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Naturmuseum Solothurn

Katzen unterwegs im Auftrag der Wissenschaft

Haustiere | Freitag, 12. Oktober 2018 15:00, sda/msi

Jagen im Namen der Forschung: Um mehr über die lokale Verbreitung von Nagern und Spitzmäusen herauszufinden, zählt das Natumuseum Solothurn auf die Hilfe von Katzen. 

Mit einem ungewohnten Projekt versucht das Naturmuseum Solothurn mehr über Spitzmäuse und kleine Nager herauszufinden: Das Museum sammelt die toten Nager, welche die Katzen in den Kantonen Solothurn und Bern nach Hause bringen.    

Mehr als 400 Mäuse und kleine Säugetiere gaben die Katzen-Halter seit Mai ab, wie das Naturmuseum Solothurn am Mittwoch in einem Zwischenbericht mitteilte. Das Projekt «Zeig mir Deine Maus, Katze!» läuft noch bis Ende November.    

Etwas weniger als die Hälfte der eingegangenen Tiere konnte bislang bestimmt werden. 17 verschiedene Arten von Kleinsäugern wurden so bereits nachgewiesen. Am häufigsten wurde die Hausspitzmaus erbeutet, gefolgt von der Schermaus und der Feldmaus. Auch weniger häufige Arten wurden abgegeben, darunter zum Beispiel ein Gartenschläfer. Die Resultate fliessen in den neuen Verbreitungsatlas der Säugetiere der Schweiz und Liechtenstein ein.    

Sie dienen gemäss Naturmuseum so dem Schutz und der Förderung der kleinen Nager und Spitzmäuse. Die toten Mäuse würden einen Fundus an neuen Informationen bieten. Es sei wenig über das Vorkommen und die Verbreitung der Mäuse, Spitzmäuse, Fledermäuse, Schläfer und Kleinraubtiere bekannt. Bei der Erforschung von Kleinsäugern könnten Katzen eine wichtige Rolle spielen, hält das Naturmuseum fest. Es wird beim Projekt von Quadrapoda, einem Büro für Wildbiologie in Bern, unterstützt.  

Nur eine Hausmaus  
Die 1,4 Millionen Freigänger-Katzen in der Schweiz erbeuten nach Schätzungen 10 Millionen Mäuse und andere Kleinsäuger pro Jahr. Da können die Katzen weiterhin fleissig Mäuse jagen: Das Naturmuseum Solothurn freut sich nach eigenen Angaben jedenfalls «über jede Maus, die den Weg ins Projekt findet».    

Seltene Arten wie die Wasserspitzmaus oder die Kleinwühlmaus fehlen bisher unter den Nachweisen. «Um hier noch etwas mehr zu erfahren, sind wir weiterhin auf die Mithilfe der Katzen angewiesen», schreibt das Naturmuseum. Erstaunlicherweise fänden sich auch vermeintlich häufige Aren wie die Haus- und die Rötelmaus bis jetzt noch nicht viel unter den eingeschickten Beutetieren – von Ersterer gerade mal ein Exemplar. Auch hier erhofft sich das Museum aufschlussreiche Ergebnisse. 

Was tun mit der toten Maus?  
Die Katzenhalter können den toten Kleinnager einfach in einen Plastiksack legen, einen Zettel mit Name, Adresse, Telefonnummer, Emailadresse und Fundort dazugeben und das Säckli so gut wie möglich verschliessen. Nötigenfalls im Tiefkühler lagern. An folgenden Stellen kann das Päckli abgegeben werden: Kleintierpraxis de la Gare in Biel, Kleintierpraxis Grosses Moos in Ins, Kleintierpraxis Lyssbach in Lyss, Tierarzt Bruno Lötscher in Brienz, Tierklinik Sonnenhof in Derendingen, Tierarztpraxis am Bahnhof in Thun, Tierarztpraxis am Bahnhof AG in Langnau, Tierarzt Andreas Küttel in Oey, Tierarztpraxis Lauenen in Thun, Tierarztpraxis am Homberg in Wangen b. Olten, Tierklinik Curavet AG in Burgdorf, VETcetera in Köniz, Tierheim Oberbottigen des Berner Tierschutzes, Naturpark Gantrisch sowie Naturhistorisches Museum Bern. Die Abgabestellen finden sich auch unter diesem Link.    

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