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Brut

Auf das Ei kommt es an

Geflügel | Donnerstag, 20. März 2014, Fabian Schenkel

Ausschlaggebend für ein erfolgreiches Ausbrüten von Küken sind die Eier. Wie sind sie beschaffen und wie werden sie am besten vorbereitet?

Vielfach geistert die Meinung umher, dass die Eier noch warm, unmittelbar nach der Eiablage in den Brutapparat gelegt werden müssten. Dem ist nicht so. Das Ei kann bis zum Start des Brutprozesses noch bis zu zehn Tage kühl gelagert werden. Je schneller das Ei auf Lagertemperatur abgekühlt ist, desto besser. Deshalb und auch wegen der Verschmutzung ist ein schnelles Einsammeln gut. Sollte Verschmutzung in einem Stall oft vorkommen, ist nach der Ursache zu suchen. Ist sie im Legenest? Wenn die Eier dort wegrollen können, ist eine Verschmutzung wenig wahrscheinlich. Andere Gründe können ein vernachlässigtes Kotbrett oder Dreck im Bereich des Hühnertürchens sein.

Für die Brut sind schmutzige Eier ungeeignet, sie haben eine geringe Schlupfrate. Zugleich sind sie eine Gefahrenquelle für Krankheiten. Sollte doch einmal ein Ei verschmutzt sein, kann es mit einem extra Schwamm für Hühnereier gereinigt werden. Gemäss Anderson Browns Handbuch zur Kunstbrut geht das auch mit Sandpapier. Stark verschmutzte Eier können in lauwarmem Wasser gebadet werden, dabei löst sich der Schmutz und dringt dank der Wärme nicht in die Poren ein.

Vor der Lagerung sortiert man die Bruteier nach deren Beschaffenheit. Für jede Rasse ist im Europastandard der Rassegeflügelzucht ein Mindestgewicht und eine Schalenfarbe beschrieben. Erreicht ein Ei das Gewicht nicht oder hat es eine andere Färbung, ist es für die Nachzucht nicht geeignet. Auch kreisrunde oder sehr zugespitzte Eier sollten für die Brut nicht verwendet werden. Ebenfalls abzuraten ist von Eiern mit stark poröser Schale oder Kalkablagerungen, weil sie den Schlupf negativ beeinflussen.

Grosse und kleine Eier trennen
Nach dieser ersten Aussortierung werden die als Bruteier tauglichen bei etwa 12 bis 13 Grad und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent gelagert. Die Lagerdauer sollte 10 Tage nicht überschreiten, denn mit jedem Tag nimmt der Luftgehalt im Ei zu und das Nahrungsmittelreservoir für das heranwachsende Tier ab. Aus zu lange gelagerten Bruteiern können Küken meist schlecht schlüpfen.

Schon während der Lagerung müssen die Bruteier regelmässig gewendet werden. Ideal dafür ist ein grosser Eierkarton, in den man die Brut­eier auf den Spitz stellt. Der Karton wird auf einer Seite mit einer Holzlatte unterlegt und diese täglich auf die andere Seite verschoben. So lassen sich die Eier schnell «wenden». Bevor die Eier in den Brutapparat kommen, wärmt man sie über Nacht auf Zimmertemperatur auf. Am besten stellt man sie dabei gleich nach ihrer Grösse zusammen. Denn, bebrütet man Eier einer Gross- und einer Zwergrasse im selben Brut­apparat, unterscheiden sich die Eierhorden in den Rollenabständen zu stark, um sie richtig wenden zu können.

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