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Hitze

Im Sommer leben Katzen gefährlich

Katzen | Freitag, 26. August 2016, Heidi van Elderen

In der warmen Jahreszeit fühlen sich die meisten Katzen besonders wohl. Es lauern dann aber besonders viele Gefahren. Viele Risiken kann man jedoch mit ein wenig Umsicht deutlich minimieren.

Hitze
Sonnenbaden steht auf der To-do-Liste vieler Katzen ganz weit oben. In der Regel wissen sie selber, wann es zu viel wird, und verlegen die Siesta dann ins Kühle. Die Gefahr, dass die Katze einen lebensgefährlichen Hitzschlag bekommt, besteht vor allem dann, wenn solche Rückzugsmöglichkeiten fehlen. Katzen, die keinen grenzenlosen Freigang, sondern nur Zugang zu einem Balkon, einer Terrasse oder einem Aussengehege haben oder ausschliesslich in der Wohnung gehalten werden, sollte man deshalb immer ausreichend angenehm temperierte, schattige Plätze anbieten. Diese kann man zum Beispiel mit grossen, ungiftigen Pflanzen, Sonnensegeln oder Katzenhütten kreieren. Damit die Wohnung nicht zur Sauna wird, sollte man die Sonne mithilfe von Aussenrollläden, Fensterläden oder Sonnenschutzfolien aussperren und in den kühlen Morgen- und Abendstunden gründlich lüften. Zu viel Hitze tut auch dem Futter nicht gut. Die meisten Katzen verschmähen verdorbene Speisen zwar, darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Besser: Nassfutter nur in kleinen Portionen anbieten und Futterreste direkt nach der Mahlzeit im Kühlschrank deponieren. Lebenswichtig ist natürlich auch der ständige Zugang zu frischem, sauberem Trinkwasser.

Sonnenbrand
Auch Katzen können einen Sonnenbrand bekommen. Betroffen sind vor allem weisse und spärlich behaarte Tiere. Die unpigmentierten, oft fast haarlosen Ohrspitzen und Nasenrücken, aber auch frische Narben verbrennen besonders schnell. Das tut nicht nur weh, sondern kann langfristig auch gefährlichen Hautkrebs verursachen. Anfällige Tiere sollte man deshalb über die heisse Mittagszeit möglichst im Haus halten und mit für Tiere geeigneter Sonnencreme schützen. 

Grillfeste
Mit Einzug des Sommers wird in den meisten Gärten die Grillsaison eröffnet. Gerade für junge Katzen mit Spiel- und Forscherdrang kann das mit bösen Verbrennungen enden. Den heissen Grill, aber auch Windlichter und Fackeln sollte man wegen dieses Verletzungsrisikos, aber auch wegen der Brandgefahr, nie unbeaufsichtigt lassen. Allzu übermütige Vierbeiner werden notfalls im Haus eingesperrt. Das kann auch dann Sinn ergeben, wenn die Katze grössere Gartenpartys nicht freiwillig lieber aus sicherer Entfernung beobachtet, sondern sich unter die Gäste mischt. Denn im Gedränge kann es leicht passieren, dass ihr jemand auf Schwanz oder Pfötchen tritt oder sie ungefragt füttert. Da Marinaden, Gewürze oder halb rohes Fleisch Verdauungsschwierigkeiten und andere Gesundheitsprobleme verursachen können, ist Grillgut für Katzen und Hunde tabu. 

Insekten
Kleinen und grossen Katzen macht es Spass, Schmetterlingen, Käfern und anderen «Flug objekten» wild hinterherzujagen. Um Stech insekten wie Wespen und Bienen machen sie in der Regel einen Bogen, da sie von der gelb-schwarzen Warnfarbe instinktiv abgeschreckt werden. Das ist gut so, denn ein Stich im Maul oder Hals kann im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen und muss unbedingt tierärztlich behandelt werden. 

Giftpflanzen
Schön, aber gefährlich: In vielen Gärten stehen Engelstrompete, Eibe und andere Pflanzen, denen Katzen, Kinder und andere Haustiere nicht zu nahe kommen sollten. Besonders bei Katzen, die noch sehr jung und neugierig sind, und bei Tieren, die sich in einem kleinen Garten oder Aussengehege langweilen, besteht die Gefahr, dass sie mit giftigen Blüten und Blättern spielen oder diese sogar probieren. Am sichersten ist es natürlich, möglichst alle Giftpflanzen zu verbannen. Zeigt die Katze trotzdem Symptome einer Vergiftung – zum Beispiel Würgen, Speicheln, Zuckungen, Balanceprobleme und Krämpfe –, sollte man auf direktem Weg zum Tierarzt. Achtung: Katzen ziehen sich beim Unwohlsein gerne zurück. Besondere Aufmerksamkeit ist darum notwendig. 

Chemiekeule
Mindestens so gefährlich wie Insekten und einige Pflanzen sind giftige Substanzen, mit denen Hobbygärtner Schädlingen an den Kragen gehen. So kann schon eine geringe Menge Schneckenkörner tödlich sein. Besser für Katzen und Umwelt sind biologische Bekämpfungsmethoden. Auch Holzschutzmittel, die neue Farbe fürs Gartenhäuschen und Grillanzünder sollten mit Vorsicht benutzt und nach Gebrauch sicher verwahrt werden. Zwar gibt es kaum eine Katze, die diese Substanzen freiwillig aufschlecken würde, doch tritt oder legt sich ein Vierbeiner aus Versehen in ein paar frische Farb- oder Ölkleckse, schluckt er die giftigen Substanzen bei der nächsten Fellpflege. 

Gefährliche Fallen
Schnell runter, aber nur schwer oder gar nicht wieder rauf: Lichtschächte vor den Kellerfenstern sollte man – nicht nur im Sommer – mit engmaschigen Gittern absichern, damit sie für Katzen, aber auch Amphibien und Nagetiere nicht zum Gefängnis oder gar zur tödlichen Falle werden. Weil sie ihre Obsternte nicht mit Vögeln teilen wollen, benutzen zahlreiche Gärtner Netze. Diese sollten möglichst straff und mit ausreichend Abstand zum Boden gespannt werden, damit sich Katzen nicht darin verheddern können. 

Mähunfälle
Hohes Gras, Weizenfelder, Büsche und Hecken sind bei vielen Katzen beliebte Verstecke und Beobachtungsposten – können in der Mähsaison aber zum Verhängnis werden. Einige Landwirte suchen ihre Felder inzwischen mithilfe von Infrarotgeräten und/oder der Unterstützung von Tierschutzvereinen und Jägern nach Rehkitzen, Wiesenvögeln, Katzen und anderen Tieren ab, bevor sie die Mähmaschine aus der Scheune holen. Trotzdem sollte man Katzen in ländlichen Gebieten zur Zeit der Heuernte sicherheitshalber Stubenarrest verordnen. Vorsicht ist auch geboten, wenn man selber oder ein Nachbar mit Faden- oder Tellersensengeräten im Garten hantiert, zum Beispiel, um ein Stück Wildwiese abzumähen oder Gestrüpp unter den Büschen zu entfernen. 

Wasser
Auch wenn die meisten Katzen lieber keine nassen Pfötchen riskieren, verbringen sie oft gerne Zeit am Wasser, beobachten Fische und Libellen am Teich oder trinken aus dem Springbrunnen. Gefährlich wird es dann, wenn die Katze hineinfällt. Zwar können Katzen schwimmen, doch wenn eine glatte Beckenwand oder ein steiles Ufer das Herausklettern verhindern, ertrinken sie. Teiche sollte man deshalb möglichst mit flachem Ufer, ohne Schlingpflanzen anlegen. Alternativ kann man den Teich durch den Einsatz eines speziellen stabilen Netzes aus Metall oder Kunststoff absichern – so schützt man nicht nur die Katze, sondern auch Fische und andere Teichbewohner vor Räubern. In Schwimmbecken verspricht eine Ausstiegshilfe, zum Beispiel ein langes Brett, das vom Ufer ins Wasser reicht, Rettung. Und Regentonnen und Brunnenschächte sollte man einfach abdecken.

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