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Katzen und Menschen

Ihr Büsi vermisst Sie nicht

Haustiere | Mittwoch, 9. September 2015, Meret Signer

Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Einer Katze geht es wunderprächtig auch ohne ihren Halter. Dies behauptet zumindest eine neue Studie.

Geht der Katzenbesitzer morgens aus dem Haus, wird sein Büsi ihm nicht hinterher trauern, sondern sorglos seinem Tagesgeschäft nachgehen, meinen Forscher der britischen Universität Lincoln. Im Gegensatz zu Hunden gehen Katzen mit ihren Haltern keine sogenannte «sichere Bindung» ein. Während der Hund sich in der Nähe seines Herrchens sicher und geborgen fühlt und bei dessen Abwesenheit Stresssymptome zeigt, ist dies der Katze offenbar herzlich egal.

Zu diesem Schluss gelangten die Wissenschaftler nach einer Serie von psychologischen Experimenten, die normalerweise dazu angewendet werden, die Bindung von Kleinkindern an ihre Mütter zu testen. Dabei wurden Katzen in eine ihnen unbekannte Umgebung gesetzt – mal alleine, mal zusammen mit ihrem Besitzer, einer fremden Person oder beiden. 

Unabhängige Katzen  
«In neuen, unvertrauten Situationen suchen Tiere, die an ihrem Betreuer hängen, vermehrt den Kontakt zu diesem, zeigen Zeichen von Stress, wenn er sie verlässt und freuen sich, wenn er zurück kommt», erklärt Studienleiter Daniel Mills in einer Mitteilung seiner Universität. Bei den zwanzig getesteten Katzen seien keine solchen Anzeichen einer «sicheren Bindung» festgestellt worden. «Die Resultate unserer Studie zeigen, dass Katzen sehr viel unabhängiger sind als Hunde», sagt Mills. 

Zwar konnten die Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse im Fachmagazin «PLOS One» veröffentlicht haben, beobachten, dass Katzen, welche von ihrem Besitzer mit der fremden Person allein gelassen wurden, vermehrt miauten. Dies deuteten die Forscher als Zeichen der Frustration, vom Besitzer verlassen zu werden, nicht aber als fehlendes Gefühl von Sicherheit in einer fremden Situation.

Büsi hat uns trotzdem lieb  
Dennoch gibt es Trost für Katzenhalter: Die Studie sagt nicht, dass Katzen ihre Menschen nicht gernhaben. «Unsere Resultate widersprechen nicht der Annahme, dass Katzen soziale Bindungen und enge Beziehungen zu Menschen eingehen können», stellt Verhaltensforscher Mills klar. «Sie zeigen lediglich, dass diese Beziehungen nicht auf einem Verlangen nach Sicherheit basieren.»

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