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Brandprävention

Der Funke darf nicht überspringen

Pferde | Mittwoch, 11. Juni 2014, Heidi van Elderen

Knabbern Mäuse ein Stromkabel an, wird eine Zigarette nicht sorgfältig ausgetreten oder fliegen beim Schmieden die Funken, steht schnell der ganze Hof in Flammen. Doch man kann einiges tun, um das Brandrisiko zu senken.

Bricht im Pferdestall Feuer aus, geht es um Sekunden. Denn Stroh, Heu und Hobelspäne sind gefährliche Brandbeschleuniger, in den gut belüfteten Stallgassen kann sich das Feuer rasend schnell ausbreiten und es bleibt nur wenig Zeit, die panischen Tiere in Sicherheit zu bringen. Daran denkt man am besten schon beim Neu- oder Umbau eines Stalles und wählt zum Beispiel Boxentüren, die sich einfach und mit ein zwei Handgriffen öffnen lassen. So ein kleines Detail kann schon Pferdeleben retten.

«Falls man im Ernstfall keine Zeit mehr hat, die Tiere einzeln rauszuführen und anzubinden, ist es gut, wenn sie aus den Boxen in einen eingezäunten Bereich laufen können», sagt Markus Wegmüller von der Berufsfeuerwehr in Bern. «Das verhindert, dass die Pferde kopflos in der Gegend herumrennen und sich und andere in Gefahr bringen.» Der Fachausbilder, der selber einen Pensionsstall mit 19 Pferden betreibt, empfiehlt Stallbesitzern, Kontakt zur lokalen Feuerwehr oder sachkundigen Organisationen aufzunehmen, die bei einem Vor-Ort-Termin wertvolle Tipps geben und sich ein Bild von den jeweiligen Gegebenheiten machen. «Ausserdem ist es für die Rettungskräften eine gute Gelegenheit, den Umgang mit den Tieren zu üben», sagt Wegmüller.

Weil schon ein kleiner Funke ausreicht, um ein grosses Feuer zu entfachen, ist Rauchen tabu, Schmiede- und Schweissarbeiten, aber auch die Grillparty müssen draussen in sicherem Abstand zu den brennbaren Materialien stattfinden. Alle Gebäude sollten zudem mit einem Blitzableiter ausgerüstet sein. Oft sind falsch installierte oder schlecht gewartete elektrische Geräte und Anlagen für einen Brand mitverantwortlich. «Präventiv sollte man deshalb besser einen Fachmann mit der Installation beauftragen und später regelmässig kontrollieren lassen, ob die Stromkabel nicht zum Beispiel von Mäusen oder Ratten angenagt wurden», rät Wegmüller.

Wird das Heu zu heiss, droht Gefahr
Ein heimtückischer «Brandstifter» ist das Heu. Ist Raufutter nicht trocken genug, wenn es in die Scheune kommt, können Gärprozesse zum Oxidationsprozess führen und letztlich eine Selbstentzündung begünstigen. In den ersten drei Monaten nach der Ernte sind deshalb regelmässige Temperaturkontrollen mit einer Heustocksonde oder im Fachhandel erhältlichen Messgeräten angebracht. Ab 50 Grad sollte man etwa alle acht Stunden kontrollieren und den Heustock oder die Rundballen kontrolliert belüften. Ab 60 Grad besteht Brandgefahr. Rundballen sollten nun ins Freie gebracht werden, der Heustock wird weiter belüftet und die Messintervalle intensiviert. Steigen die Temperaturen auf 70 Grad oder mehr an, sollte sofort die Feuerwehr alarmiert werden.

Je früher ein Brand entdeckt wird, desto eher kann eine Katastrophe verhindert werden. Brandmelder oder Brandmeldeanlagen dürfen deshalb in keinem landwirtschaftlichen Betrieb fehlen. Im Idealfall werden diese an eine Brandmeldezentrale gekoppelt und mit Sprinkleranlagen verbunden. Pflicht sind ausreichend und leicht zugängliche Feuerlöscher der richtigen Brandklasse. Auch ein vor Frost geschützter Wasserschlauch ist eine lohnende Investition. Damit solche Geräte im Ernstfall auch helfen können, müssen sie regelmässig von Sachkundigen kontrolliert werden.

Ansonsten sorgen Ordnung und klare Regeln für Schadensbegrenzung. Letztlich nützen die besten Brandschutztüren nur, wenn sie im Ernstfall geschlossen sind, der breiteste Fluchtweg bringt nur dann etwas, wenn er nicht mit Schubkarren und anderen Hindernissen zugestellt ist und in der Feuerwehrzufahrt sollten selbstverständlich keine Fahrzeuge und Anhänger parkiert werden.

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