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Katzen

Die Angst vor dem Alleinsein

Katzen | Donnerstag, 5. Dezember 2013, Carolin Frei

Katzen können sehr schnell eine starke Bindung zu ihren Haltern aufbauen. Manchmal so stark, dass eine Trennungsangst entsteht. Doch Vorsicht – häufig wird Trennungsangst mit Langeweile verwechselt.

Bestimmte Katzenrassen wie beispielsweise Siam oder Burma haben oft Angst, ihr Frauchen oder Herrchen zu verlieren, und zeigen das auch. Die meisten anderen Katzen bleiben dagegen eher gelassen, wenn sie mal wieder alleine zu Hause sind. Dennoch: Trennungsangst kann zu einem schwerwiegenden Problem werden.

«Bei solchen Katzen fällt auch die Begrüssung besonders ausgelassen aus, wenn man nach Hause kommt», sagt die Autorin und Katzenexpertin Nancy Peterson in Bezug auf ängstliche Tiere. Die Trennungsangst erkennt man etwa daran, dass einem der Stubentiger im Haus überall hin folgt. Oder aber er äussert sich besonders lautstark oder verweigert das Futter, vor allem während längerer Abwesenheiten. Auch Kratzspuren an Türen oder zwanghaftes Putzen können auf eine überstarke Bindung hindeuten, unter der die Katze leidet, wenn sie alleine gelassen wird. Richtig unangenehm wird es, wenn der Vierbeiner auf Gegenstände uriniert, die nach dem Besitzer riechen. 

In jedem Fall sollte bei einem solch auffälligen Verhalten eine Fachperson aufgesucht werden, um gesundheitliche Probleme auszuschliessen. Trennungsangst kann meist damit kuriert werden, dass die Zeitspanne, die der Vierbeiner allein verbringen muss, nach und nach gesteigert wird. Doch nicht immer ist es Trennungsangst, die der Katze zu schaffen macht, sondern vielmehr schlicht und einfach Monotonie.

Langeweile und Stress sind im Katzen-Alltag nicht zu unterschätzen
«Trennungsangst habe ich in meiner bisherigen Tätigkeit als Verhaltensmedizinerin noch nie diagnostiziert», sagt Marianne Furler, die im Kanton Zürich praktiziert. Vielmehr würden Stubentiger, die keinen Freilauf haben, oft unter Stress, Frust und Langeweile aufgrund von nicht artgerechter Haltung und dem Zusammenleben mit ungeeigneten Katzenpartnern leiden. Dies kann vor allem bei Nicht-Rassekatzen zu Verhaltensstörungen wie Markieren, Unsauberkeit, Aggression oder medizinischen Problemen wie Harnabsatzstörungen führen, da diese Katzen oft ungeeignet für die Wohnungshaltung sind.

Oft hätten Wohnungskatzen nicht genügend Katzenklos. «Ohne uneingeschränkten Freilauf sollte die Anzahl Versäuberungsmöglichkeiten die Anzahl Katzen plus eins betragen. Auch eine einzelne Wohnungskatze braucht zwei offene, nicht nebeneinander platzierte Katzenklos, da Katzen Kot und Urin an verschiedenen Orten absetzen möchten», betont die Tierärztin. Auch sollten Katzen ihr Futter 24 Stunden zur Verfügung haben, sich dieses aber erarbeiten müssen. Dies ermögliche neben der artgerechten Fütterung auch Beschäftigung der Tiere in Abwesenheit der Besitzer.

Furler ist überzeugt, dass die wenigsten Verhaltensstörungen auf Trennungsängste zurückzuführen sind. Sie ist aber trotzdem der Meinung, dass Wohnungskatzen nur tageweise oder mal ein Wochenende allein gelassen werden sollten, da intensiver sozialer Kontakt und tägliche Spieleinheiten mit dem Halter unerlässlich für das Wohlergehen dieser Katzen sind. Bei Ferienabwesenheit sollte daher eine andere Lösung gesucht werden. 

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