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Schluckauf bei Katzen

Hicks statt Miau

Katzen | Dienstag, 1. Oktober 2019, Regina Röttgen

Auch Katzen können an Schluckauf leiden. Meist liegt es an der Fütterung. Nur in seltenen Fällen steckt eine ernste Krankheit dahinter. 

Genau wie der Mensch kann auch eine Katze Schluckauf bekommen – allerdings ist dies in der Regel sehr selten. Meist bemerken Halter ihn nicht einmal. Denn zumeist ist der Schluckauf – im Fachjargon Singultus – bei Katzen fast lautlos. 

Beteiligt am Gluxi ist eine Nervenirritation, die zwei Dinge gleichzeitig auslöst: «Beim Schluckauf zieht sich das Zwerchfell der Katze plötzlich zusammen, während sich die Stimmritze zwischen den beiden Stimmbändern verschliesst», erklärt Nicole Brodbeck, Ernährungs- und Diätetik-Fachfrau von der mobilen Tier-Gesundheitspraxis «HundKatzeSchmaus GmbH». Das hicksende Geräusch entsteht durch das Verschliessen der Stimmritze. Im Gegensatz zu anderen Reflexen wie Niesen oder Husten ist bislang ungeklärt, wodurch die zum Schluckauf führende Nervenreizung ihrerseits entsteht. 

Seit mehr als hundert Jahren kursieren verschiedene Theorien um Entstehung und Sinn des Schluckaufs. Die aktuellste stammt vom Notfallmediziner Daniel Howes. Nach Ansicht des Kanadiers wird der Schluckauf von Luft im Magen ausgelöst. Er begründet dies damit, dass Säuglinge statistische 2,5 Prozent ihrer Zeit den Hitzgi haben – und durch das Ausstossen der Luft für Milch mehr Platz im Magen sei. Mit zunehmendem Alter werde der Schluckauf weniger und trete nur noch beim Herunterschlingen von Nahrung auf. Ob diese Theorie auch für andere von Schluckauf geplagte Säugetiere wie die Katze zutrifft, ist unklar. Mechanisch zumindest ist ein Auslösen von Schluckauf allein am zum Rücken gelegenen Teil des Rachens möglich. Dies fand vor zwei Jahrzehnten der Japaner Tomoko Oshima bei Tests an narkotisierten Katzen heraus.

Bloss keine Hausmittelchen
Nicole Brodbeck findet die Erklärung von Daniel Howes auch für Katzen plausibel: «Am ehesten haben Kitten nach dem Säugen Schluckauf.» In späteren Jahren stehe der Hitzgi weiterhin mit der Nahrungsaufnahme in Verbindung: Beim gierigen Fressen werde Luft geschluckt. Die verschluckte Luft reize das Zwerchfell, es komme zum Schluckauf – das sei der häufigste Grund für den felinen Gluxi.

«Gerade bei der Aufnahme von Trockenfutter kann dies öfter passieren, denn Katzen sind Schlingfresser», sagt die Ernährungsexpertin und rät zur Nahrungsumstellung. Den Napf erhöht aufzustellen, das Futter in kleinen Portionen anzubieten oder gar einen Gegenstand in den Napf zu stellen, damit die Katze darum herum fressen muss, hält Brodbeck jedoch nicht für sinnvoll: «Katzen kann man nicht am Schlingfressen hindern.» Sie empfiehlt daher, statt Trockenfutter Fleisch oder Dosenfleisch zu füttern.

In der Regel hält ein Schlucklauf laut Brodbeck nur wenige Minuten an. Dabei sollte man niemals versuchen mit dubiosen, aber  populären Hausmittelchen wie Erschrecken, Zucker schlucken oder Luftanhalten der Katze zu helfen. «Am besten der Katze nur etwas Milchwasser anbieten oder ihr sanft die Kehle massieren, aber auf keinen Fall stressen», sagt die Fachfrau dazu. Ein verschluckter Fremdkörper oder Haarbälle könnten ebenfalls ein Grund für das Hicksen sein. Hält der Schluckauf mehrere Stunden an oder leidet die Katze relativ häufig an Schluckauf, kann der Hitzgi auch ein Krankheitssymptom sein.

«Halter sollten daher immer den Allgemeinzustand der Katze im Auge behalten und genannte Fälle von einer Tierärztin abklären lassen», sagt Nicole Brodbeck. Denn auch ein zu langes Gaumensegel könne Schluckauf begünstigen. «In ganz seltenen Fällen kann sich dahinter sogar eine Herz- oder Lungen­erkrankung verbergen.»

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