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Tierwelt 27/2013

Was sich für den Hund im Zug gehört

7 Kommentare Haustiere, Hunde | Donnerstag, 4. Juli 2013 07:00, Simone Matthieu

Viele Hundehalter haben ihren Liebling immer und überall dabei – auch im Zug. Wie für Herrchen und Frauchen gelten jedoch für Vierbeiner einige Regeln beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel.

Fredy Henggeler ist mit seinem grossen Schäferhund-Mischling ständig in Zürich und Umgebung unterwegs: Zug, Tram, Bus – überall ist Harry mit von der Partie. Doch Henggeler hat nicht nur positive Erfahrungen gemacht. «Wenn es regnet, riecht Harry leider, da ist nichts zu machen. Dann höre ich schon mal böse Bemerkungen von Mitfahrenden.» Und dann gibt es noch diejenigen Menschen, die Angst vor Hunden haben, speziell vor grossen Exemplaren. «Die wechseln sogar die Eingangstür, wenn sie Harry sehen, obwohl er ruhig neben mir am Boden liegt und keinen Ton von sich gibt», sagt Henggeler.

Andere Erfahrungen macht Michelle Grundig. Ihr kleiner Malteser Heidi ist ein wahres Highlight im öffentlichen Verkehr. Das kleine Wuscheltier lässt die Gesichter im Zug aufleuchten. «Ich komme nie so viel ins Gespräch mit anderen Mitfahrern, wie wenn ich Heidi bei mir habe.» Da wird gesprochen, gestreichelt, gelächelt. 

Hunde müssen im Zug immer an der Leine sein
Ob Harry oder Heidi: Für die SBB haben Hunde ebenso das Recht, Bahn zu fahren wie Menschen. «Ich fahre selber viel Bahn und bis jetzt habe ich immer nur Hunde angetroffen, die sich im Zug ruhig verhalten», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig. «Sollte ein Hund aber tatsächlich eher problematisch auf andere Passagiere reagieren oder stören, indem er bellt, wäre sicher die Fahrzeugplattform beim Einstieg ein idealer Ort für den Aufenthalt.» Hunde müssen übrigens während der ganzen Fahrt an der Leine gehalten werden. Im Wagen herumlaufen ist nicht erlaubt. 


Anders als bei der SBB sind Hunde in gewissen Ländern in Zügen verboten. Bild: Gustav Holmström/Flickr

Es gibt noch andere Regeln für den Vierbeiner beim Zugfahren. So müssen die Halter für Hunde ab einer Schulterhöhe von 30 Zentimetern ein ½-Preis-Billett für die zweite Klasse lösen. Kleinere Vierbeiner fahren kostenlos mit. Sind sie in Käfigen, Körben oder anderen geeigneten Behältern verstaut, gelten sie als Handgepäck. Gerade hier hat aber Michelle Grundig ein Problem. Hündin Heidi bleibt partout nicht im extra angeschafften Körbchen und will auf dem Schoss des Frauchens sitzen. Das akzeptiert die SBB nicht: Sitzt Heidi auf ihrem Schoss, muss Grundig für sie wie für einen grossen Hund ein ½-Preis-Billett zahlen – auch wenn sie so ja keinen zusätzlichen Sitzplatz in Anspruch nimmt. 

Keinen Fahrpreis zahlen müssen Assistenztiere wie Blindenhunde. Die Vierbeiner dürfen sogar ins Erstklass-Abteil – sofern ihr Besitzer auch für sich ein Erstklass-Billett gelöst hat. Selbst eine Hunde-Tageskarte bietet die SBB an. Sie kostet 32 Franken und gilt einen ganzen Tag für alle öffentlichen Verkehrsmittel wie Bahn, Schiff, Tram, Bus, Postauto. Voraussetzung ist, dass der Halter ein gültiges Abonnement oder Billett besitzt.

Angst kann sich in Aggression äussern
Für Hundehalter, die oft mit dem Zug unterwegs sind und sich deshalb für ein Generalabonnement (GA) entschieden haben, empfiehlt es sich, auch dem Hund ein GA zu besorgen, es kostet 720 Franken pro Jahr. Vorsicht geboten ist bei der Fahrt in überfüllten Zügen. Inmitten von vielen Menschen können Hunde sich bedrängt fühlen und ängstlich werden und ihre Angst im schlimmsten Fall durch Aggression ausleben – knurren oder zuschnappen.

Fredy Henggeler erlebte dies in einer vollgestopften Luftseilbahn. Ein Passagier, dem es schlecht wurde, setzte sich auf den Boden – neben Harry und wollte mit dem Hund schmusen. Harry stand jedoch derart unter Stress, dass er diese Nähe nicht auch noch ertrug und den Passagier in den Arm schnappte. «Zum Glück passierte nichts Gravierendes, durch Jacke und Pullover sah man kaum die Zahnabdrücke. Es gab nicht einmal blaue Flecken. Das Zuschnappen war nur eine Warnung», sagt Henggeler.

Wie auch ausserhalb von öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Hundehalter verantwortlich für das Verhalten seines Tieres und muss sich je nach Vorfall sogar vor Gericht verantworten. Henggeler hatte Glück. Der Passagier sah ein, dass er Harry in dieser Situation nicht so nahe hätte kommen dürfen und liess die Sache auf sich beruhen.

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Kommentare (7)

Tomy am 12.03.2017 um 11:34 Uhr
Mini Hündin (gross) isch oft uf ere Decki uf em Sitzplatz näbet mer. Höt mol öper bim Personal gmotzet. Snteort isch gsi; da i ä Billet löse muäss. Hät sie mit ere Decki s'Arächt uf ä Sitzplatz. Ha na niä Problem gha.

Sarah Camboni am 11.11.2016 um 11:53 Uhr
Es wäre Fair, wenn Hunde gleich viel bezahlen müssten wie Kinder. Was soll dieser Preisunterschied?

Mario S. am 24.07.2015 um 19:43 Uhr
Ich finde es einfach eine schweinerei von der SBB, dass man für den Hund mehr bezahlt als für ein Kind. Eine Kindertageskarte kostet ca. CHF 17 eine Hundetageskarte hingegen kostet gleich CHF 35. Für Kinder gibt es zudem die Junior- bzw. Enkelkarte zu einem sehr günstigen Preis. Wieso nicht für Hunde? Das Hunde GA Kostet gleich 780.- pro Jahr!
Hinzu kommt, dass der Hund am Boden so gut wie gar kein Platz wegnimmt. Meine Husky Hündin bevorzugt es sowieso unter dem Sitz platz zu nehmen.

Silvia am 08.04.2015 um 09:36 Uhr
mein kleiner Hund ist kleiner als 30cm. Als ich heute mit dem Bus als fahrgast nachhause wollte, kamen die Kontrolleure. Ich hatte mein kleiner Hund auf dem Arm. Ich musste 100.-fr.Busse bezahlen. Ich finde es eine frechheit. Ich fahre seit 8 jahren Zug und Bus mit meinem Hund und musste nie was bezahlen..! Warum dürfen den die Kinder bis 6 jahren gratis fahren, finde ich ungerecht..!

lemmers lucy am 20.12.2013 um 17:36 Uhr
genau das ist das Problem die der SBB Kinder bis 6.Jahren und Riesen .Kinderwagen kosten nichts Kinder dürfen in den Gängen rumrennen und auch noch klebrige Süsswahren auf dir Sitzbänke schmieren aber bei Hunde Haltern gibt es keine Toleranz so ist unsere heutige Gesellschaft

Bornand am 14.11.2013 um 17:17 Uhr
In der Tasche ist möglich NUR bis 30 cm Schulterhöhe, sei est mit der Bahn oder Bus usw. Habe 225 Fr Busse erhalten weil mein kleiner Hund 5 kg auf meiner Schoss war anstatt in der Tasche. Also aufgepasst. Ist wirklich wiederlich wenn man bedenkt dass kleinkinder bis 6. Jahre (also gratis fahrende) auf der Schoss sein sollten, jedoch meistens auf den Plätze sitzen obwohl es nicht erlaubt ist. (siehe www.SBB.ch)

Martin Kohler am 10.07.2013 um 13:44 Uhr
Es gibt auch Menschen die stinken (Schweiss, Alkohol, Arbeitskleidung etc.) und die sitzen "legal" auf einem Sitz. Soll man die auch aus dem Zug weisen?

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