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Hunde

Schutz vor der Sommersonne

Haustiere, Hunde | Dienstag, 14. Juni 2016, Susanne Bösche

Für Mensch wie Tier gilt: Zu viel Sonne ist ungesund. Wenn man ein paar einfache Ratschläge beachtet, kommt auch der Hund gut durch die heissen und sonnigen Sommertage. 

Auch Tiere können einen Sonnenbrand bekommen, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. «Ähnlich wie beim Menschen ist vor allem helle Haut gefährdet, und diese auch nur, wenn sie leicht behaart ist», sagt Tierärztin Margit Dornheim. Eine dunkle Haut schützt genauso vor Sonnenbrand wie ein dichtes Fell. 

«Sind Nase und Fell am Kopf dunkel mit nur kleineren weissen Stellen, braucht man sich keine Sorgen um den Liebling zu machen», erklärt Dornheim. Die Ohren und der Nasenrücken von Tieren mit hellrosa Nasen und hauptsächlich weissem Fell am Kopf hingegen sollten vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden. Sonst kann es am ehesten am Übergang der Nase zum Nasenrücken sowie an den Ohrrändern zu Verbrennungen der Haut bis hin zu Hautkrebs kommen. 

Die effektivste und denkbar einfachste Schutzmassnahme ist, den Hund nicht zu lange der prallen Sonne auszusetzen. So kann nicht nur ein Sonnenbrand vermieden werden, sondern ebenso ein Hitzschlag, ein Sonnenstich und auch Verbrennungen an den Pfoten (siehe Kasten). 

Sonnencreme für sensible Stellen
Oft meiden Hunde im Hochsommer ohnehin die pralle Sonne. Sie bevorzugen schattige Liegeplätze oder suchen sogar die Abkühlung im See oder Bach. Wie bei den Menschen gibt es aber auch unter Hunden regelrechte Sonnenanbeter. «Dann kann der Halter auf die Stellen, an denen die Haut deutlich durchschimmert, eine Sonnencreme für Babys oder Kleinkinder dünn auftragen», sagt Dornheim. «Es empfiehlt sich, vorher auf einem kleinen Areal, zum Beispiel am Bauch, zu testen, ob der Hund die Creme verträgt.» 

Vergessen werden dürfen auch nicht die kahlen Stellen an anderen Teilen des Körpers. Speziell gefährdet sind freirasierte Areale nach Operationen oder einem Ultraschall sowie Narben. Schläft der Hund gerne auf dem Rücken, den Bauch grosszügig präsentierend, ist der Bauch bei einem Nickerchen in der Sonne ebenfalls gefährdet. 

Westen und Schuhe – als zusätzlicher Schutz
Nicht nur die Haut des Hundes kann durch die Sonne Schaden nehmen. Die Hitze setzt auch seinem Kreislauf erheblich zu. So gibt es jedes Jahr zahlreiche Hunde, die wegen eines Hitzschlages oder eines Sonnenstichs zum Tierarzt gebracht werden. Anders als der Mensch hat der Hund nur sehr wenig Schweissdrüsen, und zwar an den Pfoten. Da diese nicht reichen, um die Körpertemperatur runterzubringen, kühlt sich der Hund überwiegend durch das Hecheln ab. Um dem Vierbeiner das Abkühlen zu erleichtern, bieten Tiershops sogenannte Kühlwesten an. Die werden mit Wasser getränkt, ausgewrungen und dem Hund angezogen. In Verbindung mit der warmen Luft und dem warmen Fell des Hundes verdunstet die Feuchtigkeit der Weste allmählich. Die Verduns­tungskühle tauscht die Hundehitze aus und hält den Vierbeiner kühl. Wichtig ist dabei, die Weste stets feucht zu halten und bei Bedarf erneut mit Wasser zu tränken. Gefährlich kann die Sommerhitze auch für die sensiblen Hundepfoten werden. Dann nämlich, wenn sich der Untergrund, vor allem der Asphalt, erhitzt. Hier hilft ein Selbsttest: Wenn Herrchen oder Frauchen den Handrücken 7 Sekunden lang auf den Untergrund pressen kann ohne Schmerzen, kann der Hund darauf laufen. Ansonsten wird empfohlen, auf Wiesen zu laufen oder dem Hund nötigenfalls leichte Schuhe anzuziehen, um Verbrennungen der Fussballen vorzubeugen.

Ob in die Berge oder ans Meer, die Vierbeiner begleiten uns selbstverständlich in den Sommerferien. Bedenken sollte man, dass die ultraviolette Strahlung am Meer und in den Bergen noch intensiver ist. Darum gilt in diesen Regionen: Wann immer Sonnenschutz für Frauchen oder Herrchen selber wichtig ist, sollten ebenfalls die gefährdeten Haut­areale des Hundes eingecremt werden. Dieselbe Empfehlung gilt auch für die Ferientage im Winter.

Im Ernstfall zum Tierarzt
Wie beim Menschen so gibt es auch für Tiere Medikamente, die Substanzen enthalten, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, dazu gehören beispielsweise Tabletten gegen Diabetes oder Herzinsuffizienz sowie bestimmte Antibiotika.

Was tun, wenn der Ernstfall eintritt? Der Halter eine Rötung oder gar örtliche Entzündung feststellt und es vielleicht schon zur Krustenbildung kommt? Dann empfielt es sich, die betroffenen Partien zu kühlen. Anschliessend sorgt das Auftragen einer Fettcreme dafür, dass die verletzte Haut nicht austrocknet. Wenn der Juckreiz zu gross ist und der Hund sich ständig kratzt oder starke Schmerzen hat, die betroffene Hautpartie entzündet ist oder gar nässt, ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. 

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