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Vegetarische Tiernahrung

Peperoni und Broccoli statt Fleisch?

3 Kommentare Haustiere, Hunde | Donnerstag, 22. Mai 2014 07:00, Daniela Poschmann

Können Hunde und Katzen vegetarisch oder vegan ernährt werden? Die Frage ist ein Dauerbrenner. Während einige Tierschützer für fleischlose Ernährung plädieren, raten Wissenschaftler und Behörden ab.

Rüebli, Zucchetti und Kürbis statt Hühner- oder Rindfleisch? Die Internetforen quellen über mit Diskussionen über vegetarische oder gar vegane Ernährung bei Hund und Katze. Für einige Vegetarier ist es selbstverständlich, ihren Vierbeiner ebenso fleischfrei zu halten wie sich selbst. Für andere Tierhalter ist es abnormal und ungesund. Was ist am besten für das Tier?

Bramble heisst das Vorzeigetier der Anti-Fleisch-Lobby. Als ältester Hund Grossbritanniens schaffte es der Border Collie im Jahr 2002 ins Guinnessbuch der Rekorde. Obwohl oder eben weil sein Futter vegan war und nur aus Reis, Linsen und anderem Gemüse bestand, wurde er 27 Jahre alt. Studien hätten gezeigt, dass die im Zusammenhang mit dem Fleischverzehr stehenden Leiden des Menschen wie Allergien, Krebs, Nieren-, Herz- und Knochenprobleme auch viele Tiere betreffen würden, schreibt die Tierrechtsorganisation PETA auf ihrer Internetseite. Für die Vierbeiner lebenswichtige Aminosäuren, Mineralien und Vitamine liessen sich über ergänzende Präparate, Pflanzen und Gemüse hinzufügen. 

Uneinigkeit, auch unter Forschern
Handelsketten wie Fressnapf empfehlen eine fleischfreie Ernährung für Hunde zwar nicht, schliessen sie aber auch nicht aus. Sie berufen sich auf wissenschaftliche Studien, wonach Hunde nicht auf tierische Eiweisse angewiesen sind. Darunter eine PETA-Befragung in den USA, an der die Halter von rund 300 Hunden teilnahmen, von denen fast zwei Drittel vegan und der Rest vegetarisch ernährt wurden. Das Resultat: Den allermeisten Hunden scheint es gut zu gehen. 

Doch es gibt auch Untersuchungen, die zum gegenteiligen Schluss kommen. So eine Feldstudie der Universität München: Unter 86 vegetarisch ernährten Hunden hatte mehr als die Hälfte Protein-, Calcium- und Phosphormangel. Auch Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Jod und Vitamine wie D und B12 waren in vielen Fällen nicht ausreichend. Allerdings wiesen die ausgewachsenen Tiere keine Mangelerscheinungen auf. Im Gegensatz zu den Welpen. «Die veganen Welpen im Alter von acht Wochen wiesen nur etwa die Hälfte des erwarteten Körpergewichts auf», heisst es im Bericht. 

Mehr Einigkeit scheint puncto Katzenernährung zu herrschen. Bis auf wenige Ausnahmen halten die Experten eine Ernährung ohne Fleisch nicht für sinnvoll. Katzen können im Gegensatz zu Hunden bestimmte Stoffe nicht verdauen beziehungsweise umwandeln. Hunde können zum Beispiel Karotten fressen, um Beta-Karotin aufzunehmen, das sich in Vitamin A verwandelt. Der Katzenkörper vermag das nicht. 

Von der Natur nicht geplant
Auch für das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen steht fest: «Wer seine Katze vegetarisch ernähren möchte, schafft sich am besten gar keine an.» Diese Meinung vertritt auch der Schweizer Tierschutz STS. Katzen seien aufgrund ihrer Biologie nicht gemacht für rein vegetarische Nahrung, sagt STS-Tierärztin Martina Schybli. Wem eine vegetarische oder vegane Ernährung seines Haustieres wichtig sei, der sollte sich ein Tier anschaffen, das an pflanzliche Nahrung angepasst ist, etwa ein Meerschweinchen oder ein Kaninchen. 

Ein Blick ins Biologiebuch bestätigt das. Sowohl Hunde als auch Katzen haben einen kurzen Darm, der auf die Verdauung proteinreicher Nahrung eingestellt ist. Pflanzenfresser weisen hingegen einen langen, komplexen Verdauungsapparat auf. Darin wird die unverdauliche Zellulose der Pflanzen durch Bakterien und Einzeller in den Vormägen (zum Beispiel beim Rind) oder im Blinddarm (beim Pferd oder Kaninchen) aufgeschlossen, wie Schybli erklärt. «Durch diesen Prozess werden die Kohlenhydrate verwertbar gemacht.» 

Nicht zu vergessen, die Unterschiede im Gebiss. Pflanzenfresser haben Backenzähne mit ebener Kaufläche, die der effizienten Zerkleinerung von Gras und Pflanzen dienen. Fleischfresser hingegen haben spitze dolchförmige Eckzähne, um ihre Beute packen zu können. Ihre Backenzähne sind scharfkantig und helfen dabei, das Fleisch zu zerkleinern. Mit solchen Fang- und Reisszähnen verschlingen Hunde und Katzen ihre Beute oft mit Haut und Haaren.

Wichtige Nährstoffe für Hund und Katze

Vitamin E: Es hilft gegen freie Radikale, die Krebs auslösen können. Es dient als Konservierungsmittel in Trockenfutter und kommt vor allem in pflanzlichen Ölen vor. 

Vitamin C:  Es kommt viel in frischem Obst, Kräutern wie Petersilie und Gemüse vor und gilt unter anderem als Fänger freier Radikale.  

Calcium und Phosphor: Diese beiden Mineralien spielen eine wichtige Rolle beim Knochenstoffwechsel.

(L-)Carnitin: Die Aminosäure befindet sich in rotem Fleisch, vor allem in Schaf- und Lammfleisch und wird bei handelsüblichem Hundefutter selten hinzugefügt. 

Taurin: Diese Aminosäure kommt in tierischem Eiweiss vor und entsteht als Abbauprodukt der Aminosäuren Cystein und Methionin, die in Pflanzen enthalten sind. Taurin ist vor allem für Katzen essenziell und wirkt sich positiv auf die Vermeidung von Herzkrankheiten aus. 

Zink: Das Spurenelement findet man etwa in Knochen, Muskeln, inneren Organen. Es ist wichtig für die Immunabwehr und einen ausgeglichenen Hormonhaushalt.


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Kommentare (3)

S. am 28.06.2014 um 13:03 Uhr
Zu Herrn Weber. Ich bin kein Veganer, aber.... was Sie da in manchen Sätzen schreiben... So ein Quatsch!
Die Aussage, ob Veganer glauben würden, Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf vegan ernähren zu können, ist doch schon von der Logik her schon unhaltbar und dumm. Veganer würden Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf doch überhaupt niemals nicht ernähren oder ernähren wollen!!!
Ich bin zwar auch GEGEN die fleischlose Ernährung von Katzen, (es sei denn, sie können draußen jagen), ich bin aber auch komplett gegen die "Wohnzimmerhaltung" von Katzen (und Hunden), weil nicht artgerecht.
Zu Hunden kann ich weniger sagen, außer, daß ich über-12-jährige Hunde kenne, die vegetarisch (nicht vegan) ernährt werden, die eben KEINEN Tumor haben.
Ich denke aber, es ist egal, welche Ernährungsweise die BESITZER der Hunde verwenden, gesund sind die Hunde gleichermaßen. Ich selbst bin kein Veganer/ Vegetarier, aber ich bin für andere Denkweisen offen.
Man muß aber gar nicht sehr offen sein, um zu erkennen, was das für ein Quatsch ist, den Sie schreiben: Die Aussage, ob Veganer glauben würden, Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf vegan ernähren zu können, is doch völlig unlogisch!
Veganer würden Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf überhaupt nicht ernähren oder ernähren wollen!!! (Die Natur macht das!) Wo sollen sie das bitte? Wo sollen bitte Veganer diese Tiere ernähren wollen? Veganer sind GEGEN jegliche Haltung solcher Tiere! Gegen Zoos, Zirkus und sonstigen von solchen (auch für mich irrsinnigen) Tierhaltungen! Nicht zuletzt auch aus den ethischen Gründen der Fütterung - logischer Weise! Eigentlich dachte ich, daß weiß mittlerweile so ziemlich jeder. Und erst recht, wenn er dazu etwas äußert...
Veganer wollen nicht, daß "MAN" Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf irgendwie ernährt oder ernähren muß. "MAN" hat an diesen Tieren nichts zu suchen! Und ich als Nicht-Veganer sehe das genau so. Veganer sind - für jeden leicht zu erkennen, dachte ich - DIE Gegner jeglicher Haltung von solchen Tieren!
Und noch was... Sie schreiben: Die Natur hat den Hund (und Katze) als Raubtiere geschaffen. DIE NATUR HAT DEN HUND GESCHAFFEN ???
Die Natur hat den Hund überhaupt nicht geschaffen. Der Mensch war das, nicht die Natur! Schon mal einen Mops jagen sehen? Der kann noch nicht mal mehr atmen, geschweige denn ein Tier jagen. Und das soll dann ein Fleischfresser sein ??? Mit Raubtiergebiss? Den die Natur geschaffen hat??? DAS grenzt für mich an Hohn, nicht die Frage der Ernährung von komplett domestizierten Lebewesen, die es in der Natur noch nicht mal gibt (auch Schäferhunde nicht!).
Bären sind auch keine Karnivoren, sondern Omnivoren, also nix mit "zwischendurch pflanzlich". Bären sind reine Allesfresser, keine Fleischfresser. Das "Raubtiergebiss" hat der aus ganz anderen Gründen, nicht, um zu jagen. Das macht der Bär ohnehin eher selten, außer auf Fische. Wie gesagt, ich bin sehr offen für andere Denkweisen, und ich muß ich sagen, im Moment denke ich, daß diese Veganer über einen viel breiteren Horizont verfügen, als so mancher normale Besitzer eines wahrscheinlich extra zum Zwecke des Besitzes gezüchteten Tieres.

Markus Weber am 24.05.2014 um 17:12 Uhr
Können Hunde, Katzen etc. vegetarisch bzw vegan ernährt werden ? Diese Frage ist ein Hohn für die Tiere. Was darüber erzählt wird, dass die Hunde/Katzen gesünder seien und älter werden ist nur Beschönigung und für mich totaler Unsinn.Es grenzt an Lüge.Die Natur hat den Hund und Katze als Raubtiere geschaffen und Gebiss,sowie Verdauungsorgane auf Fleisch eingerichtet.Klar frisst ein Hund/Katze vielleicht mal etwas Gemüse und dagegen ist nichts einzuwenden.Aber dies als Ernährung ist ein Irrsinn.Ich habe schon über 30 Jahre Hunde und nie einen Hund so ernährt.Im März musste meiner jetzt 12jährige Langhaarschäferhündin ein gutartiger 2,5kg Milztumor entfernt werden und sie ist wieder top fit. Macht wieder Wanderungen ohne Probleme und zwar bis zu 6 Stunden.Letztes Jahr machte ich mit ihr noch eine 14stündige Bergtour ohne Probleme.Diese Leistungen würde sie nie mit nur Gemüse-Körnli Ernährung erbringen können.Also gebt den Tieren die ihr zustehende richtige Ernährung.Oder glauben die Veganer, dass man sogar Tiger, Panther, Puma, Löwe, Wolf etc fleischlos ernähren könnte.Die würden dies nicht mal in Fang nehmen.Zudem was vor allem Veganer auf der Home Page erzählen, was durch vegane Ernährung geheilt werden kann, ist absoluter Irrsinn und Unwahrheit.Und was nützt vegane Ernährung, wenn ich mir oder dem Tier die fehlenden Vitamine und Mineralstoffe via Tabletten Chemie zuführen muss.NIchts. Im Gegenteil das schadet nur wieder dem Körper und der Natur, helfen tut es nur der Chemie und Apotheke für mehr Umsatz.Noch zum Kommentar von Dr.E.W.Heinrich. Was dieser angebliche Hr.Dr. schreibt schmeisse ich gleich in den Müll. Es passt genau zu dem was ich geschrieben habe.Nur Unsinn.Denn wenn es so funktionieren sollte, dann könnte man ja Pferde, Schafe, Kühe, Rehe, Esel, Kanichen etc....mit Fleisch ernähren. Aber das funktioniert natürlich nicht, genau wie das umgekehrte nicht gesund ist und funktioniert. Also hören wir doch endlich mit diesem Blödsinn auf und ernähren unsere Tiere so wie es die Natur vorgesehen hat. Noch was wegen dem Gebiss, ein Bär hat auch ein Raubtiergebiss weil er sich tierisch ernährt und nur zwischendurch von Pflanzen.Und der Panda braucht ein anderes Gebiss als z.B. ein Pferd, weil er den Bambus richtig zerbeissen muss. Das ist kein Argument für Veganer Ernährung, was auch für den Mensch ungesund ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Dr. med. Ernst Walter Henrich am 23.05.2014 um 09:48 Uhr
Wieder so ein total irreführender Bericht, in denen Tierärzte zu Wort kommen, die entweder keine ernährungsphsiologischen Kenntnisse haben oder aus ideologischen Gründen Fleisch propagieren. Mehr dazu hier: http://www.provegan.info/de/grundsaetzliches-ueber-vegane-haustierfuetterung/ Abschliessend noch eine Bemerkung zum Gebiss und die daraus abgeleiteten Ernährungsempfehlungen: Ein Pandabär hat ein lupenreines Raubtiergebiss und ist Veganer.

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