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Pferde

Keine Macht dem Matsch

Pferde | Freitag, 1. Februar 2013, Heidi van Elderen

In den nasskalten Monaten verwandeln sich Paddocks oft in Schlammfelder, die bei Frost gefährlich werden können. Zu den Folgen gehören verlorene Hufeisen, Mauke und Sehnenprobleme. Deshalb gehört der Morast trockengelegt.

Matschige Auslaufflächen gehören zu den häufigsten Problemen in der Pferdehaltung. Besonders in regenreichen Phasen verwandeln sich viele Paddockböden und unbefestigte Wege unter dem Druck der Hufe schnell in tiefe Moraste, die den Pferden regelmässig die Eisen von den Hufen ziehen und gesundheitliche Risiken wie Mauke und Sehnenprobleme mit sich bringen. Zudem bewegen sich die Pferde ungerne auf solchen Flächen und sind folglich weniger ausgeglichen. Auch Zweibeiner verlieren im Matsch Zeit und Nerven, etwa wenn sie beim Reinholen des Pferdes mit dem Gummistiefel im Morast stecken bleiben.

Es gibt also genug Gründe, um die Sanierung des Paddocks in Angriff zu nehmen. Die auf den ersten Blick einfachste und preisgünstigste Lösung ist, den Matsch unter einer dicken Schicht Holzhackschnitzel zu begraben. Allerdings verrotten Holzschnitzel schnell zu dichtem Humus, auf dem Wasser und Urinpfützen noch schlechter versickern als zuvor. Schon nach wenigen Jahren muss die oberste Schicht abgetragen und ersetzt werden.

Das «Matschproblem» lässt sich auf unterschiedliche Weise lösen
Langfristig mehr Sinn ergibt meist die Komplettsanierung, bei der zunächst der Naturboden grossflächig abgetragen wird. Für die Oberflächenwasserabführung sorgt eine fachmännisch verlegte Drainage. Darüber kommt die Tragschicht, etwa aus grobkörnigem Sand, danach die Trennschicht aus Vlies. Darauf werden die Bodengitterplatten mit der offenen Seite nach oben verlegt und mit dem Material der Tragschicht gefüllt. «Die Platten dienen als durchlässige Tragelemente und verhindern, dass sich Wasser staut und die Tretschicht zerstört. Diese wird zum Schluss aufgebracht und kann aus feinem Quarzsand oder einem feinen Kies bestehen», erklärt Andreas Suter, Projektleiter bei der Schauer Agrotonic AG in Schötz LU, die neben ihrem Angebot an Paddockplatten für ihre Fütterungsanlagen und das Konzept «Bewegungsstall» bei Pferden bekannt ist.

Theoretisch können manche Bodenplatten auch direkt auf den Paddock gelegt werden. «Dann kommt die geschlossene Seite nach oben. Das ist weniger aufwendig, aber auch nicht ohne Nachteile. Besonders bei Gefälle und Minusgraden können die Platten sehr rutschig werden», sagt Suter. In stark frequentierten Bereichen, zum Beispiel vor dem Offenstall oder auf dem Putzplatz, ist es oft zweckmässig, den Boden zum Beispiel mit groben, leicht zu reinigenden Betonverbundsteinen zu pflastern.

Wie man den Paddock am besten befestigt, hängt letztendlich vom Geldbeutel, den örtlichen Gegebenheiten und den persönlichen Anforderungen ab. Bevor man einen Bagger mietet oder Sand bestellt, sollte man sich deshalb von Experten beraten lassen und Angebote vergleichen. Je nach Methode müssen die Arbeiten warten, bis der Boden wieder aufgetaut und einigermassen trocken ist. Wer sich bis zum nächsten Frühling mit den Schlammfeldern arrangieren muss, sollte aufmerksam die Wetterlage beobachten und den Paddock abziehen, bevor die Temperaturen unter null Grad fallen. Bei Frost verwandelt sich ein Matschpaddock sonst nämlich in eine gefährliche Buckelpiste, die eine unnötige Stolpergefahr für die Pferde bedeutet und Sehnen-, Bänder- und Hufschäden verursachen kann.

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