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Geflügelhaltung

Sommercheck im Hühnerhof

Geflügel | Donnerstag, 16. August 2018, Fabienne Schenkel

Die regelmässige Kontrolle von Stall und Auslauf ist für Hühnerhalter ein Muss. Gerade jetzt empfiehlt  sie sich jenen, bei denen im Frühjahr Küken geschlüpft sind. Haben die Tiere immer noch genügend Platz? Reichen Futter- und Wassergeschirr für die Jungtiere noch aus? 

Junge Hühner wachsen schnell und legen entsprechend rasch an Grösse zu. Wer die Tiere an einem Längstrog füttert, merkt, dass die einstigen drei Zentimeter Platz pro Tier nicht mehr ausreichen. So schreibt auch der Gesetzgeber ab der zehnten Woche mindestens zehn Zentimeter Fressplatzlänge pro Tier vor. Der Platzverhältnisse wegen eignet sich deshalb ein Rundautomat viel besser. Die Tiere kommen einfacher zum Futter und der Automat sorgt stetig für Nachschub. In diesem Fall reichen bis zur 18. Lebenswoche auch drei Zentimeter Platz pro Tier. 

Beim Futtertrog gibt es mehrere Möglichkeiten für eine Optimierung. Die Hühner scharren mit den Füssen, aber auch mit den Schnäbeln sehr gerne. Ein Zeichen dafür ist meistens viel herumliegendes Futter. Abhilfe gegen diese Futterverschwendung schaffen Querstäbe über dem Futtertrog, sie verhindern das Herausscharren mit dem Schnabel. Die Futteraufnahme erleichtert eine individuell angepasste Höhe des Trogs. Als Faustregel gilt unter den erfahrenen Haltern, dass er auf Schulterhöhe der Tiere positioniert wird. Das gilt auch für den Wassertrog. 

Selektion und Geschlechtertrennung
Um den Hühnern das Leben im Sommer zu erleichtern, könnte auch ein zusätzliches Wassergeschirr im Auslauf aufgestellt werden. Bei starker Hitze vermeiden die Hennen jede unnötige Anstrengung und nehmen bei einem solchen Angebot das Wasser auch gerne draussen auf.

Die Besatzdichte im Stall wird im Sommer oft bis zur gesetzlichen Vorgabe ausgereizt. Von der 10. bis zur 18. Woche sind neun Tiere pro Quadratmeter erlaubt. Danach sind für die grossen Rassen mit mehr als zwei Kilo sechs Tiere und für die kleineren Rassen mit weniger als zwei Kilo Körpergewicht sieben Tiere erlaubt. Gerade in der Aufzucht von Jungtieren ist in Fällen einer grossen Besatzdichte zu überlegen, welche Tiere später nicht an eine Ausstellung können und deshalb bereits jetzt dem Kochtopf zugeführt werden könnten. 

Wer grössere Gruppen aufzieht, könnte sich auch überlegen, diese nach Geschlecht zu trennen. Eine Gruppe nur aus Hähnen ist viel ruhiger, weil sich die jungen Gockel nicht um die Hennen streiten müssen. Wer seine Tiere mit den Ringen von Rassegeflügel Schweiz beringt hat, muss besonders bei den Hähnen im Sommer die Ringe mehrmals prüfen. Die Sporen beginnen zu wachsen und der Zuchtring sollte oberhalb der Sporen positioniert werden; so wird verhindert, dass der Ring später einmal zwischen dem Fussgelenk und den Sporen einwächst.

Kampf den Blutsaugern
Im feucht-warmen Sommerwetter schleichen sich oft unbemerkt sehr viele ungewollte Mitbewohner ins Hühnerhaus ein. Dort vermehren sie sich explosionsartig und können für die Hühner sogar tödlich sein, wenn der Besitzer die Störenfriede nicht bemerkt. Gemeint ist die Rote Vogelmilbe, die sich tagsüber in den Stallritzen verkriecht. Um sie nachzuweisen, kann man einen einfachen Test an der Sitzstange durchführen. Fährt man mit dem Finger unterhalb der Sitzstange durch und ist dieser danach blutrot gefärbt, so ist der Vogelmilbenbefall schon sehr gross. Es kann auch sein, dass die Hennen in der Nacht nicht zurück ins Hühnerhaus wollen. Dann ist oft nicht die Hitze schuld, sondern eben diese kleinen lästigen Viecher sind es.

Es ist umgehend zu handeln: Alle betroffenen Stellen sind mit einem Produkt gegen die Vogelmilbe zu bepudern oder bespritzen. Diese Behandlung ist mehrmals nötig, denn oft befinden sich auch noch Eier in den kleinen Ritzen, aus denen erst wenige Tage später weitere Milben schlüpfen. Wer bei einem Befall durch die Rote Vogelmilbe nicht handelt, realisiert spätestens, wenn das erste Huhn stirbt, dass etwas im Stall nicht stimmt. Über Nacht können die Abertausenden von kleinen Milben bei den Hennen so viel Blut absaugen, dass Letztere buchstäblich tot von der Stange fallen. 

Hühner lieben Temperaturen um die 18 Grad Celsius. Daher ist es ihnen an heissen Sommertagen deutlich zu warm. Hühner können nicht schwitzen, ihre Körpertemperatur regeln sie durch kühlendes Wasser, einen offenen Schnabel und durch Fächern mit den Flügeln. Deswegen ist auf eine gute Durchlüftung im Hühnerhaus sowie auf Schattenplätze im Auslauf zu achten. Bedenkenlos kann zum Beispiel das Stallfenster ausgehängt werden, um stets für reichlich frische Luft zu sorgen. Am besten montiert man über dem Fenster ohnehin ein Drahtgeflecht, damit keine ungewollten Feinde in der Nacht in den Hühnerstall finden.

Schatten gegen Überhitzung
Der ideale Hühnerhof bietet pro Henne eine Fläche zwischen fünf und zehn Quadratmetern. Hennen lieben einen gepflegten Auslauf; und stets kurz geschnittenes Gras verhindert tiefe Scharrstellen, in welchen später kein Gras mehr heranwächst. Für die Halter von Hühnern mit befiederten Läufen ist ein gepflegter Auslauf von grosser Bedeutung, damit die Fussfedern der Tiere nicht zerschlissen werden und sie sich gut fortbewegen können. 

Ein strukturierter Auslauf mit Bäumen und / oder Scharrflächen sowie einem Sandbad sorgt für einen abwechslungsreichen Hühneralltag. Wer keine Bäume in seinem Auslauf hat, sollte auf andere Weise für Schattenspender sorgen. Dies könnten ein ausgespanntes Netz, ein überdachtes Sandbad oder selbst gepflanzte Sträucher sein.

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