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Tierwelt 30/2013

Mit GPS die vermisste Katze orten

16 Kommentare Katzen, Haustiere | Donnerstag, 25. Juli 2013 07:00, Christina Burghagen

Dank Mikrochip kann ein ausbleibender Stubentiger künftig im Handumdrehen gefunden werden. Zwei Jungunternehmer aus dem Aargau sind auf der Suche nach einem besonders katzenfreundlichen GPS.

In diesem Moment irren Tausende von Katzen umher oder werden angefahren und tot an den Strassenrand gelegt. Mehrere Hundert Tiere werden jeden Tag als vermisst gemeldet. Rund 80 Prozent davon sind Katzen. Frauchen oder Herrchen stürzt der Verlust ihres Lieblings in grosse Sorge. Die Ungewissheit ist dabei meist quälender als eine Todesnachricht, denn das Hoffen und Bangen findet kein Ende. Abhilfe schaffen können extra für Katzen angefertigte Produkte mit dem Global Positioning System (GPS).

Jungunternehmer Alan Ellenberger ging das Schicksal von «Django» sehr zu Herzen. Der Kater seiner Freundin war immer ein Stubenhocker, im Gegensatz zu seinem Bruder Topolino, der gerne die Gegend unsicher macht. Vor mehr als zwei Jahren aber verschwand Django spurlos. Lange Zeit konnten die Betroffenen nicht aus dem Gedankenkarussell aussteigen: Warum lief Django weg? Was hat ihn nach draussen gelockt? Wer hat die Tür offen gelassen? Wo lebt der Kater jetzt? Ist er angefahren worden und gestorben? Hat er lange gelitten? «Als meine Partnerin vor einiger Zeit ein Foto einer Katze im Internet entdeckte, die Django ähnlich sah, überlegte sie aufgeregt, ob das ihr Kater sein könnte – nach über zwei Jahren!» Ellenberger erzählt, dass es nicht Django war, aber die Hoffnung seine Partnerin nicht losliess: «Das war das Startzeichen für mich, ein GPS-Halsband zu entwickeln, damit weniger Katzen verloren gehen. Denn das Verhalten meiner Freundin führte mir deutlich vor Augen, wie intensiv Menschen mit ihren Katzen in Beziehung stehen.» 

Nur wenige GPS-Modelle sind für Katzen geeignet und hierzulande erhältlich
In Fachgeschäften oder über das Internet sind erst wenige GPS-Produkte für Katzen auf dem Markt. Die meisten existierenden Tier-GPS wurden für Hunde entwickelt. Kein Wunder sind die angebotenen Modelle für viele Katzen zu schwer. Auch Akkus können Probleme machen und schlussendlich ist zudem der Preis nicht ganz ohne, vor allem die monatlichen Setup-Kosten. In der Schweiz sind diese beiden Geräte gut erhältlich:

  • Der «Garmin GTU 10» kommt von der US-amerikanischen Firma «Garmin», einem weltweit führenden GPS-Anbieter. Mit 269 Franken Kaufpreis und rund 60 Franken monatlichen Kosten ist dieses Gerät nicht gerade ein Schnäppli. Die Batterie hält einen Tag bis vier Wochen. Mit Halsband wiegt der «Garmin» 63,5 Gramm. 
  • Der «GPS CatTrack Live3» kommt von der Firma «Catnip Technologies Ltd», ebenfalls mit Sitz in den USA. Die 65 Gramm schwere Box trägt die Katze mit einem Halfter wie einen Rucksack. Dieses Modell kostet 102 Franken in der Anschaffung und hat eine monatliche Setup-Gebühr von 26.40 Franken. Die Batterie hält bis zu vier Tagen.

Ausgewachsene Katzen bringen zwischen drei und acht Kilogramm auf die Waage. Hängt man einem Leichtgewicht-Büsi von drei Kilogramm Gewicht also eines dieser Katzen-GPS um den Hals, ist das vergleichbar mit einem Menschen, der ein Halsband von anderthalb bis zwei Kilogramm tragen muss. Je grösser die Katze, desto geringer ist natürlich die Belastung für das Tier. 

Das Produkt hätte gute Chancen am Markt, doch fehlen die Investoren
Die bisherigen Erfahrungen mit den elektronischen Büsi-Find-Geräten brachten Ellenberger auf die Idee, etwas Geeigneteres zu erfinden: «Unser GPS-Halsband soll nicht mehr als 99 Franken kosten, nicht mehr als 20 Gramm wiegen und nur eine minimale, jährliche Servicegebühr enthalten», erklärt er seine Vision. Das Schicksal wollte es, dass der Jungunternehmer in seinem Götti einen fähigen Ingenieur fand, der das Katzenhalsband entwickeln kann. 

Bei einer Marktanalyse stellte sich heraus, dass solch ein Produkt beste Chancen am Markt haben könnte. Also gründete der Zofinger die Firma petTracer AG. Studienkollege Claudio Gloor, ebenfalls Betriebsökonom, stieg mit ins Unternehmen ein. Mit den ersten 100 000 Franken entwickelten die beiden ein Funktionsmodell und kamen zur Erkenntnis, dass sie einen eigenen Mikrochip herstellen lassen müssen. 

Da sich verletzte Katzen in der Regel verkriechen, ist schnelle Hilfe oft unmöglich. Eine hundertprozentige Sicherheit kann mit einer Peilung auch nicht versprochen werden, denn das GPS zeigt sich störempfindlich. Ist eine Katze zum Beispiel in einem Keller mit dicken Betonwänden eingesperrt, gibt es keinen Empfang – aber immerhin weiss der Halter, wo sich das Tier kurz vorher aufhielt und kann gezielter suchen. Die intelligente Software «weiss», wann sie Signale senden muss. Bewegt sich die Katze zum Beispiel längere Zeit nicht, gehen Signale von ihr aus. Mit einem Akku, der drei bis sechs Monate hält, soll das petTracer-Halsband leistungsstark werden. Bei der Ortung der Katze sind auch Spielereien möglich. So soll man auf dem Computer verfolgen können, wie gross das Revier der Katze ist, welche Strecke sie zurücklegt und wie schnell sie läuft. Das europaweite Patent für das Pfotenortungsgerät ist angemeldet.

Fast fünf Millionen Franken Kapital benötigt die junge Firma, um das geplante Produkt zu entwickeln und im Markt einzuführen, doch das Geld fehlt noch. Die Anfragen bei grossen Tierbedarfsketten sind zwar positiv verlaufen, denn verkaufen wollen das Halsband alle, investieren aber nicht. Dank einer Semesterarbeit kam der Unternehmer darauf, sich unkonventionell übers Internet Kapital zu beschaffen. 50 000 Franken sind über seine Website bisher zusammengekommen – noch viel zu wenig. Daher wünscht sich Ellenberger nur eines: «Unser Traum ist natürlich, dass wir einen privaten Grossinvestor finden, der Katzen genauso liebt wie wir!»

Weitere Informationen zu GPS-Geräten unter:

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Kommentare (16)

Victo4 am 09.05.2018 um 08:54 Uhr
Meine spontane Vermutung heute, wieso unter anderem eine Katze verschwinden könnte, ist: Dass es eine andere Katze ihr Revier verteitigt, was sogut wie das gleiche Reviert der eigenen Katze ist. Und dass diese andere Katze der eigenen Katze irgendwann mal so heftig vermittelt "wehe du getraust dich wieder einmal hier her".

Das könnte ich mir gut vorstellen, dass das ein Grund sein könnte für eine Katze nicht mehr Nachhause kommen zu wollen. Sprich Angst zu haben nach Hause durch das Revier des anderen zu kommen.

Wird warscheinlich nicht anderst sein wie bei den Löwen. Rudel verjagen Fremde und lassen Sie damit eben wissen dass Sie sich niemehr blicken lassen sollen.


Ich hane zb. zur Zeit auch ein bisschen Angst, das meine sehr liebe, sehr feine, null agressive, noch eher sehr junge Katzendame irgendswann nicht mehr nachhause kommt. Denn wir sind umzogezogen, und ich habe leidee erst zu spät bemerkt, das genau gegenüber meinem Balkon 2 Katzen leben. Und Sie Tag und Nacht da ihr Revier haben und oft auch auf mein Balkon glotzen.
Als meine Katzens wieder mal raus wollte und einer der Nachbarskatzen die selbst auf dem Balkon gerade sass (und warscheinlich auch ein Weibchen ist aber älter und viel erfahrener) bemerkte dass meine Katze die Katzenleiter runterging auf meinem Balkon und in den Ausgang wollte, rasste die Nachbarskatze regelrecht von ihrem Balkon ihrer Katzenleiter runter meiner Katze hinterher und man hörte nur noch ein Gefauche der brutalsten Art.

Darauf hin enzürnte ich in Wut, rannte raus und rannte dee Nachbarskatze hinterher durch die Gebüsche, um ihr zumind. Angst zu machen (ohne natürlich ihr was antun zu wollen).
Meine Katze rannte wollte (während dessen, ohne dass ich es bemerkt habe, woll wiedee nach Hause auf mein Balkon.
Denn als ich zurück nachause ging, stand Sie schon wieder auf dem Balkon.

Jetzt beobachtet meine Katze ständig länger auf dem Balkon alle Blickwinkel, um warscheinlich zu gucken ob die Nachbarakatze wo lauert. Erst wenn sie bemerkt dass die angreiffslustige Nachbarskatze nicht gerade anwesend ist, getraut sie sich raus.

Ich habe jetzt jedes mal Angst, das die Nachbarskatze meine so liebe, die wirklich keiner Fliege was zu Leibe tut Katze, irgendwann mal von der Nachbarskatze so vermöbelt wird, dass ich mit ihr zum Tierarzt muss.

Die Nachbarskatze war sogat mal so frech, dass sie meiner Nachbarskatze hinterherjaggte und sogar meine Katzenleiter meines Balkons rauf kamm uf meinen Balkon.
Zb. Glück habe ich eine Katzenklingel und ich bemerkte es rechtzeitig. Danach kriegte es Sie mit dee Angst zu tun wegen mir und sprang sogar bereits vom der dritten Katzenleiterstufe zu Boden und machte sich dann aus dem Staub.

Ab jetzt habe ich genug und ich werde jedesmal wenn ich die Nachbarskatze zu Augen bekomme und Sie sich nur schon in dee Nähe UNSERES Reviers aufhält, selbst zur Tat gehen und Sie einschüchtern (ohne Sie natürlich zu verletzen). Damir diese freche Dame meine Katze endlich in Ruhe lässt und ich ihr zeige wo dee Hammer hängt und wo IHR Revier aufhört.

Trotzdem habe ich genau darum nun Angst jeden Tah um meine Katze und hätte auch nichts gegen so ein GPS.
Ich habe nämlich wie schin gesagt Angst, das meine Katze aus ihrem eigenen Zuhause verjaggr wird, weil es leider auch das Revier der anderen zwei Katzen ist, die vor uns da waren.

Gott ich bin ziemlich genevt von der Nachbarskatze. Ich könnte die erwürgen.
Bis jetzt scheint zum Glück nichts passiert zu sein. Einmal kamm meine Katze mit winer kleinen Schramme nachhause. Weiss nicht ob es an der Nachbarskatze lag.
Ich habe aber kein Geld übrig um meine Katze zum Tierarzt zu bringen, fals die Nachbarazicke mal völlig ausrassten sollte und meine Katze darunter leiden sollte, Körperlich.
Daher werde ich alles tun, damit die Nachbarskatze es mir dee Angst zu tun bekommt und sich merkt:
"Shit, ich muss aufpassen bei der anderen Katze, denn der Halter geht ansonsten auf mich los."
lol Ne, mal im ernst. Die soll auch merken wo ihre Grenzen sind und dass das auch das Zuhause von mir uns meiner Katze nun ist.

Ein GPS das leicht ist, würde mich aber auch sehr beruhigen.

Hechenberger Alois Hotel Mühlebach Wallis am 30.07.2016 um 10:11 Uhr
Das wäre Super, würde es für meine zwei Katzen sofort
kaufen.

marika am 22.07.2015 um 18:09 Uhr
mein kater ist seit 10 tagen verschwunden.....ich würde sofort ein GPS micro chip kaufen,dass implantiert werden kann.

Remo am 14.07.2015 um 22:23 Uhr
Üsi chatz isch jetz au scho 2 täg,ich wer sehr froh wenns so was git.
Ich wörs grad poste.

Ruth Mörker am 12.04.2015 um 18:42 Uhr
Wo kann ich ein Chip-Transponder kaufen? Meine Katze ist gechipt, aber mir laufen immer wieder Katzen zu, und ich würde gerne wissen, wem sie gehört. Wäre sehr dankbar für eine Antwort.
Mit freundlichen Grüssen
R.Mörker

Andrea Ammon am 13.02.2015 um 20:06 Uhr
Wäre eine tolle Sache! Würde ich sofort kaufen und verwenden. Wie sehen die Fortschritte nach den verstrichenen 2 Jahren aus? Wie weit ist das Ganze?

Redaktion «Tierwelt» am 12.05.2014 um 10:18 Uhr
Liebe Sibylle,

Das Gerät scheint noch in Entwicklung zu sein.
Für mehr Informationen wenden Sie sich doch direkt an die Verantwortlichen unter www.gpskatzenhalsband.com.

Freundliche Grüsse,
Die «Tierwelt»-Redaktion

Sibylle am 10.05.2014 um 22:38 Uhr
Super Idee. Kann der Chip miteinbezogen werden? Ist das Gerät schon erhältlich?

Hubler Andrea am 11.03.2014 um 14:36 Uhr
Es söt en Chips gä woh mä unter Hut cha pflanzä, den mini Katz treit kei Halsbändli. Wenns so öbis git den choufä ig grad eis. Machät witer so.

Manuela Würgler am 18.11.2013 um 14:57 Uhr
Schon so lange bin ich auf der Suche nach so einem Gerät. Habe zur Zeit für meine drei Büsis das elpet.com im Einsatz. Ist aber sehr mühsam meine Katze, bzw. verlorenes Halsband zu finden. Bitte bitte... macht weiter, dass es ein so tolles Produkt bald zu kaufen gibt.
Beste Grüsse
Manuela Würgler

Hodel Michael am 12.11.2013 um 21:07 Uhr
Geniale Idee !! Ich würde sofort eins kaufen. Sehr Schade, dass das System nicht gesetzliche Pflicht ist. So könnte viel Leid erspart und den Katzenhassern evtl. sogar das Handwerk gelegt werden können.

Andrea Stöckli am 23.10.2013 um 14:11 Uhr
Danke euch beiden! Auf so ein Produkt warte ich schon lange. :-)

Daniel Dietschi am 23.10.2013 um 08:53 Uhr
Ich habe diesen Bericht mit Begeisterung gelesen und kann es eigentlich kaum erwarten, ein solches Halsband mit GPS für meinen Kater zu kaufen. Sobald es auf dem Markt ist, werde ich es kaufen !

Hanspeter Saladin am 31.08.2013 um 15:56 Uhr
Wir wären wahrscheinlich unter den Ersten die ein GPS-Halsband für unsere Katze kaufen würden sobald die von Ihnen angestrebten Parameter erfüllt würden.Weitermachen bitte !

Emanuel Rodriguez am 12.08.2013 um 21:29 Uhr
Alan Ellenberger und Claudio Gloor sind Zeugnis davon, dass in der Schweiz immer noch der Pioniergeist herrscht, glanzvolle Ideen in die Tat umzusetzen.
Ich wünsche den beiden weiterhin viel Erfolg auf Ihrer Reise und bin überzeugt, dass sie das Ziel bald erreichen werden.

Dieses Produkt MUSS es geben!


Emanuel Rodriguez
Supporter

Mutter Kala Ellenberger am 27.07.2013 um 05:54 Uhr
Es hat mir sehr gefreut diese Bericht zu lesen. Vielen, vielen Dank für die Unterstutzung dass, Sie die beiden jungen gegeben haben.

Thank you very much for your fantastic support and story. I hope the boy find suitable support from someone reading your article.

Kindest regards,
Mutti Ellenberger

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