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Pflanzenfresser

Wenn Meerschweinchen Bambus fressen

Haustiere | Freitag, 11. Oktober 2019 16:00, sda

Beim Kauen werden die Zähne von Pflanzenfressern ständig abgerieben. Zürcher Forschende haben festgestellt, dass ihre Zähne für Abrieb unterschiedlich anfällige Bereiche haben.

Wer Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde hält, muss mit ihnen mitunter wegen Zahnproblemen zum Tierarzt. Grund ist der Zahnabrieb, von dem insbesondere Pflanzenfresser betroffen sind. 

Eigentlich ist Zahnschmelz härter als die in Pflanzennahrung vorkommenden Teile, die Zähne abschleifen, schrieb die Universität Zürich in einer Mitteilung vom Mittwoch. Dazu gehören beispielsweise «Blattsteinchen», Silikateinlagerungen in Gräsern. Darüber, wie diese Blattsteinchen Zahnschmelz angreifen können, seien sich Fachleute noch uneins, erklärte Jean-Michel Hatt von der Uni Zürich gemäss der Mitteilung. 

Raspelartige Oberfläche  
Anfälliger für den Abrieb ist weicheres Zahngewebe, das sogenannte Zahnbein oder Dentin, das sich zwischen den Schmelzleisten befindet. Durch die unterschiedlichen Härten von Zahnschmelz und Zahnbein entwickelt sich auf der Kaufläche eine raspelartige Oberfläche: eine Harte Zahnschmelzleiste ragt aus weicherem Zahnbein heraus. Wie aber das Dentin auf Abrieb reagiert, wurde bisher wenig untersucht.

Dies haben Hatt und sein Team mit deutschen Kollegen nachgeholt: Sie fütterten Meerschweinchen mit drei verschiedenen Futterarten, die kein, wenig oder viel Silikateinlagerungen enthalten. Den Effekt auf die Zähne untersuchten sie mittels Mikro-Computer-Tomographie und stellten die Resultate im Fachblatt «Proceedings of the Royal Society B» vor.

Die Ergebnisse waren überraschend eindeutig: Tiere, die Futter mit einem hohen Anteil Blattsteinchen bekommen hatten, nämlich Bambus, hatten drastisch kürzere Zähne, erklärte Studienautorin Louise Martin. Und das, obwohl bei Meerschweinchen auch die Backenzähne ständig nachwachsen.

Für Bambus braucht es Raubtierzähne  
Bei den bambusfressenden Tieren waren insbesondere die Dentin-Oberflächen stark ausgehöhlt. Die Schmelzleisten standen dadurch besonders weit hervor und waren deshalb ebenfalls weniger stabil. Die Folge war auch stärkerer Abrieb am Schmelz.

Bambus gehört zwar zu den Gräsern, wird Haustieren aber in der Regel nicht als Futter angeboten. Das sei auch gut so, betonte Hatt. Das Gebiss von Pferden, Meerschweinchen und Kaninchen ist dafür nicht gewappnet. Anders sieht es bei Tieren aus, die typischerweise Bambus fressen, wie Pandas. «Die Pandabären besitzen als Angehörige der Raubtiere keine typischen Pflanzenfresser-Raspelzähne», so Hatt. Ihre Zähne seien komplett von Zahnschmelz überzogen.

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