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Hunde

Die richtige Schule für den Vierbeiner

2 Kommentare Haustiere, Hunde | Dienstag, 5. Januar 2016, Carmen Epp

Das Angebot an Hundeschulen in der Schweiz ist riesig. Da den Überblick zu behalten fällt so manchem Hundebesitzer schwer. Eine Übersicht zeigt, worauf es bei der Wahl des passenden Hundetrainers zu achten gilt. 

Hundetrainer gibt es wie Sand am Meer. Ob in Vereinen, Gruppen oder bei Einzelpersonen: Das Angebot an Hundeschulen ist so gross, dass Hundehalter die Qual der Wahl haben. Diese Erfahrung macht auch Monika Grab. Sie möchte mit ihrer drei Monate alten Malteserhündin eine Welpengruppe im Raum Luzern besuchen und sich später mit ihrem Podenco-Rüden in Mantrailing üben. Angesichts des grossen Angebots fällt ihr die Wahl der richtigen Trainer schwer. Die Hundehalterin weiss: Hundeschule ist nicht gleich Hundeschule. 

Der Grund dafür ist simpel. Bei Hundetrainern ist es wie bei Juristen oder Architekten: Ihre Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Wer sich Hundetrainer nennen will, braucht im Grunde nicht mehr, als es einfach zu tun – und auf Erfolg zu hoffen. Dass jemand, der keine Erfahrung mit Hunden hat, nicht lange als Hundetrainer bestehen kann, liegt auf der Hand. In der Theorie jedoch braucht es nicht mehr als eine Website, um willige Hundehalter anzuwerben, im Idealfall einen Trainingsplatz – und fertig ist die eigene Hundeschule. 

Keine einheitliche Ausbildung vorhanden
Eine Ausbildung braucht es in der Schweiz nicht, um sich als Hundetrainer zu bezeichnen oder zu betätigen. Und selbst wenn sich jemand dazu ausbilden lassen möchte: Eine einheitliche, eidgenössisch anerkannte Ausbildung wie in anderen Berufen existiert nicht. Für Christina Sigrist von der Fachstelle Ausbildung der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) eine bedauerliche Situation. Eine einheitliche Ausbildung, die entsprechend zertifiziert und damit auch überprüfbar wäre, würde nicht nur dem «Berufsstand» der Hundetrainer, sondern vor allem auch dem Hundehalter und seinem Hund zugutekommen, sagt Sigrist. «Wer Gewissheit darüber haben will, ob und welche Ausbildung ein Hundetrainer absolviert hat, muss sich selber informieren. Und selbst dann weiss er meist noch nicht, woran er ist.» 

Es gibt zwar fast zwei Dutzend Organisationen in der Schweiz, bei denen man sich zum Hundetrainer ausbilden lassen kann. So zum Beispiel bei der SKG, bei Certodog oder der Akademie für Naturtierheilkunde (ATN). Die Zulassungsbedingungen, der Inhalt, die Dauer und Ausrichtung der jeweiligen Ausbildungsangebote sind jedoch von Organisation zu Organisation unterschiedlich, ein Vergleich der verschiedenen Ausbildungen daher schwierig. 

Unter anderem deshalb unterstützt die SKG das Fernziel einer eidgenössisch anerkannten Hundetrainer-Berufsausbildung. «Bis diese Vision erreicht ist, dürfte es allerdings noch ein paar Jahre dauern», sagt Sigrist. Damit bleibt den Hundehaltern bis auf Weiteres nichts anderes übrig, als sich auf eigene Faust der riesigen Auswahl an Hundeschulen zu stellen. 

Wissen überprüft
Wer wie Monika Grab eine gute Hundeschule oder eine Welpengruppe finden möchte, kommt also nicht umhin, sich vorgängig selber zu informieren. Welchen Werdegang hat der Trainer? Hat er Kurse absolviert und wenn ja, wo und welche? Die einzelnen Ausbildungen lassen sich zwar nicht vergleichen. Trotzdem gibt es Orientierungshilfe, die sich zu beachten lohnt. 

So herrscht zumindest beim obligatorischen Sachkundenachweis (SKN) – dem Minimum an Schule, das Hundehalter besuchen müssen – Klarheit. Seit der Einführung des SKN-Obligatoriums 2008 im Tierschutzgesetz ist auch die Ausbildung der SKN-Kursleiter klar geregelt. Wer die obligatorischen Kurse anbieten möchte, muss drei Jahre Erfahrung mit Hunden und eine Ausbildung von mindestens 140 Stunden absolviert haben. Diese ist inhaltlich vorgegeben, wird einheitlich geprüft und kann nur von jenen Organisationen angeboten werden, die vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) anerkannt sind. Diese wiederum setzen dafür intern eine vorgängige Ausbildung zum Gruppenleiter oder Hunde-Instruktor voraus. 

Hundetrainer, die SKN-Kurse anbieten können, sind demnach zumindest keine blutigen Anfänger mehr. Sie haben ihr Wissen über den Hund überprüfen lassen und ihren Umgang mit Hunden während mindestens drei Jahren als Hundetrainer unter Beweis gestellt. Halterinnen und Haltern, die neu einen Hund bei sich aufgenommen haben wie Monika Grab, wird die Qual der Wahl damit etwas erleichtert. Da sie schon vor dem Kauf eines Hundes den SKN-Theoriekurs absolvieren müssen, kommen sie bereits in Kontakt mit erfahrenen Trainern. Neben den SKN-Kursen bieten diese meist weitere Kurse wie Welpenspielgruppen oder Erziehungskurse an – der Anschluss ist damit gewährleistet. 

SKN-Kursanbieter sind im Internet leicht zu finden. Auf der Website des BLV beispielsweise sind alle anerkannten SKN-Trainer der Schweiz – 2677 an der Zahl – aufgelistet und nach Wohnort auffindbar. Neben Kontaktdaten wird dort auch angegeben, bei welcher Organisation sich der entsprechende Trainer hat ausbilden lassen. Diese Organisationen wiederum geben auf ihren Websites die Grundsätze an, nach denen sie in ihren Kursen arbeiten. 

Persönlicher Eindruck zählt
Die Ausbildung alleine sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob es mit dem Trainer auch wirklich passt. Das bestätigt auch Miriam Kindler aus Benken ZH. Als ausgebildete Hundetrainerin und SKN-Kursleiterin weiss sie zwar, was hinter der Ausbildung steckt. Die Erfahrung, die sie mit ihren eigenen drei Hunden in anderen Hundeschulen macht, aber zeige, dass es auch bei ausgebildeten Hundetrainern gewaltige Unterschiede gibt. 

Sie rät Hundehaltern auf der Suche nach einem geeigneten Trainer deshalb, die Personen jeweils persönlich zu treffen, bevor sie sich zum Kurs anmelden. «Dabei erfährt man, wie gut und nachvollziehbar ein Trainer Erklärungen abgeben und Fragen beantworten kann», so Kindler. Ausserdem sei es wichtig, dass ein Trainer auf Mensch und Hund eingehe. «Einen, der nur eine und vermeintlich die einzig richtige Methode anwendet, finde ich problematisch. Genauso wie jemanden, der nur über Druck und Strafe arbeitet.» 

Bei Hundetrainern, die mehrere Ausbildungsrichtungen – Welpengruppe, Erziehungskurse, Agility, Mantrailing, Obedience und Co. – gleichzeitig anbieten, sollte man genau hinschauen, wie viel Erfahrung sie in diesen Bereichen tatsächlich haben, findet Kindler. Ein seriöser Hundetrainer unterrichte nur, was er selber auch mit seinen Hunden trainiert und von dem er genug Wissen hat, um individuell unterrichten zu können. Das jedenfalls erwarte sie als Kundin. «Ich möchte nicht, dass jemand mit mir und meinem Hund an was rumprobiert, was eigentlich nicht in seiner Kompetenz liegt.» 

Auch Christina Sigrist von der SKG empfiehlt, zunächst mal ohne Hund bei einem Training vorbeizuschauen. «Am Tonfall, dem Umgang mit Mensch und Hund und auch an den Reaktionen der beobachteten Hunde merkt man schnell, ob man ‹richtig› ist und sich in dieser Schule wohlfühlt oder nicht.» Ein Rat, den sich auch Monika Grab zu Herzen nimmt: Sie wird den einen oder anderen SKN-Trainer in ihrer Nähe besuchen und sich ein Bild machen, ehe sie sich entscheidet. Auch wenn die Suche beschwerlich ist, so hat das grosse Angebot an Hundeschulen doch einen Vorteil: Man muss sich nicht mit dem Erstbesten zufriedengeben. 

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Kommentare (2)

Elfriede Mally am 11.01.2016 um 23:57 Uhr
Schon als Teenager war ich mit meiner DS in der Hundeschule am linken Zürichsee. Ich habe viel gelernt. Und war bis vor 5 Jahren regelmässig in Hundeschulen mit meinen jeweils "grossen" Hunden. Mit grossen gesunden Hunden ists kein Problem, Hundeschulen zu finden. Dind alle gut! Aber wehe man hat einen körperlich kranken grossen Hund mit Rücken- und Geenkproblemen. Dann wirds schwierig, zumindest ich habe im Limmattal keine Hundeschule vor 9 Jahren gefunden, die uns geholfen hätte.
Da ich auch sehr kleine Langhaar-Zwerghündchen habe, bin ich froh, dass ich im SKG-Club eine Fachfrau fand, die den Sachkundenachweis-Kurs mit viel Einfühlungsvermögen letzten Herbst gemacht hat. Der war super aufgebaut, aber da musste ich viel Herumhören, bis ich den richtigen Leiter fand.

Frei Herbert am 07.01.2016 um 18:37 Uhr
Wir hatten früher immer Hunde als wir noch zur schule gingen. Brauchten keine hundeschule. habe vor neun Jahren einen Bordercollie- Blässmischling bekommen. Er ging den Katzen hinterher wie ein Teufel, war bereits eineinhalb Jahre alt. habe ihn nach einer woche bereits soweit dass ich ohne Leine spazierenführen konnte. Und das ohne hundeschule. Mein Rat, Konsekwent und deutlich sprechen mit dem Vierbeiner. Sie Verstehen Jedes Wort. Frei Herbert

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