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Gruppenhaltung

Eine friedliche Vogelgemeinschaft

Ziervögel | Freitag, 24. Juni 2016, Lars Lepperhoff

Meistens werden in einer Voliere unterschiedliche Vogelarten gehalten. Nicht alle sind aber miteinander verträglich. Welche Vögel passen gut zusammen? Hier sind einige Tipps, wie eine WG zusammen­gestellt werden kann.

Wenn ich eine Voliere neu eingerichtet und bepflanzt habe, lasse ich sie ein Jahr lang leer», sagt der deutsche Vogelliebhaber Herbert Jütten, der seit 1979 seine eigenen Volieren baut und sie attraktiv gestaltet und bepflanzt. Die Versuchung ist gross, eine Voliere sofort nach Neugestaltung mit Vögeln zu besetzen. Es ist allerdings besser, wenn sich die Pflanzen zuerst etablieren können, denn Vögel knabbern Knospen ab und strapazieren die Vegetation. Damit wir uns langfristig an einer Naturvoliere erfreuen können, sollte sie nicht mit zu vielen Vögeln besetzt werden, sodass das natürliche Gleichgewicht von Pflanzen und Vögeln nicht gestört wird. Wenn die Vegetation gut gedeiht, stellt sich die Frage: Welche Vögel können wir mitten im Wohnquartier zusammen halten?

Wer eine Naturvoliere in seinem Garten betreibt, ist mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Werden Prachtfinken darin gehalten, sollten sie immer ein auf 20 ° Celsius beheiztes Schutzhaus aufsuchen können. Dort sollten den Prachtfinken Nistmöglichkeiten wie Nistkästen, Körbchen, Erikabesen, in welche Nistnischen geschnitten werden, und Nistmaterial zur Verfügung stehen. Da eine Naturvoliere aber zahlreiche Nistgelegenheiten bietet, werden Prachtfinken auch draussen Nester errichten. Selbst in der warmen Jahreszeit gibt es bei uns immer wieder kältere Phasen, die dazu führen, dass Jungvögel erfrieren.

Spitzschwanzamadinen, Binsenastrilde, Wellenastrilde, Zebrafinken, Gouldamadinen und Japanische Mövchen eignen sich gut zur Gemeinschaftshaltung. Sie beschädigen die Pflanzen minim und können sogar in Schwärmen gepflegt werden. Auch Kanarienvögel bereichern eine solche Vogelgemeinschaft. Sie machen sich aber über Blattknospen her und ziehen somit die Vegetation in Mitleidenschaft. In einer grossen Naturvoliere, wie wir sie auf den folgenden Seiten beschreiben, sollte das aber nicht zum Problem werden.

Je mehr Verstecke, desto einfacher
Auch Bourke-, Fein- und Schmucksittiche sind absolut friedlich und können in einer Gemeinschaft untereinander und mit Prachtfinken gehalten werden. Die südamerikanischen Katharinasittiche eignen sich ebenfalls zur Gemeinschaftshaltung. Wellen- und Pflaumenkopfsittiche sind friedlich und machen kaum grossen Lärm. Wichtig ist, dass der Bestand der Vögel kontrolliert wird. Je mehr Versteckmöglichkeiten die Voliere aufweist, desto einfacher ist es, eine neue Vogelart zu integrieren, denn Neuankömmlinge werden immer neugierig aufgenommen und manchmal auch bedrängt. Sie werden am besten in der warmen Jahreszeit in einem Käfig in die Voliere gestellt, sodass sie den neuen Flug­raum und dessen Bewohner zuerst in geschütztem Rahmen kennenlernen können.

Wichtig bei einer Haltung unterschiedlicher Arten in der gleichen Voliere sind zahlreiche verschiedene Futterstellen, die sich mehrheitlich im Schutzhaus, aber auch draussen im gedeckten Bereich befinden sollten. So wird vermieden, dass dominante Exemplare oder Gruppen den Futterplatz besetzen und Leckerbissen wegpicken.

Wildgräser können im Sommer zusätzlich eingefügt werden, ebenso wie Vogelbeeren, Früchte und Holunderzweige. Getreide und Mais kann in Bündeln in der Voliere aufgehängt werden. So müssen sich die Vögel das Futter erarbeiten. Und die quirligen, farbigen Vögel bieten ein tolles Schauspiel, wenn sie an Ästen hangeln, um an Beeren zu kommen und über ungespritztes, milchreifes Getreide herfallen.

Krankenstation
Nebst einer grossen Naturvoliere sollten im Wohnhaus oder im Vogelhaus mehrere gut ausgeleuchtete Käfige und eine kleine Voliere vorhanden sein. Kranke oder überzählige Vögel können dort zeitweise abgetrennt und geschützt gehalten werden. Bei Bedarf können so auch aggressive Vögel getrennt gehalten werden.

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