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Unterwegs mit Tieren

Bello im Körbchen

Haustiere, Hunde | Donnerstag, 26. Oktober 2017 08:00, Daniela Poschmann

Wer eine Velotour mit dem Hund machen will, muss diesen gesichertmitführen können. Für die Kleinen gibts das Lenkradkörbli, für die Grösseren den Anhänger oder das trendige Lastenrad.

 Wenn die Herbstsonne scheint und das Velo ruft, geraten Hundehalter in ein Dilemma. Lassen sie ihren Liebling daheim und drehen nur eine kurze Runde? Oder darf der Vierbeiner mit? Dafür braucht es aber ein passendes Fahrgestell:   Anhänger, Lenkradkorb oder Lastenrad – die Auswahl ist vielfältig. Der Trend geht zum Letzteren. Der Vorteil dabei: Beim Lastenrad hat man die wertvolle Fracht immer im Blick. Werden zurzeit hauptsächlich Kinder damit transportiert, gibt es nun bereits eigens kreierte Modelle für Vierbeiner. Diese haben vergleichsweise hohe Holzpaneele, damit der Hund auch wirklich nicht herausspringen kann, und meist eine Ein- und Ausstiegsluke, manchmal auch eine Rampe und mitunter eine Antirutschmatte. Ausserdem sind sie entweder mit einem Käfig drumherum gesichert oder enthalten Ösen für das Hundegeschirr beziehungsweise die Leine. Denn der Hund gilt im Strassengesetz als Fracht und muss gesichert transportiert werden.

Von der Grösse abhängig
Solche Sicherungen gibt es zwar auch für Fahrradkörbe, allerdings sind die laut Hans­ueli Beer, Zentralpräsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG), lediglich für Fellnasen bis zu zehn Kilo geeignet. Auch Elke Dähler von der Hundeschule «Hund an Bord» im Zürcher Unterland macht die Entscheidung – ob Korb oder Lastenrad – von der Grösse des Hundes abhängig. Sie betont aber auch: «Man muss sich bewusst sein, dass der Hund im Falles eines Unfalles relativ ungeschützt ist.» Denn tatsächlich gelten Anhänger bisher noch als sicherste Variante, da sie im Falle eines Sturzes in der Regel nicht mit umkippen.

Prinzipiell hält sie es aber für eine gute Sache, wenn Hunde auf dem Velo mitfahren können und empfiehlt es vor allem an sehr heissen Tagen sowie immer für alte und junge Tiere. Älteren Zeitgenossen bietet ein Korb die eine oder andere Verschnaufpause und Welpen sollten laut Dähler generell nicht am Rad mitlaufen. Sie sind im Wachstum, weshalb ihre Knochen noch recht weich und mit Vorsicht zu beanspruchen sind. Apropos Jungtiere: So manches Lastenrad bedient sowohl Tierfreunde als auch Eltern. Denn zusätzlich zu der oben erwähnten hündischen Ausstattung haben einige Modelle Extras wie eine Bank oder einen Dreipunktgurt für Kinder.

Hat man sich als Halter schlussendlich für die geeignete Transportbox entschieden, geht es ans Training. Ist dem Vierbeiner das Fahrrad völlig fremd, schiebt man es am besten zuerst eine Weile durch die Gegend und lässt das Tier nebenherlaufen. So wird dem Hund die Angst genommen, er lernt, wie es sich bewegt und wie es tönt. Hat das Tier keine Scheu, sollte täglich in circa 15-minütigen Etappen geübt werden. Konsequent durchgezogen reicht im Schnitt eine Woche, bis die erste Tour gemacht werden kann – je nach Charakter des Hundes und des Herrchens kann es allerdings auch länger dauern.

Schritt für Schritt in den Velokorb
Für den Anfang sollte man den Korb nach Möglichkeit vom Rad abschrauben, auf den Boden stellen und den Hund ein paar Mal reinspringen lassen. Steht er mit allen vieren drin, kann er gleich wieder aussteigen und wird belohnt. Fehlt die eigens dafür konzipierte Rampe, tun es auch eine Parkbank oder Treppenstufen, sollte der Korb zu hoch sein.

Als zweiten Schritt gilt es die Dauer zu verlängern. Der Hund muss lernen, einzusteigen, im Korb sitzen zu bleiben und erst beim abgemachten Signal wieder rauszuspringen und seine Belohnung zu kassieren. Sobald er auf Signal rein- und wieder rausspringt, zwischendurch aber geduldig sitzen bleibt, kann man mit den ersten Bewegungsübungen beginnen. Es reicht, das Velo festzuhalten und den Korb ab und an leicht nach rechts und links zu neigen. Bleibt Bello auch hierbei entspannt sitzen, hat er sich natürlich wieder ein Leckerli verdient.

Jetzt kann man das Rad langsam schieben, während der Hund im Korb sitzt. Auch wenn es gut läuft, heisst die Devise: Kurze Etappen und die Situation immer wieder unterbrechen, um mögliche Anspannungen zu lösen. Klappt es so weit, heisst es nun: Rauf auf den Sattel! Die ersten kurzen Fahreinheiten können beginnen.

Was kompliziert klingt, sei meistens kein grosses Problem, wenn man mit Ruhe, Geduld und etwas Trainingsgeschick an die Sache herangehe, beruhigt Hundetrainerin Dähler. Das Wichtigste sei aber, darauf zu achten, «ob es für den Hund eher eine stressige Angelegenheit ist oder ob er wirklich gerne mitfährt», sagt Dähler. Dann steht einer ausgiebigen Velotour nichts mehr im Weg.

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