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Katzengesundheit

Augen auf bei den Ohren der Katze

Katzen | Freitag, 18. Dezember 2015, Heidi van Elderen

Die meisten Katzen halten ihre Ohren selber sauber. Der Besitzer sollte sie trotzdem regelmässig kontrollieren, damit schmerzhafte Ohrentzündungen, Milben und Symptome für Allergien rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.

Gesunde Katzen haben saubere Ohren. Die Natur hat – wie die menschlichen Ohren – auch die Gehörgänge der Katze mit einer integrierten Reinigungsanlage ausgestattet. Überschüssiges Ohrenschmalz, Hautschüppchen, Schmutz- und Staubpartikel werden von den winzigen Härchen im Gehörgang durch ständige Flimmerbewegungen zur Ohrmuschel transportiert. Und diese reinigen Katzen in der Regel selber mit ihren Pfötchen. Wer mehrere Katzen hält, die sich gut verstehen, kann gelegentlich beobachten, wie sich die Vierbeiner gegenseitig die Ohrmuscheln sauber lecken.

Auf spezielle Mittel zur Ohrreinigung von Katzen, die im Fachhandel angeboten werden, kann man im Normalfall also verzichten. Interessant können solche Produkte aber zum Beispiel für die Halter von Rassekatzen sein, die ihre Tiere auf der Ausstellung mit besonders sauberen, glänzenden Ohrmuscheln präsentieren wollen. Wer die Lauscher seiner Katze aus optischen Gründen blitzblank putzt, sollte jedoch nur die Ohrmuschel mit Watte oder einem weichen Tuch sanft auswischen. Wattestäbchen sind tabu, weil sie Schmutz und Ohrenschmalz unter Umständen nur tiefer in den Gehörgang schieben und diesen blockieren. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Watte löst und in den Gehörgang rutscht. «Muss der Halter das Katzenohr aus medizinischen Gründen reinigen, ist es aber wichtig, dass die verschriebene Reinigungsflüssigkeit auch in die Gehörgänge gelangt. Wie das am besten geht, sollte man sich vom Tierarzt zeigen lassen», sagt Imelda Vannini, Tierärztin bei Bessy’s Kleintierklinik in Watt/Regensdorf ZH.

Obwohl wie erwähnt bei gesunden Katzen kaum Pflegebedarf besteht, sollte man die Ohren seiner Katze regelmässig kontrollieren. Das lässt sich bei zutraulichen Tieren ganz einfach in die tägliche Schmusestunde integrieren. Ein Blick in die Ohrmuschel zeigt meist schon auf den ersten Blick, ob alles in Ordnung ist. Dann sind die Ohrmuscheln nämlich weiss und ohne Beläge. Zum Tierarzt sollte man gehen, wenn die Ohren schlecht riechen, dunkle, krümelige Ablagerungen haben oder übermässig viel Ohrenschmalz zu sehen ist.

Diagnose und Behandlung
Aufmerksam sollte der Katzenhalter auch werden, wenn sich die Katze ständig an einem Ohr oder an beiden kratzt, den Kopf schief hält, sich plötzlich nicht mehr am Kopf berühren lassen will oder kaum noch auf Geräusche und Ansprache reagiert. Steckt ein Fremdkörper im Ohr, zeigt die Katze das meistens durch vehementes und anhaltendes Kopfschütteln an. Da sich auch das Gleichgewichtsorgan im Ohr befindet, deuten auch ein unsicherer Gang und Balanceprobleme darauf hin, dass im Ohr nicht alles so ist, wie es sein sollte.

Zur Diagnose schaut der Tierarzt ins Ohr. Milbenbefall, der besonders häufig bei Katzenwelpen und streunenden Katzen vorkommt, kann ein Experte oft schon bei dieser Erstuntersuchung erkennen, weil sich die Parasiten im Ohr bewegen. «Oft ist es nötig, einen Abstrich zu machen. So können wir herausfinden, ob es sich zum Beispiel um eine bakterielle Infektion oder den Befall mit Hefepilzen handelt», sagt Imelda Vannini, die auf Dermatologie und Kardiologie spezialisiert ist.

Mit der Behandlung der Ohrprobleme alleine ist es in vielen Fällen aber nicht getan. «Gerade bei Infektionen mit Bakterien und Hefepilzen sowie der übermässigen Produktion von Ohrenschmalz handelt es sich häufig um Sekundärerkrankungen, das heisst, um Folgen einer anderen Erkrankung», sagt die Veterinärmedizinerin, «oft sind Allergien und Futterunverträglichkeiten die Auslöser.» Es sei nicht immer einfach, die Grunderkrankung zu finden – für eine langfristige Lösung des Problems aber unbedingt notwendig.

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