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Noch kein Nutzen nachgewiesen

Kritik an obligatorischen Hundekursen

8 Kommentare Haustiere | Montag, 21. März 2016, Walter Jäggi

Seit 2010 müssen Hundehalter einen Sachkundenachweis erbringen, wenn sie einen Hund übernehmen. Jetzt hat das zuständige Bundesamt untersuchen lassen, was dieses Kursobligatorium bringt – mit zwiespältigen Ergebnissen. 

Das private Forschungsbüro Econcept hat den Sachkundenachweis (SKN) für Hundehalter unter die Lupe genommen. Die Schlussfolgerungen sind brisant. Ein allfälliger Entscheid zur Weiterführung der Ausbildungspflicht lasse sich mit den Daten nicht begründen, schreiben die Forscher an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Die Studie hat gezeigt: Beweise für den Nutzen des SKN-Obligatoriums gibt es nicht. Es fehlen in vielen Kantonen zuverlässige Zahlen und Statistiken. Erfasst werden nur Unfälle mit Hunden und Tierschutzfälle, bei beiden ist seit der Einführung des SKN-Obligatoriums für Hundehalter 2010 keine Veränderung erkennbar.

Die Pflicht zum SKN besteht aus zwei Teilen: Wer noch nie einen Hund besass, muss einen Theoriekurs besuchen. Kommt ein neuer Hund ins Haus, muss jeder Besitzer, auch der, der schon Hunde hatte, einen Praxiskurs absolvieren. Der Theoriekurs muss abgeschlossen werden, bevor man einen Hund kauft. Anfängerinnen und Anfänger sollen zuerst ein paar Grundsätze kennenlernen und sich klar werden, was für ein Hund in Frage kommt. In der Praxis funktioniert dies kaum: 59 Prozent der befragten Hundehalter haben den Kurs absolviert, nachdem sie den Hund gekauft hatten. Auf den Rat erfahrener Ausbildner haben sie demnach verzichtet – und sich möglicherweise für die falsche Rasse entschieden. 75 Prozent der Kursbesucherinnen und -besucher finden den Kurs nutzlos für die Hundewahl.

Jeder fünfte Hundehalter drückt sich
Nach dem Kurs beurteilen 90 Prozent der Hundehalter die Qualität positiv. Die Fachleute der kantonalen Veterinärämter sind erheblich kritischer, nur knapp die Hälfte der Befragten finden die Kurse gut oder eher gut. Kritik gibt es vor allem am Praxiskurs. Er sei viel zu kurz (vier Lektionen, in einzelnen Kantonen etwas mehr) und verleite zur Annahme, jetzt sei der Hund erzogen. Immerhin besuchen 40 Prozent der Teilnehmer  freiwillig weitere Kurse. Ein Vorschlag lautet, den Praxiskurs neu zu gestalten. Heute treffen sich hier Anfänger, die noch nie einen Hund hatten, und erfahrene Hündeler, die bloss in den Kurs kommen, weil sie ein neues Tier übernommen haben. Die Bedürfnisse dieser Gruppen sind nicht die gleichen. 

Mindestens 20 Prozent der zum Kursbesuch verpflichteten Personen drücken sich allerdings überhaupt darum. Was dann geschieht, ist vom Kanton und von der Gemeinde abhängig. Echte Sanktionen gibt es selten, den Ämtern ist der Aufwand zu gross, die rechtlichen Handhaben sind dünn, sofern der Hund nicht gerade einen Beissunfall verursacht hat oder ein Tierschutzverfahren läuft.

Qualitätsunterschiede
Noch nicht zu genügen vermögen Ausbildung und Kontrolle der Kursleiter. Rund 2500 davon sind beim BLV registriert, die meisten sind erst im Geschäft, seit es diese obligatorischen Kurse gibt. Die Ausbildungsstätten, welche diese Trainerinnen und Trainer schulen, müssen auf die Qualität und auf die Qualifikation der Referenten hin überprüft werden. Drei Viertel der kantonalen Veterinärämter sind jedoch unzufrieden. Der Inhalt und die Qualität der Kurse seien sehr verschieden. Kontrollen müssten vermehrt durchgeführt werden, am besten durch das Bundesamt. Die Trainer finden das Verfahren zwar in Ordnung, stellen aber ebenfalls sehr grosse Qualitätsunterschiede fest. Begrüsst würde eine einheitliche Prüfung, allenfalls gar eine eidgenössische Berufsprüfung –  Hundeausbildung wäre dann ein richtiger Beruf.

Es gebe jetzt drei Möglichkeiten, heisst es im Bericht. Entweder wird die Pflicht für den SKN beibehalten, aber das System verbessert. Oder man verzichtet mangels nachweisbarem Nutzen auf das aufwendige System. Oder aber man setzt die heutige Praxis fort, die auf einem freien Markt an Kursen basiert und den Aufwand bei den Ämtern in Grenzen hält.

Wenn die Fachleute schon keinen klaren Nutzen des SKN-Obligatoriums nachweisen können, so haben sich die Diskussionen darüber doch in der Öffentlichkeit ausgewirkt. Bei einer Publikumsbefragung äusserten  35 Prozent der Befragten die Meinung, Hundehalter hätten ihre Tiere heute besser im Griff als in den letzten Jahren. 

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Kommentare (8)

Elisabeth Benz am 18.04.2016 um 10:05 Uhr
Es kann doch nicht sein dass Hundeführer die Prüfungen gemacht haben sei ein IPO, VPG oder Begleithund bei jedem neuen Hund diesen Kurs absolvieren müssen, vor allem wissen diese Hündeler mehr als die sogenannten Fachleute die den SKN anbieten

Trüssel am 11.04.2016 um 09:15 Uhr
Diese Kurse bringen gar nichts,das ist ein Schuss in den Ofen.Was ich in dem Kurs erlebt und gesehen habe,das geht nicht. mein Hund ist keine Fress maschiene. Ein Hund braucht viel Liebe und Streicheleinheiten.Die Körpersprache ist sehr wichtig.So wie der Mensch so der Hund.

ruedi bolli am 30.03.2016 um 17:22 Uhr
Das ganze Theater hat sich entwickelt, als in Oberglatt drei Bestien einen kleinen Knaben töteten. Die Behörden kannten den Besitzer und seine Kampfhunde schon lange, machten aber nichts. Nach dem Todesfall musste man Handeln, und das ist das Ergebnis! Seit 1961 halte ich immer einen Hund, mit jedem waren wir im Welpenkurs. Mit dem Jetztigen musste ich den Kurs besuchen, alles was wir dort lernen sollten konnten wir schon. Ein Erlebiss hatte ich trozdem. Da war eine junge Dame mit Schäferhund, mit Null Beziehung gegenseitig, während dem Unterricht stand der Hund meistens auf den hinter Füssen, gehorchen ein totales Fremdwort.

Helmut Baumli am 25.03.2016 um 17:37 Uhr
Lächerlich finde ich, dass bei jedem neuen Hund den man betreuen will, einen sogenannten obligatorischen SKN Kurs absolvieren muss. Ich frage mich ernsthaft, welche Hirne solchen Stuss ausgebrütet haben. Das wäre so, wie wenn man bei einem neuen Autokauf die Fahrprüfung wiederholen müsste, um die verschiedenen neuen Hebelchen kennenzulernen. Der Amtsschimmel ist unergründlich und wiehert seit Urzeiten ununterbrochen.
Mit den besten Seldwylagrüssen
Helmut Baumli

Stalder Peter am 25.03.2016 um 16:16 Uhr
diese Kurse sind reine Geld Macherei und füllen nur die Kassen der Kursanbieter und bringen gar nichts. Langjärige, seriöse Hunde Besietzer brauchen das auf keinen Fall.

Brigitte Blättler am 25.03.2016 um 15:03 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren, ich finde auch das dieser Kurs überhaupt nichts bringt!Das ist reine Abzocke.Wir hatten schon als Kind einen Hund und mit 17 Jahren habe ich meinen ersten Hund selber gekauft und halte jetzt immer mehrere Hunde und sind alle wohlerzogen ohne einen Kurs! Ich denke wir zahlen ja schon genug Hundesteuern und werden immer mehr eingeengt sei es bei spazieren oder andere Freizeitbeschäftigungen!MFG B.B.

Rosmarie Hallauer-Leu am 24.03.2016 um 18:43 Uhr
Geehrte Damen und Herren, die ganzen Hundeerziehungskurse nützen überhaupt nichts. Ich bin noch keinem Hund begegnet, der nach dem Kurs "erzogen" war. Selbst Hunde der Kursleitung wissen nicht was gehorchen ist !!!! Da kommt mir die Galle hoch. Ich habe selber schon den 4.Hund und habe jeden selbst erzogen und hatte nie Probleme. Sollte ich nochmals einen Hund kaufen, wenn mein lieber Jacki nicht mehr ist, werde ich bestimmt keinen Kurs besuchen.
Liebe Grüsse, RH

Markus Manz am 24.03.2016 um 12:41 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren. Solche Kurse bringen überhaubt nichs. Jeder Mensch kann seinen Hund selber erziehen,dafür braucht man keinen Hundetrainer. In der ganzen Menschheitsgeschichte hat man Tiere gehabt und schon damals hat jeder gewusst,wie man mit den Tieren umgeht. Für mich ist das heutzutage Abzockerei,schon wenn ich sehe wie überall,solche Hundetrainers und Schulen aus dem Boden stampfen und jeder will es besser wissen.Ich finde es Himmeltraurig,dass Ältere Menschen ein kleines Hundeli anschaffen und dann solche nichsbringende Kurse machen müssen. Ich habe früher Jahrelang Hunde gehabt und jetz hab ich mir einen Kleinen Hund angeschaft. Es muss mir niemand beibringen wie man einen Hund erzieht und ich werde auch keinen Kurs besuchen,denn das ist einzig und allein privatsache. Es wäre besser man macht vermehrt kontrollen wo Tiere schlecht behandelt werden und solche Kurse nur für problemhunde absolwiert werden müssen. Freuntliche Grüsse M.M.

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