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Zähneputzen

So bleiben Hundezähne länger gesund

Haustiere, Hunde | Mittwoch, 26. August 2015, Heidi van Elderen

Hunde haben oft Zahnprobleme, die im schlimmsten Fall zu Zahnverlust und bleibenden Schäden am Kieferknochen führen. Vorbeugen kann man durch regelmässiges Zähneputzen und die richtige Fütterung. 

Wer seine Zähne möglichst lange behalten will, sollte sie regelmässig putzen und auf die Ernährung achten. Das gilt für Menschen, aber auch für Hunde. Da unsere Vierbeiner nicht selber zur Zahnbürste greifen können, müssen wir das für sie erledigen. Dazu gibt es im Fachhandel spezielle Hundezahnbürsten und -zahnpasta mit Rind- oder Geflügelaroma. Damit sollte man die Prozedur am besten schon dem Welpen schmackhaft machen – erwachsene Hunde lassen sich nämlich meist nur mit sehr viel Geduld, wenn überhaupt, von der Notwendigkeit der Zahnpflege überzeugen. 

«Geputzt wird am besten täglich, spätestens aber alle zwei Tage. Nur dann hat man die Chance, die Plaque, eine Mischung aus Futterresten, Eiweissen und Mineralstoffen aus dem Speichel sowie Bakterien und deren Abbauprodukten, zu entfernen, bevor sie durch die Einlagerung von Salzen aus dem Speichel zum Zahnstein wird», empfiehlt Stefan Grundmann, der im Tierspital der Universität Zürich die Abteilung Zahnheilkunde leitet und im deutschen Weil am Rhein eine Kleintierpraxis betreibt.

Zahnstein verfärbt sich mit der Zeit gelblich oder braun und beherbergt unzählige Bakterien, die irgendwann das Zahnfleisch angreifen. Symptome für die Entzündung, die in der Fachsprache Gingivitis genannt wird, sind Schwellungen, Rötungen, Zahnfleischbluten und Gestank aus dem Maul. 

Mit Dentalfutter gegen Plaque
Unbehandelt vertiefen sich die Zahnfleischtaschen, mehr Entzündungszellen nisten sich ein und dringen in die tieferen Gewebeschichten vor. Die daraus entstehende sogenannte Parodontitis zerstört das Bindegewebe des Zahnhalteapparates und greift dann auch das knöcherne Zahnfach und den Kieferknochen an – ein so schmerzhafter wie irreparabler Prozess. 

Vorsicht vor Tennisbällen
Nicht nur falsches Futter oder mangelhafte Pflege kann die Zahngesundheit  des Hundes beeinträchtigen. Auch beim Spielen lauern Gefahren. So kann das Kauen auf Steinen oder auf zu hartem Holz die Zähne des Hundes beschädigen. Besonders gefährlich für den Zahnschmelz sind  ausserdem Tennisbälle. Der Grund: Dessen Filz­oberfläche wird durch Nylonfasern abriebfest gemacht – und diese wirken im Hundemaul wie Schmirgelpapier. Ausserdem können die feinen Fasern zwischen Zahn und Zahnfleisch rutschen und schmerzhafte Entzündungen verursachen. Und auch der Sand oder Schmutz, der sich in der Filzschicht festsetzt, kann für Hundezähne schädlich werden.

 

Zur guten Zahnhygiene gehört auch die richtige Ernährung. Das gilt nicht nur, aber ganz besonders bei Hunden, die sich ihre Zähne nicht putzen lassen oder besonders anfällig für Zahnstein sind. Vor allem bei Weichfutter fehlt die natürliche mechanische Selbstreinigung der Zähne völlig. Besser ist spezielles Dentalfutter, bei dem die Pellets so gepresst sind, dass sie durch ihre besondere Konsistenz die Zahnoberfläche während des Kauens mehr oder weniger von Plaque befreien. Geeignet sind auch spezielle Kauspielzeuge, Kauknochen oder -streifen. Bei Letzteren sollte man allerdings darauf achten, ob der Hund auch wirklich darauf kaut, so Grundmann. «Es gibt auch Vierbeiner, die sie einfach herunterschlingen. Dann bringen sie den Zähnen nichts, belasten aber den Magen-Darm-Trakt.»

Zahnstein entfernt der Tierarzt 
Manche Hunde neigen mehr zu Parodontitis als andere. Das hat verschiedene Ursachen. Unter anderem können auch Fehlstellungen die Selbstreinigungskraft der Zähne mindern und das Risiko für Zahnerkrankungen erhöhen und sollten deshalb wenn möglich beim jungen Hund korrigiert werden. Auch später sollte der Tierarzt mindestens einmal im Jahr aufs Hundegebiss schauen und gegebenenfalls Zahnstein mit Handinstrumenten oder mit einem Ultraschallscaler entfernen. Das geschieht unter Vollnarkose, anschliessend werden die Zähne poliert, damit sich nicht so leicht neuer Zahnstein bilden kann. Stark geschädigte oder lockere Zähne werden gezogen.

Auch zahlreiche Hundesalons bieten inzwischen die Zahnreinigung an. Grundmann warnt allerdings davor, diesen Service in Anspruch zu nehmen: «Hundefriseure können den Zahnstein nur oberflächlich entfernen. Die Zähne sehen danach zwar schön aus, aber in den Zahnfleischtaschen und darunter richtet die Parodontis unbemerkt weiter Schaden an.» 

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