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Einstieg in die Taubenzucht

Tauben züchten – ein Hobby für jedermann

1 Kommentare Tauben | Freitag, 17. Januar 2014, Wilhelm Bauer

Stressabbau, Beschäftigung mit Tieren und Einblicke in biologische Abläufe. Kurzum: die Faszination Taube jeden Tag aufs Neue erleben. Das ist es, was Taubenzüchter antreibt. Es ist ein Hobby für jedermann. Rassetauben Schweiz leistet dabei wertvolle Unterstützung.

Für Taubenzüchter ist es längst klar: Es gibt kein schöneres und sinnvolleres Hobby als die Beschäftigung mit Tauben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich für eine der mehreren Hundert verschiedenen Rassetauben, die Akrobaten der Lüfte, die sogenannten Flugtauben oder gar für das «Rennpferd des kleinen Mannes», die Brieftauben entscheidet. Tauben versprühen einen ganz besonderen Reiz, dem ihre Züchter meistens im positiven Sinn verfallen sind. Es ist diese aussergewöhnliche Faszination, die man erst nachvollziehen kann, wenn man sie einmal erlebt hat.

Einen besonderen Stellenwert hat unter den Freizeitbeschäftigungen natürlich die Tierzucht. Wer sich dafür entscheidet, Tierzucht und -haltung zu betreiben, dem muss klar sein, dass er für die Fürsorge der ihm anvertrauten Tiere verantwortlich ist. Als ich Kind war, hat mir mein Grossvater regelrecht eingehämmert, dass er jederzeit an den Kühlschrank könne, seine Tauben und Hühner aber nicht. Sie seien darauf angewiesen, dass er ihnen Futter und frisches Wasser bringt. Kam er nach Hause, war der erste Gang zu den Tieren, um diese zu versorgen.

Um dem Menschen nah zu sein, geben Tauben einen Teil ihrer Freiheit auf
Es war eine Freude zu sehen, wie die Hühner zum Zaun rannten, um ihren Besitzer zu begrüssen, und die Tauben auf dem Dach schon aufflogen, als sie das Auto nur kommen sahen. Erst als alles versorgt war, setzte sich mein Grossvater an den Tisch zum Abendessen. Diese Eindrücke waren so prägend und vor allem verständlich, dass ich heute genauso verfahre.

Unter allen Haustieren nimmt die Taube in ihren Varianten eine besondere Stellung ein. Denn während man davon ausgehen kann, dass der Grossteil der Urformen der Haustiere vom Menschen gezähmt wurde, hat sich die Taube dem Menschen freiwillig angeschlossen. Bis heute ist die Taube das Haustier, das in Freiheit gehalten werden kann und «seine» Menschen nicht verlässt. Tauben suchen regelrecht die Beziehung zum Menschen. Sie gehen auf den Menschen zu und geben damit freiwillig einen Teil ihrer Selbstständigkeit auf. Es ist also ein Geben und Nehmen, auf das sich Tauben und Menschen schon vor mehreren Tausend Jahren eingelassen haben. War es an erster Stelle der wertvolle Dünger und der eine oder andere leckere Braten, ist es heute hauptsächlich die Freude an der Beschäftigung mit dem Geschöpf «Taube» und all ihren positiven Eigenschaften.

Der Nutzgedanke ist nicht mehr dominant
Man darf aber nicht übersehen, dass die veränderten Lebensbedingungen von uns Menschen diesen Wandel erst ermöglicht haben. Mit der heute teilweise verzerrten Ansicht in Bezug auf die frühere «Nutzung» von Tauben hätten unsere Vorfahren vor hundert Jahren sehr wenig anzufangen gewusst. Hier stand bei aller Freude an der Schönheit und in begrenztem Mass auch der Beschäftigung der Nutzgedanke im Vordergrund.

Seien wir froh darüber, dass hier ein Wandel stattgefunden hat. Ermöglicht er es doch, dass sich auch Menschen mit Tauben beschäftigen können, die dies früher nicht hätten tun können. Leider gehören aber Tauben nicht mehr zu einem Bauernhof, wie noch vor Jahrzehnten. Da wusste jedermann, dass es verschiedene Taubenrassen gibt. Heute ist der Bekanntheitsgrad meistens auf Brieftauben und die teilweise verhassten Stadttauben beschränkt. Gerade die Rassetauben sind es aber, die ein besonderes Stück menschlicher Kulturgeschichte darstellen, und zwar unabhängig davon, ob man auf dem Land oder in der Stadt lebte. Während man in den ländlichen Gebieten mehrheitlich die Farben- und Formentauben antraf, dominierten in den Städten die Tümmler, die sich durch ihr Flugspiel auszeichneten.

Heute hat sich das längst geändert und die Rassen haben eine grosse Verbreitung allerorten gefunden. Dennoch hat sich die Taubenzucht und -haltung immer mehr zu einer Freizeitbeschäftigung gewandelt, die bedauerlicherweise in einer Nische betrieben wird. Sie ist nicht mehr allgegenwärtig. Alleine schon aus diesen Gründen ist es deutlich schwieriger, neue Interessenten für das Hobby zu begeistern. Man mag nur, was man kennt! Das trifft auch ohne Einschränkung auf die Taubenzucht zu. Die vielen schönen Kleintieranlagen sind eine perfekte Werbemöglichkeit und werden von der Bevölkerung gerne besucht. Vielleicht hat sich schon in manch einem der Wunsch gebildet, selber Tauben zu halten. Vieles mag dafür und einiges dagegen sprechen.

Rassetauben Schweiz ermöglicht eine finanziell sorgenfreie Taubenzucht
Rassetauben Schweiz als Dachverband hat nun ein Konzept entwickelt, das zumindest den finanziellen Aspekt in den Hintergrund rücken lässt. Interessenten an der Taubenzucht wird nämlich nun die Chance geboten, von Rassetauben Schweiz einen nach neuesten und tierschutzkonformen Anforderungen gebauten Taubenschlag samt Voliere zu «leasen». Wird die Taubenzucht eingestellt, muss der Taubenschlag wieder abgegeben werden. Ist die Taubenzucht jedoch zur erfüllenden Freizeitbeschäftigung geworden, kann die Anlage erhalten bleiben und geht in den endgültigen Besitz des Züchters über.

Vor allem für Jugendliche bietet dieses Angebot die nötige Unterstützung, wenn die Eltern nicht voll hinter der Sache stehen oder die nötige Hilfe nicht leisten können. Damit hat jeder die Möglichkeit, Tauben zu züchten, wenn er es möchte. Zweifelsfrei eine tolle Idee, die Rassetauben Schweiz hier entwickelt hat, und die bestimmt auch den nötigen Schub leistet. Für eine Taubenzucht sind keinesfalls eine riesige Stückzahl an Tieren und üppige Platzverhältnisse nötig. Schon mit wenig Platz lässt sich erfolgreich eine Taubenzucht betreiben.

Wenn Sie nun als Leser interessiert sind, sich aber in der Taubenszene nicht auskennen, ist das kein Problem. Die Obmänner für Tauben in den örtlichen Vereinen sind erste Ansprechpartner. Hinzu kommt Rassetauben Schweiz und nicht zuletzt bietet der Besuch einer Ausstellung einen ersten Einblick in die Welt der Tauben. Am 21./22. Dezember findet in Bulle FR die Nationale Taubenausstellung der Schweiz statt. Mit fast 4000 ausgestellten Tieren kann man da regelrecht in die Vielfalt der Tauben eintauchen. Man wird erstaunt sein, wie unterschiedlich das Äussere von Tauben sein kann. Hier können erste Kontakte geknüpft oder unverbindlich ein Blick in die Szene geworfen werden.

Taubenzucht – ein Hobby für jedermann! Ein Slogan, der bis zum heutigen Tag nichts von seiner Aktualität verloren hat. Lassen Sie es auf einen Versuch ankommen und lassen Sie sich auf Neues ein! Sie werden es bestimmt nicht bereuen. 

Nähere Informationen zur Unterstützung von Rassetauben Schweiz bei Präsident Erwin Bär, Sägestrasse 2, 8274 Tägerwilen, 071 667 01 56, erwin.baer@kleintiere-schweiz.ch

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Kommentare (1)

Damböck am 05.02.2017 um 09:37 Uhr
Hallo Zuchtfreund,
ich habe deine Tauben bewundert, wie heissen die und was kostet ein Paar und würdest du auch verschicken ?

gib mir bitte Bescheid

mfg.
Heinz

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