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Pferdeweiden

Natürlicher Schutz auf der Weide

Pferde | Donnerstag, 5. September 2013, Heidi van Elderen

Im Sommer sind Pferde auf Schattenplätze angewiesen – zum Beispiel unter Bäumen. Doch nicht alles, was grünt, ist gut fürs Tier. Daher sollte man sich bei der Weidegestaltung Gedanken machen über eine pferdegerechte Bepflanzung.

Wild wachsende Hecken und Baumgruppen auf der Pferdeweide sehen schön aus, verringern die Erosionsgefahr, schützen vor der Hitze ebenso wie vor Wind und Regen. Feldhecken hinter dem Zaun sind ein guter Sichtschutz und machen eine Weide besonders ausbruchssicher. Unter bestimmten Umständen und wenn die Versicherung zustimmt, kann eine dicht gewachsene Hecke, die zu diesem Zweck allerdings mindestens 60 Zentimeter breit und 1,50 Meter hoch sein und weder an der Strasse liegen noch echte Ausbruchskünstler beherbergen sollte, den Zaun sogar ersetzen.

Die Pflanzen müssen natürlich für Pferde ungiftig sein – tabu sind zum Beispiel Eibe, Buchsbaum und Goldregen. Darüber hinaus sollte man robuste, einheimische Arten auswählen, die mit den regionalen Boden- und Klimaverhältnissen gut zurechtkommen und zudem preiswerter und ökologisch wertvoller als Exoten sind.

Der ideale Baum für die Pferdeweide spendet durch seine ausladende Krone oder seine Höhe viel Schatten, wächst relativ schnell, ist hochstämmig und hat eine eher harte Rinde. Geeignet sind zum Beispiel Kastanie, Ulme, Esche, Linde, Birke und Erle. Obstbäume sind mit Vorsicht zu geniessen, denn der übermässige Genuss von Fallobst kann zu Durchfall, Koliken und Schlundverstopfung führen. Überreife Früchte ziehen Wespen und Hornissen an, die das Pferd im schlimmsten Fall beim Naschen im Mund- und Rachenraum stechen. Wer sich dennoch für Obstbäume entscheidet, sollte diese entweder grosszügig umzäunen oder das Fallobst täglich absammeln.

Junge Gehölze müssen am Anfang vor Pferdezähnen geschützt werden
Eine frei wachsende, mehrreihige Hecke sieht später besonders schön aus, wenn man verschiedene Straucharten kombiniert. In Frage kommen unter anderem Weissdorn, Schlehe, Haselnuss, Kornelkirsche, Weiden und Sanddorn. Da jede Pflanze anders wächst und eigene Ansprüche an den Standort stellt, sollte man zusammen mit einem Fachmann einen Pflanzplan erstellen, in dem festgelegt wird, wie viele Gehölze in welcher Kombination und mit welchem Abstand in die Erde kommen. Es ist wichtig, den von der jeweiligen Gemeinde geforderten Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten.

Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst. Denn dann können frisch gesetzte Sträucher und Bäume sofort Wurzeln ausbilden und dadurch niederschlagsarme Perioden im kommenden Jahr besser überstehen. Wer im zeitigen Frühjahr pflanzt, muss im Sommer vermehrt darauf achten, dass die Pflänzchen nicht austrocknen.

Junge Gehölze sollten mit einer grosszügigen Umzäunung vor Pferdezähnen geschützt werden. Erst wenn sie nach einigen Jahren gross und kräftig sind, vertragen sie, auch mal angeknabbert zu werden. Dornenhecken gehören sowieso hinter den Zaun, damit die empfindlichen Pferdeaugen keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden. Besonders bei Elektrozäunen ist ausreichender Abstand und regelmässige Kontrolle wichtig, da die Hecke schnell in die Bänder hineinwuchert und dann die Stromführung stört.

Auch abgestorbene oder tiefe Äste, die von Bäumen oder Sträuchern in die Weide hängen, müssen wegen der Verletzungsgefahr schnell entfernt werden. Für normale Pflegemassnahmen, etwa wenn einzelne Sträucher in der Hecke zu gross werden, sollte man aber möglichst nur vor dem Austrieb im Frühjahr und auf jeden Fall ausserhalb der Brutsaison der einheimischen Vogelpopulation zur Heckenschere greifen.

Literaturtipp:
Birgit van Damsen «Der Weideratgeber – Anlage, Pflege, Nutzung»
Verlag Cadmos
ISBN 978-3-861-27533-6
ca. Fr. 18.–

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