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Volierengestaltung

Zeitungslektüre am Boden

Ziervögel | Montag, 21. August 2017, Lars Lepperhoff

Viele Vögel halten sich gerne am Boden auf. Doch wie sollte dieser gestaltet sein? Ob Zimmervoliere oder Aussenvoliere, es gibt dafür individuelle Lösungen.

Der Boden ist eine wichtige Dimension im Leben von Vögeln. Nur wenige Arten fliegen nie auf die Erde. Viele afrikanische und australische Prachtfinken, Sittiche und Kakadus suchen gerade am Boden nach Sämereien. Auch Bewohner des Tropenwaldes, ob in Afrika, Asien oder Südamerika, fliegen auf den Boden, etwa auf Lichtungen, um Mineralien aufzunehmen. Wie der Boden in einer Voliere gestaltet wird, ist darum wichtig. Gerade hier können den Vögeln den Lebensraum bereichernde Elemente geboten werden. Es wäre schade, bliebe der Boden einfach kahl.

Nur Vögel, die sich sicher fühlen, suchen den Boden auf. Es gibt innerhalb einer Art Unterschiede im Verhalten, doch wenn Vögel in einer Voliere eingewöhnt sind, fliegen sie gerne auch auf den Boden. Wer Vögel in kombinierten Innen- und Aussenvolieren hält, kann den Boden in der Aussenvoliere abwechslungsreich gestalten und innen ein praktisch zu reinigendes System anwenden wie vielleicht Fliesen, die regelmässig abgespritzt werden.

Doch wie ist es bei Vögeln, die in Zimmervolieren gehalten werden? Oft wird Hanfstreu als Bodendecker verwendet, doch dieses entwickelt Staub, den man gerade in einer Zimmervoliere vermeiden will. Staubfreies Buchenholzgranulat ist da schon besser geeignet.

Vorsicht vor Wurmbefall
Die Reinigung ist nicht ganz einfach, denn oft werden nur die verunreinigten Stellen entfernt. Allerdings fällt auch immer wieder Futter in das Granulat. Wird es nicht regelmässig ausgewechselt, was in einer Zimmervoliere ein aufwendiges Unterfangen ist, sammelt sich gerade in der warmen Jahreszeit Ungeziefer darin. Grundsätzlich ist Buchenholzgranulat eine gute Einstreu für Zimmervolieren, denn es bindet den Kot und Vögel finden es interessant, darin herumzustolzieren und nach Essbarem zu suchen.

Will man den Volierenboden allerdings hygienisch halten, sind alte Zeitungen nach wie vor eine gute Lösung. Und gerade viele Papageien knabbern gerne solche Zeitungen an, sodass man ihnen auch Kataloge, Kartonschachteln und Zeitschriften auf den Boden legen kann. Innerhalb einer Woche sind sie verschreddert. Um zusätzlich Beschäftigung zu bieten, sollten in Schalen Steine offeriert werden. Weitere Schalen mit Sand, Erde und Rindenstückchen bereichern den Bodengrund.

Die Böden von Aussenvolieren können auch optisch schön in Bereiche mit Sand, Gras und Rindenmulch aufgeteilt werden. Wurzeln und Steine können die einzelnen Gebiete abtrennen und sind zusätzliche Anziehungspunkte für die Volierenbewohner.

Vögel, die in solchen Volieren gehalten werden, müssen unbedingt regelmässig gegen Würmer behandelt werden. Indem sie am Boden im Sand graben oder Nahrung aufnehmen, nehmen sie auch Eier von Spulwürmern auf. Der Tierarzt kann einen Wurmbefall im Kot feststellen, und beim Veterinär können auch Wurmmittel bezogen werden, die in der Regel über das Trinkwasser verabreicht werden. Vögel sollten ausserhalb der Brutzeit auf Würmer behandelt werden und während den Behandlungstagen im Innenraum gehalten werden. Während der Behandlungszeit dürfen keine Früchte gereicht werden.

Abwechslung bei Betonböden
Wegen der Wurm- und Parasitenproblematik werden manche Böden von Aussenvolieren betoniert, sodass sie zur Reinigung regelmäs-sig abgespritzt werden können. Vögel in solchen Volieren sollten aber nicht auf natürliche Elemente am Boden verzichten müssen. Mit Gras bepflanzte Schalen können im Wechselsystem in die Volieren eingebracht werden.

Ebenso können Kübelpflanzen im Wechsel in die Volieren gestellt werden. Manchmal ist dieses System sogar noch besser, da sich Pflanzen während einigen Wochen ausserhalb der Volieren erholen und regenerieren können, gerade wenn sie von den Vögeln benagt werden. Auch Gefässe mit Sand, Steinen und Rindenmulch können auf Betonböden gestellt werden. Der Inhalt kann so leicht und regelmässig ausgewechselt werden. Das verhindert auch die Bildung von Spulwurmherden.

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