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Ferienbetreuung

Wo Ziervögel die Ferien verbringen

Ziervögel | Donnerstag, 30. Juni 2016, Lars Lepperhoff

In den Sommermonaten verreisen auch Vogelhalter gerne. Doch was geschieht mit den gefiederten Freunden in Haus und Voliere? Gute Lösungen müssen sorgfältig geplant werden.

Ausspannen am Meer, eine Exkursion in die Herkunftsgebiete unserer Pfleglinge oder Züchterbesuche im Ausland, wie erlebnisreich doch Reisen sein können. Doch was geschieht mit unseren Vögeln zu Hause? Wenn wir nur wenige halten und sie zutraulich sind, können wir sie in einen kleineren Käfig setzen und Bekannten zur Betreuung bringen, sodass wir unsere Ferien sorglos geniessen können. Verbringen wir unsere Ferien innerhalb der Schweiz, können wir sie sogar mitnehmen. 

Wie gut ist es da, wenn wir beispielsweise zahme Papageien mit Geduld trainiert haben, sodass sie selber in eine Transportbox steigen. Sie fürchten sich nicht und machen gerne mit. Wenn zwei Vögel, etwa Kleinpapageien wie das Mohrenköpfchen, während den Ferien zusammen in einen kleineren Käfig gesetzt werden, können Stresssituationen entstehen. Darum sollte zu Hause getestet werden, ob das überhaupt geht und sich die Vögel in veränderten Bedingungen auch verstehen. 

Oft wird in kleinerem Raum der dominantere Vogel den unterlegenen jagen und unterdrücken. Darum ist es meistens besser, die Vögel während den Ferienwochen in kleineren getrennten Käfigen in Sichtkontakt zu Bekannten zu bringen, auch wenn sie sonst zu Hause zusammen leben. 

Wer seine Vögel nicht bei Bekannten unterbringt, kann trotzdem Ferien im Ausland planen. Es gibt Institutionen, die Papageien ferienhalber betreuen. Die Auffangstation für Papageien APS in Matzingen TG (www. auffangstation.ch) beispielsweise betreibt eine Ferienstation für Sittiche und Papageien. Die leitende Tierpflegerin Cathrin Zimmermann sagt: «Es gibt mittlerweile Papageien, die immer wieder kommen. Bleiben sie während mehreren Wochen, integrieren wir sie in sehr grosse Volieren. Feriengäste, die nur während zwei Wochen hier sind, bleiben in kleineren Volieren oder wenn es die Besitzer wünschen in ihren angestammten Käfigen.» 

Zuverlässige Tierliebhaber
Auch die Voliere am Zürcher Mythenquai (www.voliere.ch) nimmt Ferienvögel auf. Die Leiterin, Elisabeth Kehl, widmet sich nicht nur den Volierenpfleglingen und Findelvögeln aus der Natur, sondern betreut auch hingebungsvoll Ferientiere. Dabei werden von Kanarienvögeln über Weichfresser bis zu Sittichen und Papageien aufgenommen. Die Voliere am Zürichsee betreibt Boxen, die hinten und seitlich geschlossen sind, was dem Sicherheitsbedürfnis der Vögel entgegenkommt. Dort werden Ferienvögel untergebracht. Da in beiden Institutionen an jedem Wochentag während des Tages jemand anwesend ist, sind die Vögel nie alleine und werden durchgehend beaufsichtigt. 

Wer Vögel in grossen Zimmervolieren hält oder gar ganze Anlagen betreibt, kommt nicht darum herum, einen Betreuer zu finden, der vor Ort die Fütterung und Pflege übernimmt. Manchmal führen Pensionierte solche Aufgaben zuverlässig und gerne durch. Es gibt auch Tierpfleger, die für solche Einsätze gewonnen werden können. Wer Tiere in einer Kleintierzuchtanlage betreut, hat meistens die Möglichkeit, dass ein Nachbar die Vögel füttern und die Volieren reinigen kann. Ideal sind andere Vogel- oder Tierhalter, die sich um Vögel während Ferienabwesenheiten kümmern. Wichtig ist, dass es sich um zuverlässige Leute mit einem Flair für Tiere handelt. 

Fütterungs- und Reinigungshinweise sowie weitere wichtige Details zu den Vögeln müssen von den Besitzern schriftlich festgehalten werden. Das dient den Ferienbetreuern als wichtige Gedankenstütze und garantiert, dass der Pflegling die richtigen Futterkomponenten und -menge erhält. Wir können nicht erwarten, dass jemand alles, was wir einfach im Gefühl haben, auswendig weiss. 

Ferien für Tierhalter sind möglich, wenn die Betreuung der Vögel gut organisiert wird. Ferien sind aber auch ein typisch menschliches Bedürfnis, das Tieren fremd ist. Der Transport und eine fremde Umgebung bedeuten für Vögel meist Stress, wenn sie nicht zahm sind, während Menschen neue Orte neugierig erkunden.

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