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Katzenernährung

Übersetzungshilfe zum Katzenfutter

Katzen | Freitag, 9. Oktober 2015, Tanja Warter, Tierärztin

Wer wissen will, welche Bestandteile das gekaufte Katzenfutter enthält, hat es nicht gerade leicht. Wer versteht schon das Fachchinesisch auf den Etiketten? Ein kleiner Leitfaden zur Orientierung im Futtermitteldschungel.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff «Rohasche»? Ist Light-Futter für eine mollige Katze wirklich sinnvoll? Und müssen die ganzen Zusatzstoffe wirklich sein? Das sind nur drei von zig Fragen, die sich Katzenbesitzer bei der Auswahl eines Futters für ihren Liebling stellen. Viele studieren deshalb genau sämtliche Angaben auf der Verpackung. Doch für die Begriffe, die man da liest, braucht es Fachwissen. Nur so kann man die wichtigsten Informationen herausfiltern.

Zuerst ist eine grundsätzliche Frage zu klären: Handelt es sich bei dem Produkt um ein Alleinfutter oder um ein Einzel- beziehungsweise Ergänzungsfutter? Das ist die wichtigste Information, auf die Konsumenten schauen sollten. Steht auf der Verpackung «Alleinfuttermittel für Katzen», dann muss darin alles enthalten sein, was eine Katze durchschnittlich zum Leben braucht. Das Alleinfuttermittel enthält Proteine, Fette, Vitamine, Spuren­elemente und die für Katzen wichtigen Aminosäuren wie Taurin in ausreichenden Mengen. Der Nährstoffbedarf der Katze ist mit einem Alleinfuttermittel grundsätzlich abgedeckt. Für Zeiten, in denen Katzen mehr Energie benötigen (beispielsweise, wenn sie Junge grossziehen) gibt es spezielle Alleinfuttermittel, die einen höheren Nährwert aufweisen. Ein «Alleinfuttermittel» für Senioren wird hingegen weniger gehaltvoll sein.

Einzelfutter sparsam einsetzen
Vorsicht: Alleinfuttermittel sind zwar praktisch, sollten aber keinesfalls mit Vitaminpräparaten oder Mineralstoffmischungen ergänzt werden. Mit zusätzlichen Pasten und Pülverchen besteht die Gefahr der Überversorgung. Zwar landen die meisten überschüssigen Stoffe getreu dem Motto «vorn hinein, hinten hinaus» im Katzenklo, einzelne reichern sich aber im Körper an. Zu viel Vitamin A beispielsweise kann zu Wirbelsäulenproblemen oder Leberschäden führen, zu viel Phosphor belastet die Nieren. Katzen, die ein Alleinfuttermittel bekommen, sollten solche Nahrungsergänzungsmittel nur erhalten, wenn sie vom Tierarzt verordnet werden.

Anders ist es bei den Einzelfuttermitteln, die auch als Ergänzungsfutter bezeichnet werden. Zu ihnen zählen Fischöl, Katzenmilch oder Knabbereien. Einzelfuttermittel sind, der Name sagt es, für einzelne Gaben oder als (gelegentliche) Ergänzung gedacht. Sie können nützlich sein, unterstützen zum Beispiel die Zahnreinigung, sorgen für Beschäftigung oder auch für frischen Atem. Den Nährstoffbedarf einer Katze decken sie aber nicht. Das gilt auch für jene Einzelfutter, die in hochwertigen Dosen verpackt sind und beispielsweise 100 Prozent Thunfisch oder 100 Prozent Hühnerfilet enthalten.

Beim Lesen der Katzenfutter-Etiketten stolpert man über Wörter wie Rohasche, Rohprotein, Rohfett und Rohfaser. All das sind Begriffe aus der Futteranalytik. Rohasche entsteht, wenn das Futter zuerst getrocknet und dann verbrannt wird. Was übrig bleibt, sind anorganische Stoffe – die Mineralien (manchmal auch Sand oder Erde). So kommt es, dass spezielles Mineralfutter immer einen wesentlich höheren Anteil an Rohasche hat als ein Alleinfutter. Rohasche ist also kein beigemischtes Abfallprodukt, wie es manche vermuten. Auch von einer Maus bleiben etwa zehn Prozent Rohasche übrig.

Schlachtabfall ist fast überall drin
Rohprotein und Rohfett liefern der Katze Energie, die Prozentwerte sagen aber nichts aus über die Qualität des Proteins und der Fette. Rohfasern sind nicht verdauliche Bestandteile, die ebenfalls zu einem gesunden Futter gehören. Meist werden all diese Angaben unter dem Begriff «Inhaltsstoffe» zusammengefasst. Die Zutaten des Futters ergeben seine Zusammensetzung. Sie sind mengenmässig in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Die Zutat, von der sich am meisten in der Dose oder im Beutel befindet, steht also an erster Stelle. Die verschiedenen Hersteller von Katzenfutter geben in Sachen Zutaten sehr unterschiedliche Auskünfte. Manche schreiben nur Überbegriffe wie «Fleisch» auf das Etikett, andere erwähnen dagegen, dass es sich um Hühnerfilet oder um Rinderhuft handelt.

Neben Fleisch sind in den meisten Katzenfuttern auch tierische Nebenerzeugnisse enthalten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Schlachtabfälle. Diese Produkte sind nur deshalb Abfälle, weil sie als Lebensmittel unverkäuflich sind. Därme, Mägen, Gehirne, Hühnerfüsse, Drüsen oder Sehnen wandern ins Tierfutter. Nebenbei: Eine Katze, die eine Maus fängt, verspeist ja auch nicht nur das feine Filetstück, sondern frisst das Beutetier samt Kopf, Schwanz und Pfoten.

Verwirrende Formulierungen
Zusatzstoffe werden auf dem Etikett gesondert aufgeführt und erschrecken viele Verbraucher – nicht immer begründet, denn Zusatzstoffe können auch nützlich sein. Grundsätzlich werden sie in drei Gruppen aufgeteilt:

  1. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe, zu denen beispielsweise Vitamine, Mineralien oder das lebenswichtige Taurin zählen. Ihre Ergänzung ist vor allem dann wichtig, wenn durch die Verarbeitung der Zutaten Nährstoffe verloren gegangen sind.
  2. Sensorische Zusatzstoffe sind die Aromen. Sie sorgen für höhere Akzeptanz des Futters und können einen natürlichen Ursprung haben oder künstlich erzeugt werden.
  3. Technologische Zusatzstoffe sind unter anderem Emulgatoren, die dafür sorgen, dass sich Wasser und Fett schön vermischen, natürliche oder künstliche Antioxidantien oder Geliermittel. Technologische Zusatzstoffe sorgen für gute Verarbeitungsmöglichkeiten und für möglichst lange Haltbarkeit.

Es gibt ausserdem einige Formulierungen, die für Verwirrung sorgen:

  • Steht auf einer Futterverpackung, der Inhalt sei «mit Fisch», ist nicht nur Fisch enthalten. Vier Prozent aber sind vorgeschrieben.
  • Steht auf der Packung, der Inhalt sei «reich an Truthahn», ist keineswegs nur Truthahn enthalten. 14 Prozent müssen es aber sein.
  • Steht auf der Futterverpackung, es handle sich um eine Lachsmahlzeit, besteht sie nicht nur aus Lachs. 26 Prozent müssen es dann aber mindestens sein.
  • Steht auf der Verpackung «light», bedeutet das nur, dass es von derselben Marke noch andere Futtermittel gibt, die mehr Kalorien enthalten. Als Orientierung für eine Diät nutzt das aber nichts. Genaues Hinschauen lohnt sich.

Beispiel für Trockenfutter/Alleinfutter:

Zusammensetzung: Truthahn (17 %), getrocknetes Geflügelprotein, Vollkorn-Weizen (17 %), Mais; Maisklebermehl, tierisches Fett, Sojamehl, getrocknete Rübenschnitzel, Weizenklebermehl, getrocknete Chicoréewurzeln (2 %)Mineralstoffe, Hefe (1 %)Fischöl.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 34 %, Rohfettgehalt 13 %, Rohasche 7,5 %, Rohfaser 6 %. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: IE (steht für Internationale Einheit)/kg: Vit  A: 36 960, Vit D3: 1120, Vit E: 670; in mg / kg angegeben: Vit C: 140, Taurin: 780, Fe (Eisen): 253, I (Iod): 3,2, Cu (Kupfer): 50, Mn (Mangan): 120, Zn (Zink): 428, Se (Selen): 0,29

Mit Antioxidantien.

Beispiel für Feuchtfutter / Einzelfutter:  

Zusammensetzung: Hühnerfilet 75 %, Hühnerbrühe 24 %, Reis 1 %.

Analytische Bestandteile: Rohprotein 20 %, Rohfaser 0,1 %, Rohöle und Rohfette 0,5 %, Rohasche 2 %,

Feuchtigkeit 77 %

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