Tipps
› Zurück

Tierwelt No. 5/2013

Und auf einmal liebt die Katze Tabletten

Katzen | Donnerstag, 31. Januar 2013, Sarah Kuhni

Braucht die Katze Medikamente, bedeutet das oft Stress – sowohl für den Menschen als auch für das Tier. Doch es geht auch anders: Aromatisierte Tabletten schmecken den Samtpfoten so gut, dass sie sogar darum betteln.

Katzen sind keine einfachen Patienten. Vor allem dann nicht, wenn sie Tabletten brauchen. Häufig erkennen Stubentiger präparierte Leckerli und lassen sie unberührt liegen. Auch wer die Katze jagt und zur Einnahme zwingt, hat kaum Erfolg. «Das machen Sie ungefähr dreimal. Dann weiss eine Katze, was Sie vorhaben und versteckt sich», sagt die Tierärztin Käthi Brunner, die in Münchenstein BL praktiziert.

Doch es gibt Hilfe. Pharmafirmen haben einen Weg gefunden, die Katze zu überlisten. Unternehmen wie Novartis, Pfizer und Biokema produzieren seit einigen Jahren aromatisierte Tabletten. Die Medikamente für Katzen enthalten beispielsweise Hefe-, Vanille- und Rindfleischaromen, Tabletten für Hunde schmecken nach Rind- und Hühnerfleisch. «In vielen Fällen nimmt der Tierhalter eine Tablette aus der Packung und die Katze steht schon bereit. Oft fressen die Tiere das Medikament sogar pur», sagt Käthi Brunner. Sie schätzt die Erfolgsquote bei ihren Patienten auf 70 Prozent, Philip Ward von der Pfizer Tiergesundheit tippt auf gesamthaft 80 Prozent. Und bei einer Studie der «Novartis Animal Health» aus dem Jahr 2009 haben 159 von 160 Katzen die aromatisierten Tabletten direkt aus dem Napf gefressen. Dazu Pressesprecher Micha Jäggi: «Die letzte Katze akzeptierte die Tablette, als sie ihr aus der Hand angeboten wurde.»

Weniger Stress für Mensch und Tier, jedoch nicht ohne Vorsicht einzunehmen
Für Katzenhalter sind die Medikamente ein wertvoller Helfer. «Besonders bei Antibiotika ist es sehr wichtig, dass die Behandlung korrekt verläuft und nicht vorzeitig abgebrochen wird», erklärt Ward. Das sei mit den aromatisierten Tabletten stressfrei möglich. Nebst Antibiotika gibt es sie auch in Form von Entwurmungsmittel oder gegen Nierenkrankheiten, stets kommen neue Wirkstoffe hinzu. Auch Hundehalter profitieren von dem Angebot, allerdings haben sie es tendenziell leichter, da sich Hunde eher mit einem Leckerli überlisten lassen.

Die aromatisierte Tablette hat aber auch ihre Kehrseite. In einzelnen Fällen schmeckt sie trotz Geschmacksstoff leicht bitter, sodass der Stubentiger nach ein paar Tagen genug davon hat. Und Katzen, die an einer Futtermittelallergie leiden, können auf die Tabletten allergisch reagieren. «Je nachdem, was drin ist», sagt Tierärztin Brunner. Sie empfiehlt, vor der ersten Abgabe die Zusammensetzung zu prüfen. Wichtig ist auch, «Medikamente ausser Reichweite von Tieren aufzubewahren», rät Ward. Es habe schon Fälle gegeben, bei denen Hunde die ganze Schachtel geklaut und leer gefressen hätten. Glücklicherweise sei damals nichts Schlimmeres passiert.

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen