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Kaninchenzucht

Schluss mit Muttermilch

Kaninchen | Mittwoch, 3. Juli 2019, Alwin Seitz

Das Absetzen der jungen Kaninchen ist für Züchter ein wichtiges Thema. Dabei ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu finden und die Jungtiere korrekt zu entwöhnen.

Grundsätzlich ist es am besten, Jungtiere so lange wie möglich beim Muttertier zu belassen. Es gibt für ein Jungtier nichts Wertvolleres als Muttermilch – das gilt auch für Kaninchen. So ist es durchaus möglich, dass 12 bis 15 Wochen alte Kaninchen noch gesäugt werden. Jedoch ist es von Rasse zu Rasse verschieden, wie lange Jungtiere zusammen gehalten werden können. 

Bevor der Züchter ans Entwöhnen denkt, gibt es einige Richtlinien für die frühzeitige Auslese, die er beachten sollte; diese beginnt nämlich bereits bei den Nestjungen. Jungtiere, die schon in frühester Jugend kränkeln oder in ihrer Entwicklung zurückbleiben, tragen meistens keine guten Gene in sich und sind für die Zucht ungeeignet. Wenn der Züchter bereits bei den Jungtierbeständen für einen kerngesunden Nachwuchs sorgt, ist auch eine gute Nachzucht gesichert. 

Buchführung und Tätowierung
Bei der Auswahl der Zuchttiere soll dem Züchter das angestrebte Zuchtziel der betreffenden Rasse als Richtlinie dienen. Man muss also das Zuchtziel genau kennen, um eine entsprechende Auswahl vornehmen zu können und sich dem Rassenideal zu nähern. Jede leidenschaftliche Züchterin und jeder begeisterte Züchter weiss, dass wir das uns vorschwebende Ideal immer wieder anstreben, aber nie ganz erreichen können. Somit hört die ständige Auslese nie auf, sondern muss jedes Jahr erneuert werden.

Eine genaue Zuchtbuchführung, die alle wichtigen Faktoren, etwa Saugfähigkeit, Gewichtszunahme und anderes enthält, ist unabdingbar für eine Zucht, die nichts dem Zufall überlässt. Genauso wie die Tätowierung. Sie erleichtert dem Züchter den Überblick über seinen Bestand, weil erfahrungsgemäss nicht alle Tiere gekört werden, es aber trotzdem wertvolle Zuchttiere sind. Beispielweise die vollfarbigen Tiere bei den Scheckenrassen. Ideal ist es, die Jungtiere vor dem Absetzen zu tätowieren.

Fütterung und Sauberkeit
Wie anfangs bereits erwähnt, gilt der Grundsatz: je länger beim Muttertier, desto besser. Wichtig ist zudem, dass man gestaffelt entwöhnt. Zuerst entfernt man die zum Schlachten bestimmten Tiere. Die schönsten und kräftigsten lässt man indes noch einige Tage beim Muttertier. Ob nun die für Zucht und Ausstellungen vorgesehenen Tiere einzeln oder in Gruppen eingestallt werden, ist der Meinung und Erfahrung des Züchters überlassen. Und hängt natürlich auch von Rasse und Temperament der Kaninchen ab. Wichtig ist das Überwachen der Jungtierschar; dann sollte das Absetzen keine besonderen Schwierigkeiten bereiten.

Über die Fütterung der Jungen könnte man Buch um Buch füllen, sie ist unbestritten wichtig – doch was ist richtig? Am besten ist es, wenn man die ersten drei Wochen von den Jungtieren nichts sieht, denn das zeugt davon, dass das Muttertier genügend Milch hat. Kommen die Tiere aus dem Nest, kann man Heu auf den Boden legen, so haben sie etwas zu knabbern. 

Erfahrene Züchter füttern ihre Jungtiere mit Würfeln bis zum Absetzen. Das Wichtigste ist aber stets gutes Heu, das die Tiere immer zur Verfügung haben müssen. Wer die Fütterung über das Heu steuert, hat in der Regel keine Probleme. Zudem kann man Gras, Gemüse, Hecken oder Kräuter reichen, einfach nicht zu viel. Nach dem Absetzen kann auf Kombifutter oder andere Kraftfutter umgestellt werden. 

Es versteht sich von selber, dass eine saubere Stallung die Grundlage ist für eine erfolgreiche Zucht. Sauber sollen die Ställe sein, aber nicht steril; denn jedes Tier soll seine natürlichen Abwehrstoffe bilden, um nicht beim kleinsten Wind krank zu werden. Auch in der Natur überleben nur die Stärksten und so müsste es auch in den Zuchtbeständen sein. 

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