatur in der zehnten Lebenswoche zwischen 18 und 22 Grad einpendelt. Bekommen die Küken die Wärme durch einen Wärmestrahler, so ist es den Küken freigestellt, ob sie sich direkt darunterstellen oder von der Heizquelle wegbewegen. Das heisst, die Tiere können ihren Wärmebezug nach Bedarf selbst regulieren.

Wird der gesamte Raum aufgeheizt, ist dies nicht möglich und die Wärme muss regelmässig kontrolliert werden. Wie die Geflügelzüchter in ihren Ausbildungsunterlagen vom Aviforum lernen, führt eine zu tiefe Stalltemperatur zu schlechtem Wachstum. Die Küken sind krankheitsanfälliger und die Sterberate ist höher. Zudem brauchen sie mehr Futter zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, die Futterverwertung ist aber geringer. Umgekehrt ist es bei einer zu hohen Temperatur: Da reduziert sich der Futterkonsum, weil die Tiere der Hitze wegen weniger fressen. Durch die Wärme steigt aber die Infektionsanfälligkeit und der Hitzestress reduziert die Infektionsabwehr. Oft treten Todesfälle auch durch Kreislaufversagen auf.

So zeigen Küken das Stallklima an

  • Bei idealer Temperatur und Lüftung bewegen sich die Küken frei und sind gleichmässig im Stall verteilt.
  • Bei zu hoher Temperatur meiden die Küken die Wärmequelle, breiten ihre Flügel aus und haben den Schnabel offen, um zu atmen.
  • Bei niedriger Temperatur drängen sich die Küken dicht um die Wärmelampe aneinander.
  • Bei Zugluft drängen sich die Küken aneinander und meiden den Stallbereich mit Zugluft.

Art. 33 Abs. 5 der Tierschutzverordnung:
Die Lichtphase darf nicht künstlich über 16 Stunden pro Tag ausgedehnt werden, ausgenommen bei Küken während der ersten drei Lebenstage, in denen die Lichtphase auf 24 Stunden verlängert werden darf. Bei der Verwendung von Beleuchtungsprogrammen kann die Lichtphase in der Legehennenaufzucht verkürzt werden.

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