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Mauser

Die Garderobe der Saison anpassen

Geflügel | Donnerstag, 17. Oktober 2013, Fabian Schenkel

Hybridhühner legen nicht nur extrem viele Eier, sie werden auch durch Fütterung und Lichtsteuerung zum Wechsel des Federkleids gezwungen. Beim Rassegeflügel beginnt die Mauser dagegen nun auf natürliche Weise.

Die kürzer werdenden Tage im Herbst führen bei den Hühnern zur Einstellung der Legetätigkeit und der Federwechsel tritt ein. Die Mauser wird hormonell gesteuert. In dieser Zeit brauchen die Tiere ihre ganze Energie für die neu wachsenden Federn. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die vielen mit Blut gefüllten Federkiele, die mitunter den Grund für einen erhöhten Nährstoffbedarf ausmachen.

Es kann durchaus sein, dass Hühner in dieser Zeit bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Wie man der Literatur entnehmen kann, war dies den Züchtern schon vor über 100 Jahren bekannt. Damals verfütterte man Gerste, Fleisch, gedämpfte Kartoffeln und in Bier eingeweichtes Brot. Dazu gab es Hafer, Mais- und Knochenschrot und dem Wasser wurde Eisen und Salz beigefügt. – Zusätze, die heute dank ausgewogenem Futter nicht mehr nötig sind.   

Ist in grossen Herden die Legetätigkeit nicht mehr zufriedenstellend, kann diese vollständig zum Erliegen gebracht werden, damit ein neuer Legezyklus gestartet wird. Wird die Mauser so veranlasst, wird die ganze Herde nach etwa zehn Tagen keine Eier mehr legen und der Federausfall beginnt am 12. bis 15. Tag danach. Da Belastungssituationen mit Futter-, Wassermangel oder extremen Temperaturschwankungen zur plötzlichen Mauser führen können, wird der Futtermangel in Kombination mit der Lichtsteuerung als Auslösefaktor benützt. Beim Wirtschaftsgeflügel sind die Tage durch die gesteuerte Lichtdauer immer gleich lang. Dadurch verfallen die Hennen nicht automatisch in die Mauser und legen so das ganze Jahr über Eier.

Die Mauser kann abseits des natürlichen Zyklus bewusst eingesetzt werden
Werden Hybridhühner ausnahmsweise für zwei Legeperioden eingesetzt und nicht bereits nach 15 Monaten geschlachtet, wird die Mauser durch Licht- und Futterreduktion  eingeleitet. Diese Zwangsmauser hat zusätzlich den Vorteil, dass alle Hennen gleichzeitig Federn wechseln. Üblicherweise haben die Legehennen zehn bis zwölf Stunden Licht. Die Beleuchtungsdauer wird dann schrittweise reduziert. Damit kein Licht durch die Fenster des Hühnerhauses eindringt, sind diese abzudunkeln. Nach dem «Lehrmittel zum Geflügelfachmann» vom Aviforum wird nicht nur die Lichtdauer verkürzt, sondern auch das Futter gewechselt. Dazu lässt man die Tröge ausfressen und verabreicht nach einer kleinen Hungerphase ein nährstoffärmeres Futter. Oft Weizenkleie und Muschelkalk. Die Fütterungsumstellung bewirkt einen Calcium-Natriumchlor-Mangel, welcher den Leistungsabbruch für den Federwechsel forciert. Einige Futtermühlen bieten sogar ein spezielles Mauserfutter an.

In der Wirtschaftsgeflügelzucht dürfen die Hühner während der Einleitungsphase zur Mauser nicht in den Auslauf. Sie bleiben so ruhiger und können ihre Energie für den Federwechsel anstatt für die Futtersuche im Auslauf einsetzen. Da in dieser Zeit nicht die ganze Haut mit Federn besetzt ist, sind die Tiere besonders von Erkältungen gefährdet. Am besten schützt auch der Hobbyhalter seine Hühner, indem er sie bei nasskaltem Wetter nicht nach draussen lässt.

In der Wirtschaftsgeflügelzucht wird nach rund eineinhalb Wochen die Lichtphase wieder schrittweise verlängert. Zugleich wird die Verfütterung von Legehennenmehl gestartet. In den ersten Tagen nur rationiert, bevor das Futter anschliessend wieder zur freien Verfügung steht. Grundsätzlich gilt, je länger die Ruhephase bei den Hennen, umso besser die Legeleistung in der darauffolgenden Legeperiode. Die Ruhephase hat auch positive Auswirkungen auf die Schalenqualität der Eier. Die Hybridhühnern starten nach zwei bis drei Wochen Ruhe wieder mit dem Legen, bei den Rassehühnern geht es etwas länger. Die  Vollmauser dauert etwa zehn bis zwölf Wochen.

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