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Neue Hundekurs-Regelung

Das ändert sich für Zürcher Hundebesitzer

3 Kommentare Haustiere | Donnerstag, 25. April 2019, sda

Im Kanton Zürich müssen künftig alle Hundebesitzer in einen Kurs – nicht nur die von «grossen und massigen» Tieren. Die Kurse werden aber verkürzt und vereinfacht.

Hundehalter müssen weiterhin Kurse besuchen – so wollte es das Zürcher Stimmvolk im vergangenen Februar. Die Regierung kündigte schon damals an, die Kurse aber zu überarbeiten. Nun liegt diese Überarbeitung vor. Die Kurse werden kürzer, dafür müssen künftig alle Halter einrücken, nicht nur Besitzer von grossen Exemplaren.    

Jeder Zürcher und jede Zürcherin, die zum ersten Mal einen Hund halten, muss künftig zwei Lektionen Theorie absolvieren. Dazu kommen sechs praktische Lektionen, in denen das tiergerechte und sichere Halten eines Hundes vermittelt wird – insgesamt also acht Lektionen.    

In die sechs Lektionen dauernde Praxis-Ausbildung müssen aber nicht nur die Neulinge, sondern alle – unabhängig von der Grösse des Tieres und unabhängig davon, ob die Halter schon mal einen Hund hatten oder nicht. Derzeit ist diese praktische Ausbildung nur für Halter von grossen und massigen Hunden vorgeschrieben.    

Als «gross und massig» gilt ein Hund ab einer Schulterhöhe von 45 Zentimetern und einem Gewicht von 15 Kilogramm.

Ausbildung unabhängig von der Grösse  
Der Regierungsrat ist aber der Überzeugung, dass diese Ausbildung unabhängig von der Hundegrösse sinnvoll ist, wie er am Donnerstag mitteilte. Neu muss also auch eine Chihuahua-Halterin einen Kurs besuchen, was bisher nicht der Fall war.    

Im Gegensatz zum heutigen System mit 14 vorgeschriebenen Lektionen sind die künftigen Hundekurse aber zeitsparender: Neu-Halter müssen acht Lektionen einplanen, erfahrene Besitzer noch sechs.    

Die bisherige Unterscheidung zwischen Welpen-, Junghunde- und Erziehungskurs entfällt, was das Kurssystem vereinfacht. Wann das neue System eingeführt werden kann, ist offen. Nun muss noch der Kantonsrat über diese neue Regelung entscheiden.

Eines der schärfsten Gesetze der Schweiz  
Die bürgerliche Kantonsrats-Mehrheit hatte im vergangenen Jahr entschieden, die Kurse abzuschaffen, weil sie trotz grossem Aufwand nur wenig brächten. Die Zahl der Bissvorfälle sei nicht wie erhofft zurückgegangen, argumentierten die Bürgerlichen.    

Die Ratsminderheit wollte die Halter aber weiterhin zu Kursen verpflichten und ergriff das Behördenreferendum, weshalb die Vorlage vors Volk kam. Die Stimmberechtigten waren gleicher Meinung wie die Ratsminderheit und wollten die Halter nicht von der Leine lassen («Tierwelt Online» berichtete).    

Der Kanton Zürich hat eines der schärfsten Hundegesetze der Schweiz. Seit 2010 dürfen Rassen mit erhöhtem Gefährdungspotential nicht mehr gehalten oder gezüchtet werden. Auf der Liste der verbotenen Rassen sind etwa Pitbulls und Bullterrier. Verboten sind auch Mischlinge, die mehr als 10 Prozent Blutanteil solcher Rassen in sich tragen.

Auslöser für diese Liste und für die obligatorischen Kurse war ein Todesfall in Oberglatt im Jahr 2005. Damals hatten drei Pitbulls einen sechsjährigen Knaben tot gebissen.

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Kommentare (3)

Petra Drastik am 02.05.2019 um 09:56 Uhr
Ein weiteres, trauriges Beispiel dafür, dass wieder mal am grünen Tisch das Pferd am Schwanz aufgezäumt wird. Eine erste sinnvolle Massnahme wäre die kompetente Beratung VOR der Anschaffung eines Hundes. Was Hund und Hundehalter in den zur Diskussion stehenden Kursen vermittelt wird, zeigen die Resultate, die nun ihrerseits weiteren "Handlungsbedarf" fordern. Ich bin absolut für Welpen- und Erziehungskurse, aber nur, wenn sie korrekt und kompetent aufgegleist sind.

Claire am 28.04.2019 um 09:34 Uhr
Zum Kinder erziehen braucht’s keine Kurse, aber für Hunde halten. Lächerlich

susan vogler-pinfold am 26.04.2019 um 04:25 Uhr
Endlich müssen die Kleinen ( und oft giftige) auch dran . Aber ich denke die Hunde lernen alles schneller als die Besitzer. Die sind zum Teil schwer erziehbar!
Und was passiert wenn ein Halter nachher nicht daran haltet? Wird der Hund weg genommen? Das wird schwierig!

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