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Grosses ABC der Katzenfütterung

Haustiere | Donnerstag, 23. Oktober 2014 06:45, Tanja Warter

Katzen sind nicht nur hoch spezialisierte Fleischfresser, sondern auch überaus wählerisch. Was tut ihnen gut und wo ist Vorsicht geboten? Was gilt es zu beachten? Eine alphabetische Checkliste gibt Antworten.

Adipositas tritt auf, wenn eine Katze mehr Energie aufnimmt, als sie braucht. Dann wird die überschüssige Energie als Fett gespeichert. Verwöhnte Wohnungskatzen bringen manchmal über zwölf Kilogramm auf die Waage. 

Barf ist die Abkürzung für biologisch-artgerechte Rohfütterung. Diese Art der Fütterung ist bei Katzen machbar, sollte aber nur unter Kontrolle eines auf Ernährung spezialisierten Tierarztes erfolgen, denn die Gefahr von Mangelerscheinungen oder Überversorgung ist gross.

C-Vitamin muss man Katzen nicht zufüttern – auch nicht in der kalten Jahreszeit. Anders als wir Menschen können Stubentiger Vitamin C selbst in ihrem Körper herstellen. 

Dosenfutter schmeckt den meisten Katzen besser als Trockenfutter. Es ist unterm Strich zwar teurer, Katzen nehmen mit Dosenfutter aber mehr Flüssigkeit auf. Gerade für diejenigen, die nur wenig trinken, ist es deshalb unentbehrlich.

Extrarationen sind grundsätzlich erlaubt. Sie sollten allerdings nur als kleine Belohnungen dienen. Katzen mit Übergewicht bekommen besser keine Snacks. Alternativ kann man die Tiere mit Streicheleinheiten oder Spielen loben.

Futterwechsel sind für viele Katzen ein Graus. Manche verhungern lieber, bevor sie ein neues Produkt anrühren. Darum ist es wichtig, bereits Katzenkindern verschiedene Dinge anzubieten, damit sie als erwachsene Katzen flexibler sind.

Geruch ist ein Hauptkriterium, ob die Katze ein Futter akzeptiert oder nicht. Etwas Hühnerbrühe kann helfen, ein neues Futter attraktiver zu machen.

Harnsteine können, speziell bei Katern, die Harnröhre völlig verstopfen – eine lebensbedrohliche Situation. Solche Steine können durch passende Fütterung verhindert, teilweise sogar aufgelöst werden, indem der Säurewert des Harns reguliert wird. Betroffene Tiere benötigen spezielles Diätfutter.

Idealgewicht können Katzenbesitzer bei ihrem Tier leicht selbst überprüfen: Die Rippen sollten mit ganz leichtem Druck spürbar sein und von oben sollte eine leichte Taille zu sehen sein. 

Jagdverhalten gehört zu den grundlegendsten Instinkten der Katze und ist als Bewegungsprogramm ideal. Zwei Mal am Tag etwa 15 Minuten Jagdspiele halten Katzen fit, schlank und gesund.

Kälte ist ein Aromakiller für Katzenfutter. Servieren Sie das Menü deshalb nie frisch aus dem Kühlschrank, sondern lassen Sie es bei Zimmertemperatur anwärmen.

Linolsäure hat bei Unterversorgung eine Reihe von Hautreaktionen zur Folge. Trockenheit, Schuppenbildung, Juckreiz oder stumpfes Fell sind Auswirkungen von Linolsäuremangel. Bei bestehenden Hautproblemen kann Linolsäure unterstützend eingesetzt werden. 

Mäuse sind die gesündeste Nahrung für Katzen. Sie enthalten alles, was unsere domestizierten Raubtiere benötigen. Kein Wunder also, dass die Natur sie ganz oben auf dem Büsi-Speiseplan angesiedelt hat.   

Nulldiät ist keine Lösung! Im Gegenteil, sie kann bei übergewichtigen Katzen sogar gefährlich werden, weil überstürzt angelegtes Fett in den Stoffwechsel gelangt. Damit kommt die Leber nicht zurecht. 

Obstipation ist der medizinische Fachbegriff für die Verstopfung. Sie entsteht vor allem durch geschluckte Haare oder Knochen. Weil sich daraus gefährlicher Steinkot entwickeln kann, ist ein Besuch beim Tierarzt unerlässlich. Tipp: Die Katze zum Trinken animieren. 

Protein muss in der Katzennahrung in hohem Mass vorhanden sein. Nicht nur, um die Akzeptanz des Futters zu gewährleisten, sondern auch, weil Katzen als reine Fleischfresser im Wesentlichen tierisches Protein verdauen müssen. Mit Kohlenhydraten können sie so gut wie gar nichts anfangen.      

Qual der Wahl haben Katzenliebhaber vor dem Futterregal. Achten Sie vor allem darauf, dass es sich um ein «Alleinfutter» handelt, denn nur in Alleinfuttern sind alle Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren in ausreichender Menge vorhanden. Den Rest kann die Katze entscheiden. 

Rosinen im Haushalt sollten vor neugierigen Kätzchen in Sicherheit gebracht werden. Sie verursachen Erbrechen und Durchfall, im schlimmsten Fall Nierenversagen. Vorsicht auch bei Zwiebeln (blutschädigend) und bei rohem Schweinfleisch (Aujezkysche Krankheit).

Sauberkeit im Katzennapf ist ein wichtiger Faktor, um den Appetit nicht zu verderben. Nach der Mahlzeit unbedingt Reste von Feuchtfutter gründlich entfernen und den Napf sauber auswaschen. Gerade bei warmen Temperaturen nisten sich sonst schnell Fliegen ein.

Taurin ist eine Aminosäure, die der Katze unbedingt zugefüttert werden muss. Heutzutage ist sie in jedem Qualitätsfutter und in ausreichender Menge vorhanden. Taurinmangel kann zu Blindheit und Herzschwäche führen.

Unverträglichkeiten gegen Futtermittel äussern sich in 80 Prozent der Fälle mit Hautreaktionen und in 20 Prozent mit Durchfall. Da hilft nur: Auf ein komplett neues Futter mit anderen Inhaltsstoffen umsteigen.

Vitamin A ist lebenswichtig, denn anders als Vitamin C kann die Katze es nicht selbst herstellen wie viele andere Tiere. Es ist enthalten in Leber, Eiern oder Fischöl. Aber Achtung: eine Überdosierung kann tödlich sein.  

Wachstum stellt andere Ansprüche an die Ernährung. Junge Katzen brauchen bis zur 30. Lebenswoche oft mehr als das Doppelte vieler Mineralien. Ausserdem benötigen sie viel mehr Energie. Hochwertige Futtermittel sind darauf abgestimmt.

Xylitol kommt in Kaugummis und Bonbons vor. Für Katzen ist es giftig. Hat der Stubentiger ein xylitolhaltiges Lebensmittel erwischt, können Krämpfe auftreten, die Vergiftung kann zu Leberversagen führen. Schnell zum Tierarzt!

Yoga muss es ja nicht gleich sein. Aber ein Entspannungsschläfchen nach dem Fressen unterstützt den Magen-Darm-Trakt bei seiner Arbeit. Viele Katzen geniessen auch sanfte Bauchmassagen.

Zahnstein ist ein häufiges Problem vor allem älterer Tiere. Trockenfutter fördert die Zahngesundheit, aber tägliches Bürsten mit einer Zahnbürste für Tiere wäre der beste Schutz. Zahnpasta gibt es für Katzen sogar mit Hühnchengeschmack. Tanja Warter, Tierärztin

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