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124'000 Unterschriften

Volksinitiative gegen Tierversuche eingereicht

Haustiere | Montag, 18. März 2019, sda

Die eidgenössische Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» ist am Montag mit rund 124'000 Unterschriften in Bern bei der Bundeskanzlei eingereicht worden. 

Die Initiative will alle Versuche an Tieren und Menschen sowie die Einfuhr von Produkten, für die Tier- und/oder Menschenversuche durchgeführt wurden, verbieten.      

Ziel der Initiative mit dem Titel: «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» ist es ausserdem, Tierversuche in der Bundesverfassung als Quälerei und Verbrechen einzustufen. Auch Versuche an Menschen sollen verboten werden.      

Die Initiative, die 2017 von St. Galler Bürgern lanciert wurde, unterstützten rund 80 Organisationen und Unternehmen. Darunter sind Vertreter von SP und Grünen sowie verschiedene Tierschutzgruppen und Tierparteien.      

Es ist nicht die erste Initiative in der Schweiz, die sich mit dem Verbot von Tierversuchen beschäftigt: 1992 wurde eine Vorlage abgelehnt, die eine «drastische und schrittweise Einschränkung der Tierversuche» vorgesehen hätte. 2007 kam im Kanton Genf eine Initiative gegen Tierversuche nicht zustande. Die Schweizer Liga gegen Vivisektion (SLGV) hatte zu wenig Unterschriften eingereicht.

Swissuniversities, die Standesorganisation von Schweizer Universitäten und Fachhochschulen, warnte am Montag vor der Initiative. Sie vertrete eine extreme Haltung, die nicht nur die Forschung gefährde, sondern auch verhindere, dass Menschen und Tiere in der Schweiz von künftigen medizinischen Fortschritten profitieren könnten.    

Die Verwendung von Tiermodellen und klinischen Studien ist nach Ansicht von Swissuniversities notwendig, um Grundlagenwissen zu erwerben und neue Medizinprodukte und -verfahren zu entwickeln. Die Tierversuchsgesetzgebung der Schweiz gehöre zu den strengsten der Welt. Die heutigen gesetzlichen Grundlagen würden eine ethisch vertretbare Forschung gewährleisten.

Gegner sehen Forschungsstandort in Gefahr  
Deutliche Worte gegen die Initiative fand am Montag auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF). Durch ein totales Verbot von Tierversuchen und klinischen Studien würde die Schweiz den Anschluss an die internationale Forschung verlieren, schrieb er. Tierversuche seine wichtig für die Forschung, weil sie essentielle Erkenntnisse lieferten, die langfristig zur Entwicklung neuer Therapieansätze führen könnten.    

Bei einer Annahme der Initiative wäre «der Forschungsstandort Schweiz ruiniert und die Schweiz vom weiteren medizinischen Fortschritt ausgeschlossen», teilte der Verein «Forschung für Leben» am Montag mit. Mit dem Forschungsverbot würden die Schweizer Hochschulen auf einen Schlag vom internationalen medizinischen Fortschritt ausgeschlossen. Den Forschenden würde nur noch die Abwanderung ins Ausland bleiben.    

«Wer gegenwärtig medizinischen Fortschritt ohne Tierversuche und klinische Forschung ermöglichen will, träumt», schreibt der Verein weiter. Das sei schlicht nicht möglich, denn das Wissen basiere unter anderem auch auf der komplexen Erforschung eines ganzen Organismus. Dieser lasse sich bislang noch nicht in Computermodellen abbilden. Und auch wenn dem so wäre: Irgendwann müsse ein neuer Wirk- oder Impfstoff im Menschen getestet werden.      

Laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) dürfen Tierversuche in der Schweiz bislang nur durchgeführt werden, wenn «keine Alternativen zur Verfügung stehen». 2017 wurden in der Schweiz demnach 614'581 Tiere für Tierversuche eingesetzt, 2,4 Prozent weniger als noch 2016. Zwei Drittel der Versuchstiere waren Mäuse.  

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