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Heimliche Mäusejäger

Die Katzen von Disneyland

Haustiere | Mittwoch, 19. Juli 2017, Meret Signer

Das Disneyland in Kalifornien erfreut nicht nur kleine Kinder, grosse Kinder und sonstige Junggebliebene, sondern auch Katzen. Gut 200 von ihnen bevölkern den Vergnügungspark – und sie sind herzlich wilkommen.

Wenn abends die Lichter ausgehen, wenn sich die letzten Besucher auf den Heimweg oder auf den Weg ins Hotel machen, wenn die Mechaniker, Gärtner und Putzkolonnen ihren Dienst antreten, dann schleichen auch sie aus ihren Verstecken: die rund 200 Katzen, die im Disneyland in Anaheim im US-Staat Kalifornien zuhause sind. Seit Anbeginn der Zeiten leben sie dort, will man ihnen denn Glauben schenken. Ihre Vorfahren hätten im Dornröschen-Schloss gewohnt, bis man sie einfach rausgeschmissen hätte, «schreiben» die Katzen auf dem Blog «The Cats of Disneyland».  

«Seither streifen wir auf den Wegen von Disneyland umher. Ehrlich gesagt, wir regieren den Park. Ohne uns würden die Nagetiere hier Amok laufen. Uns ist der Zugang nirgends verwehrt. Disneyland ist unser Land.»

 

This is a very nice picture of Emmett, sent in by @rhampton74. Remember to email your photos to catsofdisneyland@gmail.com

A post shared by Cats of Disneyland (@disneylandcats) on May 8, 2016 at 4:37pm PDT

 

Natürlich haben die Büsi das nicht selbst geschrieben, sondern die Betreiber von «The Cats of Disneyland» und der dazugehörenden Facebook- und Instagram-Seiten. Eine wirklich gute Erklärung, wie die Katzen in den Vergnügungspark gekommen sind, können aber auch sie nicht liefern. Seit der Eröffnung von Disneyland 1955 habe es dort Katzen gegeben. Bei einer Inspektion des Dornröschen-Schlosses kurz nach der Eröffnung, angeführt von Walt Disney persönlich, sei man auf etliche verwilderte Katze gestossen, alle voller Flöhe. Die «Schlossbesetzer» wurden von Mitarbeitern adoptiert, doch viele weitere kamen bereits jede Nacht in den Park, um dort zu jagen – frei von den Gefahren, denen sich Strassenkatzen sonst ausgesetzt sahen.  

Walt Disney in den frühen Tages des Parks. Auch eine Katze war dabei.

 

Zur selben Zeit hatte Disneyland auch tatsächlich ein Problem mit Mäusen. Da entschloss man sich, einen «Deal» mit den Katzen einzugehen, der auch heute noch gilt. Als Gegenleistung für die Mäusejagd, welche die Büsi viel effizienter als jeder Kammerjäger erledigen konnten, stellte man überall im Park Fress-Stationen auf – für den Fall, dass es doch mal nicht genug Mäuse gab. Alle Katzen wurden eingefangen und kastriert. Heute kümmern sich die Mitarbeiter der «Circle D Ranch», einer Attraktion des Parks, auf der es auch Pferde gibt, um die Büsi. Es ist ihre Aufgabe, das Essen nachzufüllen oder die medizinische Versorgung zu gewährleisten, falls die Katzen krank sind.    

 

 

Als Besucher kriegt man die scheuen Tiere nur selten zu sehen. Falls eine Katze anfängt, sich den Menschen anzunähern und sich wohl um sie zu fühlen, wird sie an einen Mitarbeiter vermittelt. Dies gilt auch für allfällige Würfe von kleinen Büsi, die versehentlich im Park geboren werden. Die nun schon seit Jahrzehnten andauernde Partnerschaft zwischen Disney und 200 wilden Katzen hat sich bewährt. Was wohl Micky Maus dazu sagt?

 

 

 

 

 

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