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Cesar Millan

«Die Kritiker verstehen meine Botschaft nicht»

15 Kommentare Haustiere, Unterhaltung | Donnerstag, 2. Oktober 2014 08:10, Interview: Jonas Baud

Der amerikanische Hundetrainer Cesar Millan ist bekannt und höchst umstritten wegen seiner TV-Sendung «Der Hundeflüsterer». Nun tritt er mit seiner neuen Show im Zürcher Hallenstadion auf. Die «Tierwelt» hat mit ihm gesprochen.

Mit 21 Jahren wanderte er mittellos aus Mexiko in die USA ein und machte eine grosse Karriere – er lebt den «American Dream», quasi vom Tellerwäscher zum Millionär: Cesar Millan. Doch sein Umgang mit Hunden stösst bei Tierschützern auf harsche Kritik. Sie werfen ihm vor, er arbeite mit veralteten Methoden, wende Gewalt an und schüchtere Hunde ein. Die «Tierwelt» hat mit ihm gesprochen. 

Cesar Millan, viele Tierschützer in der Schweiz forderten, dass Ihr Auftritt abgesagt wird. Was sagen Sie dazu?
Offensichtlich haben diese Leute meine Show nicht gesehen; sie konzentrieren sich auf bestimmte Szenen, die aus dem Zusammenhang gerissen sind und reduzieren alles darauf. Dabei habe ich über 300 Fernseh-Episoden gemacht. Die Kritiker kennen mich offenbar nicht und beurteilen mich sehr einseitig. 

Wie meinen Sie das?
Wenn man nur eine Seite eines Menschen betrachtet, kann man ihn nie ganz kennenlernen. Ich finde es falsch, mich zu kritisieren, wenn man mich nicht kennt. Ich will zeigen, dass Mensch und Hund glücklich zusammenleben können, wenn der Mensch mit der richtigen Energie mit dem Hund umgeht und klare Regeln vorgibt. Meine Methoden sind sekundär; aber Kritiker konzentrieren sich nur darauf und verstehen meine Botschaft nicht. 

Doch Ihre Methoden werden bemängelt.
Ich sage nicht, dass meine Methoden die einzig richtigen sind. Aber die Kritiker haben ihre Arbeitsweise, ich habe meine. Oft sind Hunde, mit denen ich arbeite, sehr schwierige Fälle. Die Leute versuchen mit allen Mitteln, mit ihrem schwierigen Hund klarzukommen, schaffen es aber nicht und rufen daher mich an. Ich bin oft ihre letzte Hoffnung, um ihren Hund wieder in die richtige Richtung zu lenken. Das Problem ist, die Leute warten bis zur letzten Minute, sie tun nichts dafür, um unerwünschtes Verhalten zu verhindern. Das ist es, was Kritiker nicht verstehen, dass ich die Leute dazu ermutigen will, ihre Hunde besser zu erziehen, indem man ihnen Grenzen setzt. Das hat nichts mit Bestrafen zu tun.  

Wie Sie mit dem Hund dann aber umgehen, wirkt brutal, beispielsweise Ihr Einsatz der Würgeleine.
Diese würgt den Hund nicht. Das Konzept ist es, den Hund nach vorne zu bringen. Mit dem Einsatz der Leine soll die Energie des Hundes gedrosselt werden. Die Leute wissen nicht, wie man sie benutzt, ich will das ihnen beibringen. Jeder, der eine Hundeshow macht, benutzt eine Leine. Dass die Leine so kurz ist, hat zwei Funktionen: Erstens, um die Nase des Hundes vom Boden fernzuhalten, und ausserdem wirkt der Hund dank der erhobenen Haltung stolz. Das hat aber nichts mit Würgen zu tun. 

Fügt das dem Hund nicht unnötig Schmerzen zu?
Mit der kurzen Leine nehme ich dem Hund Optionen weg und lenke ihn in die richtige Richtung. Ich sage damit dem Hund, wo es durchgeht; die Leine so eng zu halten ist aber nur nötig in kritischen Situationen, etwa wenn ich einen grossen Hund habe, der auf einen kleinen losgehen will. 

In einigen Szenen sieht es so aus, als würden Sie den Hund kicken.
Ich kicke nicht. Mit einer Fussbewegung will ich den Hund zu mir hinführen und will die Reaktionen hervorrufen, die ich haben will. Ich berühre ihn nur leicht mit dem Fuss. Der Gebrauch von Füssen beim Hund folgt einem ähnlichen Prinzip, wie wenn ein Reiter seinem Pferd mit den Füssen die Richtung vorgibt.  

Können Sie von der Kritik auch lernen?
Ja klar, ich kann von den Kritikern lernen und sie von mir. Der Unterschied ist aber, ich bin offen dafür, sie nicht. Doch anstatt gegeneinander könnten wir ja zusammenarbeiten. Ich habe eine Plattform mit meinen Shows und meinen Fernsehsendungen und kann so Leuten meine Botschaft zeigen. Mein Weg ist nicht der einzig richtige, aber ich will den Leuten zeigen, wie einfach es ist mit Hunden umzugehen, wenn man Grundregeln beachtet.

Was wollen Sie mit Ihrer neuen Show erreichen?
Es ist eine sehr schnelle, unterhaltsame Show. Meine Botschaft ist: Wie kann man Glück erreichen, wenn man weiss, wie man einen Hund glücklich macht. Die meisten Leute versuchen das, sie wollen, dass der Hund glücklich ist. Sie realisieren aber nicht, wie ihre Energie den Hund beeinflusst und was der Mangel an richtiger Übung und geistiger Herausforderung für den Hund für Schäden verursachen kann. Man soll den Hund herausfordern, sodass er seine Energie trainieren kann. Dabei sollte man drei Grundregeln beachten, in dieser Reihenfolge: Übung, Disziplin, Zuwendung. Die meisten Leute geben dem Hund nur Zuwendung, Zuwendung und Zuwendung. Das ist der Fehler.

Nun kommen Sie in die Schweiz. Freuen Sie sich trotz der Kritik darauf?
Ich freue mich. Ich wuchs in Mexiko auf in einfachen Verhältnissen, es macht mich demütig, wenn so viele Leute mich sehen wollen. Die Show wird teilweise auf Deutsch übersetzt, ich hoffe, der Humor und die Unterhaltung kommen trotzdem gut rüber. 

Werden Hunde in den USA anders behandelt als in Europa?
In eurem Land geht man oft mit dem Hund im Wald spazieren, Amerikaner fahren mit den Hunden im Auto herum, das beeinflusst die Tiere. Hierzulande haben es Hunde gut bei Obdachlosen. Diese sind ständig zu Fuss unterwegs, da geht es dem Hund sehr gut, weil er in Bewegung ist. Mir ist es daher sehr wichtig, den amerikanischen Hundehaltern zu sagen, wie gut Bewegung ist. Das ist auch ein Weg, bei einem sogenannten Problemhund die Aggressivität und Furcht  zu reduzieren. Ich gehe häufig rollerbladen oder Rad fahren mit den Hunden, um sie so richtig auszupowern. 

Was müsste sich noch ändern im Umgang mit Hunden? 
Viele Menschen sind heute sehr individualistisch orientiert, sich in eine Gruppe oder mit anderen Worten ein Rudel einzufügen fällt vielen schwer. Deutschland hat im Fussball gerade den Weltmeister-Titel gewonnen, weil sie ein verschworenes Rudel bildeten. Meine Freunde sind mein Rudel, meine Hunde sind das auch. Meine Kritiker mögen es offenbar nicht, wenn ich so darüber spreche. Aber das ist mir egal. Hunde sind nun mal Rudelwesen. 

Wenn Hunde und Menschen ein Rudel bilden, wie Sie sagen: Besteht nicht die Gefahr, die Hunde zu vermenschlichen?
Ja, diese Gefahr besteht. Menschen haben heute weniger Kinder, oft haben sie Hunde, um diese Lücke auszufüllen, weil sie sich sonst einsam fühlen. Der Fehler ist aber, dass sie die Bedürfnisse des Hundes mit ihren eigenen verwechseln und dem Hund nicht das geben, was er eigentlich braucht. Mein Grossvater sagte immer, man soll nie gegen Mutter Natur arbeiten. Wenn man Hunde vermenschlicht, tut man genau das; dadurch wird das Verhältnis instabil. Ein Hund bleibt ein Hund.

Was können Menschen von Hunden lernen?
Ehrlichkeit, Integrität, wahre Liebe. Hunde lieben bedingungslos, können wir das auch? Das ist der Punkt: Lass sie Hunde bleiben. Sie sind die einzige Tierart, deren Identität wir verändern wollen, weil sie uns am nächsten sind. Das führt zu fehlender Balance, denn das Glück des Hundes hängt davon ab, wie wir ihn behandeln.

Der Auftritt von Cesar Millan findet am 3. Oktober im Hallenstadion in Zürich statt. Was seine Gegner über die Methoden des «Hundeflüsterers» sagen, lesen Sie in diesem Artikel.

Dieses Interview wurde ermöglicht dank der Unterstützung durch den Eventveranstalter
ABC Productions.

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Kommentare (15)

Anita am 02.11.2017 um 17:20 Uhr
Ich kann gar nicht mehr aufhören mit Kopfschütteln wenn ich diese Aussagen von CM lese. Seine Aussagen zur kurzen Würgeleine:" um die Nase des Hundes vom Boden fernzuhalten, und ausserdem wirkt der Hund dank der erhobenen Haltung stolz. Das hat aber nichts mit würgen zu tun." ?????? Warum muss der Hund in diesem Moment wo er von CM "therapiert" wird stolz aussehen ? Besser wäre wenn er dann entspannt aussehen würde. Warum darf seine Nase nicht auf dem Boden sein? Schnüffeln wäre ein weiteres Zeichen dass der Hund entspannt ist. Es ist und bleibt eine Würgeleine, die den Hunden Druck und Schmerzen macht und sie in Angst versetzt. Auf den anderen Schrott möchte ich gar nicht eingehen. Alles was CM macht ist eine Show. Er will den Leuten Unterhaltung bieten, Geld verdienen und benutzt dazu Hunde.

I. Blum am 02.11.2017 um 17:04 Uhr
Warum haben Leute vor Menschen Achtung, die Tiere so misshandeln? Wir haben ein Tierschutzgesetz, das klar aussagt, was Sache ist. Auch bei Hunden, die «schwierig» sind hat Gewalt noch nie geholfen. Fragen wir uns lieber, warum der Hund schwierig wurde? Bestimmt nicht dadurch, dass mit ihm freundlich und fair umgegangen wurde. Teufelskreis geschlossen.
Wer Angst hat, bekämpft das, was ihm Angst macht. Der Mann erzählt locker, was viele möchten und andere denken, aber er praktiziert nicht das, was drauf steht. Wenn Menschen nicht mehr sehen, dass «beste Freunde» gequält werden, dann sind Ethologie und Empathie wohl wieder Geschichte. Und auch der Tierschutz.

power-dogs am 15.12.2015 um 14:05 Uhr
Die Botschaft von CM ist doch ganz einfach: behandelt Hunde wie Hunde und nicht wie Menschen. Achtet auf ihre Bedürfnisse, das hat mit Respekt zu tun. Achtet auf Eure Energie, denn der Hund spürt die. Und würden Hundehalter erst darauf achten, dass der Hund sie respektiert, dass er Regeln einhält und erst dann Zuneigung schenken, wären auch schon viele Alltagsprobleme gelöst.

Es könnte so einfach sein. Steht übrigens auch sehr schön in Millans Büchern. Für die, welche seine Botschaft wirklich verstehen wollen und nicht irgendwelche Szenen aus dem Kontext reissen.

Aussagen wie "die Hunde haben Angst vor Millan" sind meiner Meinung nach einfach nur ein Witz. Diese Leute verstehen wohl den Unterschied zwischen Angst und Respekt nicht.

Ich finde es bedenklich, wieviele Leute ein Problem damit haben, wenn der Hund mal Beschwichtigungssignale zeigt. Oh, der Hund beschwichtigt, jetzt ist der total traumatisiert. So ein Blödsinn. Das ist eine ganz normale Art zu kommunizieren und wenn mein Hund mit mir "hündisch" kommuniziert, wenn ich ihm eine Grenze zeige oder ihn in der Bewegung einschränke, ist es ein gutes Zeichen, wenn er dann eben beschwichtigt. Das zeigt, dass er die Korrektur annimmt, mich respektiert. Von Angst ist sowas weit entfernt...

Achtet Euch doch bitte mal bei Begegnungen mit anderen Hunden, wie oft Hunde da Beschwichtigung zeigen. Absolut normal. Aber auch spannend: Hunde kloppen sich draussen, das ist normal "müssen die selber regeln". Gut, Haarbüschel fliegen, mal ne blutige Nase, blutiges Ohr, alles kein Thema. Laufend werden Hunde gemobbt, geärgert, alles wird als "Spiel" abgetan. Da wird ein Hund über Minuten von einem anderen gejagt, Kreis um Kreis ziehen sie um ihre sich amüsierenden Besitzer. Oh, wie die schön spielen. Stress pur für die Hunde. Vorallem für den Gejagten. Denn das ist definitiv kein Spiel.

Aber wehe wenn ich als Mensch dem Hund mal einen Stoss gebe oder ihn mal anremple, ooooooh, Tierquäler.
Ist doch irgendwie seltsam.

Aber es gibt hier nun mal die 2 Fronten der Hundehalter und das wird sich so schnell auch nicht ändern...

Jeder muss seinen Weg gehen. Und es gibt zum Glück in der Schweiz genügend Hundetrainer und so wird hoffentlich jeder den Richtigen für sich finden. Dem Hund ist die "Methode" nämlich letztendlich egal, Hauptsache es ist authentisch.

Lilith am 06.11.2014 um 00:45 Uhr
Das ganze ist gar nicht so schwierig! Schau das verhalten der wölfe ganz genau an. Dann weiss man genau wie man mit hunden umgehen muss. Doch das klappt natürlich nicht denn die wenigsten menschen sind dominant und intelligent genug um ein rudel zu führen..! Und habt ihr echt schon mal einen wolf gesehen mit gutzis in der schnauze?? Nicht zu vergessen alpha tiere belohnen das rudel nicht! Und wer denkt der hund sei der beste freund etc.. Also bitte jeder hund holt sich immer das was er kann. Das wusste man noch vor 20 jahren. Ich frag mich manchmal echt was mit den leuten heute los ist. Und dabei werden kinder noch schlechter behandelt als hunde....

Gerda Hüttenmoser am 07.10.2014 um 11:27 Uhr
Jeder der einen Hund oder Hunde anschafft sollte zuerst über das Wesen (Rase) sich mal gründlich informieren !
Es ist traurig wie viele Hunde wie "Babie's" gehalten und behandelt werden. Hunde werden als Kompensation von Mangel an Liebe angeschafft, weil Mensch keine "Liebe" bekommt.
Wer kann schon Liebe empfangen wenn man für sich und andere Mitmenschen keine Liebe hat und nur in der Erwartung steht.
Hunde lieben bedingunglos !!!!

M. Roggli am 04.10.2014 um 10:34 Uhr
ich bin entsetzt über die gehässigen Kommentare! C. Milan ist der geborene Hundeversteher und jeder Hundehalter kann von ihm nur lernen auch wenn er oder sie selber meint alles richtig zu machen.
vielen Hundehalter sollten lieber gar keinen Hund halten weil sie keine Ahnung vom Wesen des Hundes haben und seine Bedürfnisse komplett ignorieren. Gerade die habens nötig, so über C. M. ,herzufallen,! Arme Hunde!

.Silvia Cardetta am 04.10.2014 um 10:11 Uhr
Aber hallo, wie ich hier lesen kann hat es sehr viele unwissende!! Wie. ..mit Halsband? Geht ihr Hund ohne spatzieren? Also meiner nicht, seien wir mal ehrlich mit uns selber er hat uns den Spiegel vorgehalten anders kann ich euer geschriebenes nicht deuten. Schlimm wenn man keine andere Meinung verträgt. Und so weit ich weiss waren in jeder show hunde.

Helen Roggli am 04.10.2014 um 09:52 Uhr
Cesar kann und will es nicht allen recht machen, doch das kann keiner. Er hat seinen Weg gefunden und weist damit vielen den Weg - nur ist die Wattebausch-Connection zu sehr von sich selber überzeugt, um seinen Erfolg anzuerkennen. Click - Gudi!

BRIGITTE WÜTHRICH am 03.10.2014 um 22:43 Uhr
Ich bin keine Gegnerin von Cetera Milan. Ich schaue ihn immer im Fernsehen. Könnte auch schon viel von ihm lernen,da ich seit 1einhalb Jahren einen Stressen Hund habe. Der könnte keine Kommandos nichts. Musste ganz von vorne mit ihm lernen wie bei einem Welpen. Er ist mittlerweile 7Jahre alt. Er gehorcht jetzt auch aber mit Hilfe von Cesar Milan. Da ich manchmal seine Methode angewandt habe. Z.B. Einen Knuffer in die Seite damit er mich ansieht wenn er einen anderen Hund fixiert. Also Ihr müsst nicht so urteilen und die Hunde "bäbbele ". Da gehorchen sie erst recht nicht.

M. Magee am 03.10.2014 um 18:31 Uhr
Die Aussagen von Cesar Millan sind schwammig und nichtsaussagend. Presse und Publikum sind von seiner Berühmtheit geblendet. Menschen folgen ihm wie ein Guru und lassen sich unterhalten ohne nachzudenken. In Deutschland ist er durch eine Prüfung gefallen und durfte nicht einmal mit Hunden auf und hinter der Bühne arbeiten. Fans und mangelhaft ausgebildeten Hundetrainern geht es leider nicht um die Sache, sondern um Glaubensinhalte und das Ausüben von Macht über den Hund, den sie so lieben. Die Presse und das mutlose Zürcher Veterinäramt spielen beim Vermarkten des „prominenten U.S. Mexikaners“ eine unglückliche Rolle.

Marco Wyser am 03.10.2014 um 13:13 Uhr
Herr Millan versucht sich hier eindeutig rauszureden. Sein Ziel ist es jeweils, dass die Hunde Angst vor ihm haben. Dazu sind ihm viele Mittel recht. Ich bin der Meinung, dass man keinen Hund zu halten braucht, wenn dieser Angst vor einem hat. Wer aber einen Hund halten will, der nicht glücklich ist, der ist bei Millan bestens aufgehoben.

Carolina am 03.10.2014 um 10:25 Uhr
Wenn man sich mit dem Ausdrucksverhalten der Hunde auseinandergesetzt hat, erkennt man ganz klar, dass die von CM 'therapierten' Tiere nicht glücklich sind; wer dies nicht erkennt, bitte nochmals hinter die Bücher gehen, Bücher, welche von Verhaltensmedizinern geschrieben sind... Dass das Halsband Schmerzen zufügt, ist wissenschaftlich bewiesen; verstehe nicht, warum er es nötig hat, dies einfach abzustreiten. Praktisch alle Hunde mit Problemverhalten sind so, weil der Mensch zu lange gewartet hat. Die Fälle, von denen CM berichtet, sind keine speziell schlimmen Fälle... Häufig kommunizieren diese Tiere sogar noch, wie man es in den Videos sieht, doch müsste man ihre Sprache verstehen, um zu erkennen, dass es keine speziellen Hunde sind...

Christine Sirianni am 02.10.2014 um 20:51 Uhr
Hm, ich bin so eine Hundehalterin :-) Ich teile absolut nicht die Meinung, Herr Millan erzählt Schrott, im Gegenteil.
Bewegung,Disziplin und Zuneigung sind unabdingbar. natürlich wird es immer Menschen geben, die ihre eigene Meinung derart über alles erheben. Das ist jedoch kurzsichtig.
Herr Millan verfügt über Entschlossenheit und Intelligenz, daher helfen ihm diese Fähigkeiten, positive Emotionen und innere Ruhe, für Mensch und Hund zu entwickeln.
Reglementierung gehört zur Hundeerziehung, ebenso sollte jeder Halter, seinem Hund den richtigen Weg weisen, auch gegen dessen Aufbegehren, dabei hilft C. Millan.

patricia am 02.10.2014 um 18:43 Uhr
Die "pro" Argumente für Milan handeln sich v.a. um die "schwierigen Fälle", die er vor dem Einschläfern rettet. Ja, das ist ja auch ein super Ansatz, diesen haben aber auch die "guten Trainer". Auch sie haben oft das Problem, dass Hundehalter bei einem Problem zu lange warten bis sie Hilfe holen bei einer Fachperson. Dies ist jedoch noch lange keine Rechtfertigung dafür, den Hund nach "Milan-Methode" zu "therapieren" - bzw. mit Druck / Schmerzen gefügig zu machen.

Therapieren heisst nämlich nicht einfach die Symptome (Bsp. aggressives Verhalten) zu unterdrücken, sondern die Ursache zu eruieren (sehr oft Angst) und dann an diesem Problem / Auslöser zu arbeiten. Heisst dem Hund in Bezug auf den (Angst-)Auslöser eine neue, nämlich eine positive / angenehme Emotion "zu verknüpfen". So bekommt der Auslöser eine neue Bedeutung mit positiven Emotionen und der Hund hat keinen Grund mehr sich dem Auslöser gegenüber aggressiv zu verhalten.
Nur so ist am Ende allen geholfen: Hund & Halter. Bei Milans Methoden dient die "Lösung" i.d.R. nur dem Halter, da der Hund nicht mehr "negativ auffällt" bzw. "sich anständig und gut erzogen benimmt"... die Angst wird jedoch weiterhin in ihm schlummern - der Hund hat nur gelernt, dass er seine Angst / Abwehrreaktion nicht zeigen darf weil er sonst bestraft wird. Also wird er diese Angst / Abwehr als kluges Tier nicht mehr zeigen - zumindest für ein Weilchen (während der TV-Show) nicht... was später passieren kann haben ja schon viele ehemalige Milan-Kunden berichtet... nichts gutes in der Regel.

Roman Huber am 02.10.2014 um 17:41 Uhr
Es wäre wünschenswert, dass Herr Millan mit den Einnahmen aus der Show sich ein Studium finanzieren würde für ethologische Grundkenntnisse. Vielleicht würde er irgend einmal nicht mehr solchen Schrott erzählen. Denn es gibt leider zu viele Hundehalter, die das sogar noch glauben.

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