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Hundefreundlicher Garten

Achtung, fertig, buddeln

Hunde, Garten | Dienstag, 14. August 2018, Helen Weiss

Sie toben durch Beete, durchwühlen den Rasen und lümmeln sich immer dort, wo es am schönsten blüht. Hunde und stilvolle Gärten passen nicht zusammen? Und ob: Die grüne Lust von Mensch und Hund lässt sich mit einigen Tricks und Gartenwissen verbinden. 

Während der Hobbygärtner schon seine Spitzhacke und Giesskanne bereitgestellt hat, stromert der Hund durch die Hecke oder wälzt sich im Gras. Der heimische Garten ist das eigene grüne Paradies, das Zwei- und Vierbeiner ungestört zusammen erkunden können. Die traute Zweisamkeit wird jedoch nicht selten durch die unterschiedlichen Vorstellungen punkto Gartengestaltung getrübt. 

Wenn der Mensch seine Sämlinge sorgfältig in die frisch geharkte Erde versenkt, freut sich der Hund tierisch über die für ihn erstellte Buddelecke und macht den Traum von der Sommerblumen-Rabatte innert Kürze zunichte. Die kostbare Prachtstaude wird vom Vierbeiner mit einer Duftmarke eingeweiht und verkümmert kläglich. Und die Ernte der Johannisbeeren fällt einmal mehr mager aus, da sich der Hund gerne eine fruchtige Zwischenmahlzeit gönnt. Kurzum: Streit ist meist programmiert. 

Glücklicherweise geht es auch anders. «Spieltrieb und Anspruch an Ästhetik sind keine Widersprüche», erklärt Cornelia Gross ihr Leitmotiv bei der hundegerechten Gartenplanung. Die Ingenieurin für Landschaftsarchitektur berät Hundebesitzer in Gartenfragen und sorgt mit ihren Tipps für Frieden im grünen Reich. Daneben betreibt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Meike den Hundeladen und Hundesalon «Schwarzwaldhund» im deutschen Lenzkirch. Was die Perfektion angehe, müsse man zwar gewisse Abstriche machen, denn Mensch und Tier hätten einfach andere Ansprüche an den perfekten Garten. «Diese sind jedoch sehr individuell, weshalb man sich bei der Planung erst Gedanken machen muss, welche Bedürfnisse vorhanden sind.»

So wird der Garten hundekonform
Bei der Planung eines Gartens, in dem sich auch der Hund wohlfühlt, gibt es keine Pauschallösungen. Folgende Punkte müssen jedoch unbedingt beachtet werden:
  • Der Garten muss ausbruchsicher sein. Ein Hund, der frei herumstreunt, gefährdet sich selbst, den Verkehr und Passanten.
  • Im Sommer sind schattige Plätze unter Bäumen oder unter einem Vordach wichtig: So besteht keine Gefahr der Überhitzung des Tiers.
  • Bei Hobbygärtnerinnen favorisierte Blumen oder Büsche sind für den Vierbeiner eventuell weniger bekömmlich oder sogar giftig (www.tiermedizinportal.de / 
    giftpflanzen)
  • Giftige Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sowie synthetische Düngemittel sind tabu. Auch wenn der Hund das Gift nicht frisst, kommen seine Pfoten damit in Berührung.
  • Wasserstellen wie Teiche oder Swimmingpools mit steilem Böschungsbereich können für Hunde zur tödlichen Falle werden. Drin sind sie meist schnell, raus schaffen sie es allein nicht mehr.

Bewusste Gestaltungselemente können helfen, das Gärtnerherz zu beruhigen. «Besonders bei sehr aktiven Vierbeinern hilft es, hundegerechte Bereiche anzulegen», rät Gross. Zerwühlte Blumenbeete lassen sich etwa vermeiden, wenn man dem Hund eine Buddelecke aus lockerer Erde zur Verfügung stellt. Hier kann man auch Leckereien für Bello verstecken: Denn wo Frauchen Delikatessen vergräbt, wird auch sonst gern gebuddelt. Und ein Versäuberungsplatz, etwa mit Rindenschnitzeln oder Sand bedeckt, verhindert gelbe Flecken im akkuraten Rasengrün.

Tabuzonen optisch abtrennen
Wer mit seinem treuen Freund ein Fitnessprogramm im heimischen Grün absolvieren möchte, kann sich einen Trimm-dich-Pfad aus natürlichen Materialien erstellen. «Auf dem Steinhaufen kann der Hund etwa klettern, auf Baumstämmen kann er Balancieren üben oder seine Sprungkraft trainieren», gibt Gross einige Beispiele.

Doch nicht die ganze Gartengestaltung muss von den Bedürfnissen des Hundes diktiert werden. Denn wie heisst es so schön: «Klare Regeln sind die beste Basis für eine gute Partnerschaft.» Neben den hundefreundlichen Bereichen lässt sich trotzdem eine Rabatte mit Lieblingsblumen anlegen – kennt der Hund die Tabuzonen innerhalb des Gartens, dürfte es keine Missverständnisse geben. Als kleine Hilfe kann man anfangs jene Zonen, die der Hund nicht betreten soll, einzäunen. Optische Grenzen wie Beeteinfassungen aus Lavendel oder Rosmarin – Buchs ist giftig – wirken ebenfalls als natürliche Barriere.

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